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Hilfsangebot statt Fahnenaktion Russen wollen japanische Tsunami-Waisen aufnehmen


Eigentlich hatte die Kremljugend für den heutigen Dienstag eine anti-japanische Fahnenaktion geplant. Doch dann kam das Erdbeben und der Tsunami dazwischen- und statt Territorialforderungen gab es Hilfsangebote für das gebeutelte Land.

Hilfe statt Provokation: Nach dem schweren Erdbeben in Japan wollen Einwohner im russischen Fernen Osten japanische Kinder aus betroffenen Regionen aufnehmen. Dieses Angebot machte die Kremljugend dem japanischen Generalkonsulat in der Stadt Wladiwostok, wie eine Sprecherin der Jungen Garde am Dienstag der Agentur Interfax sagte. Vor der Katastrophe hatten die Mitglieder der Jungen Garde noch eine anti-japanische Fahnenaktion geplant. Sie wollten an diesem Dienstag auf der Insel Kunaschir im Pazifik die Staatsflagge hissen, um Russlands Anspruch auf das Territorium zu bekräftigen.

Stattdessen legten Jugendliche nun Kerzen vor der diplomatischen Vertretung Japans nieder und gedachten der Opfer. Regierungschef Wladimir Putin, ein begeisterter Judoka, lud die japanische Judo-Nationalmannschaft und deren Angehörige zu einem Trainingslager nach Russland ein.

Angesichts möglicher radioaktiver Wolken aus Japan tauschen sich unterdessen die Einwohner im russischen Fernen Osten auf Internet-Plattformen über aktuelle Strahlenwerte aus, die sie mit eigenen Geräten messen. Viele Menschen trauen den offiziellen Angaben der Behörden nicht. Wie das staatliche Wetteramt mitteilte, wurden die Grenzwerte bislang an keiner Stelle überschritten. Die russische Marine kündigte an, notfalls Einwohner der Pazifik-Insel Sachalin sowie der Südkurilen in Sicherheit zu bringen.

jwi/DPA DPA

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