VG-Wort Pixel

Griechenland Athen entlässt Richter und Staatsanwälte – weil sie zu faul sind

Richter hat einen Hammer in der Hand
Die Gerichte in Griechenland sind überlastet. Das liegt an einem veralteten System und Juristen, die zu langsam arbeiten. Deshalb wurden in Athen 20 Richter und Anwälte entlassen.
© Sebastian Duda / Imago Images
Die Gerichte in Athen, der Hauptstadt von Griechenland, sind hoffnungslos überlastet: Die Akten stapeln sich, Verfahren verzögern sich. Schuld daran sollen auch die Juristen sein, die "durch Faulheit, Inkompetenz und Abwesenheit glänzten".

Das Gremium für Disziplinarverfahren am obersten griechischen Gerichtshof in Athen hat in den vergangenen zehn Monaten 20 Richter und Staatsanwälte wegen mangelnder Arbeitsleistung entlassen.

Erst jüngst seien wieder fünf Juristen geschasst worden, berichtete am Dienstag die Zeitung "To Proto Thema". Hintergrund sei eine enorm hohe Zahl unbearbeiteter Verfahren, hieß es weiter. Die betreffenden Juristen seien für die Verzögerungen verantwortlich; sie hätten vor allem durch Faulheit, Inkompetenz und Abwesenheit geglänzt.

Veraltetes System in den Gerichten Griechenlands

Besorgniserregend sei vor allem die Situation beim obersten Verwaltungsgerichtshof StE – dort sei eine riesige Zahl von Fällen anhängig, die Entscheidungen verzögerten sich zum Teil um bis zu 19 Jahre. Auch der Rechnungshof sei mit 122.000 anhängigen Fällen völlig überlastet und hoffnungslos im Verzug.

Verantwortlich für den schlimmen Zustand griechischer Gerichte sind jedoch nicht nur Richter und Staatsanwälte. Vielmehr ist das System völlig veraltet. So berichten Beschäftigte an den Gerichten unter anderem von Aktenstapeln und teils sogar noch handgeschriebenen Dokumenten, die in Einkaufswagen hin und her transportiert werden müssen. Mittlerweile sind so viele Fälle anhängig, dass zahlreiche Verfahren wegen Verjährung eingestellt werden.

lhi DPA

Mehr zum Thema

Newsticker