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Großrazzia gegen Mafia in New York FBI gelingt historischer Schlag


Die Namen klingen wie bei den "Sopranos": Die Gambinos, Genoveses, Bonnanos, Luccheses und Colombos. Es sind fünf mächtige Mafia- Familien im Großraum New York. Bei der größten Razzia in der US- Geschichte scheint den Ermittlern ein schwerer Schlag gelungen.

Bei einer der größten Einsätze gegen die Mafia in New York hat die Polizei am Donnerstag 110 Verdächtige festgenommen. An der Razzia im Großraum New York seien mehr als 800 Polizisten beteiligt gewesen, sagte US-Justizminister Eric Holder. Der Großeinsatz habe in den frühen Morgenstunden begonnen. Es seien Mitglieder aller fünf Mafia-Familien in New York festgenommen worden. "Dies ist einer der größten Schläge gegen die Mafia in der Geschichte des FBI, und zwar sowohl, was die Zahl der festgenommen Personen angeht als auch die Breite der vorgeworfenen Verbrechen", sagte Holder.

Den Mafiosi werden so ziemlich alle schweren Verbrechen vorgeworfen, die das Strafgesetzbuch zu bieten hat: Erpressung, Kokainhandel, illegaler Waffenbesitz, Körperverletzung, Hehlerei, Brandstiftung, Schutzgelderpressung, Zinswucher, illegales Glücksspiel und natürlich Mord. Der Schlag richtete sich offenbar vor allem gegen die Gambino-Familie, aber auch gegen die Genoveses, Bonnanos, Luccheses and Colombos - alles mächtige Mafiagrößen in New York, New Jersey und Rhode Island.

Exemplarisch veröffentlichte die Staatsanwaltschaft den Fall von Joseph Watts, der ebenfalls verhaftet worden war. Weil er keine italienischen Wurzeln habe, stieg Watts nie bis ganz nach oben in der Cosa Nostra auf, er habe es aber bis zum "Capo" gebracht. Als solcher Unterführer habe ihn der damalige Chef der Gambino-Familie 1989 mit dem Mord an dem verhafteten Mafia-Mann Frederick Weiss beauftragt, weil der offenbar mit der Justiz zusammenarbeitete.

Watts heuerte ein Mordteam an und kümmerte sich sogar um den Aushub eines Grabes, in dem das Opfer verschart werden sollte. Er wartete mit einer Waffe in einer Garage, doch Weiss kam nicht. Dafür wurde der mutmaßliche Überläufer am nächsten Tag von einem anderen "Hit Team" erschossen. Watts hat der Staatsanwaltschaft zufolge jetzt gestanden, an dem versuchten Mord beteiligt gewesen zu sein.

Die Mafiafamilien der italienischstämmigen Cosa Nostra hatten in der Vergangenheit beträchtliche Teile der Wirtschaft in New York und Umgebung infiltriert. In den vergangenen Jahren hatten sie aber beträchtlich an Einfluss verloren. Ermittlern gelang es häufiger als früher, Mitglieder zu Zeugenaussagen zu bewegen und so den ehernen Schweigekodex der Mafia zu brechen. Dadurch gelang die Verurteilung hochrangiger Mafiosi, die vorher immer wieder der Justiz entkommen waren. An die Stelle der New Yorker Mafia traten zuletzt zum Teil organisierte Gangs russischer, mexikanischer und asiatischer Herkunft.

Die Festgenommenen wurden zunächst auf ein Gefängnisschiff im Fort Hamilton vor der Küste New Yorks gebracht. Zu ihnen gehört auch der derzeitige Boss der Colombo-Familie, der im Bundesstaat Rhode Island lebt. Die übrigen der mutmaßlichen Gangster seien der Polizei in New York selbst und in angrenzenden Gebieten von Long Island sowie im Nachbarstaat New Jersey ins Netz gegangen. In der gleichen Gegend spielt auch die in den USA und Deutschland erfolgreiche Mafiaserie "Die Sopranos".

DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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