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Unterschlagung: Hobby-Schatzsucher lassen 1100 Jahre alten Wikingerfund verschwinden – und fliegen auf

Zwei britischen Hobby-Schatzsucher gelang vor vier Jahren auf einem Acker in Westengland der Coup ihres Lebens. Das dachten sie jedenfalls. Weil sie den mehr als 1000 Jahre alten und millionenschweren Wikingerschatz verschwinden ließen, schickte ein Richter das Duo jetzt ins Gefängnis.

Zwei Männer ziehen ihre Kapuzen ins Gesicht, um nicht erkannt zu werden

Die beiden Hobby-Schatzsucher bei ihrer Ankunft am Worcester Ground Court. Der Richter schickte sie wegen Unterschlagung für mehrere Jahre ins Gefängnis.

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Auf einem scheinbar unbedeutenden Acker in der Grafschaft Herefordshire stoßen zwei Briten 2015 mit ihren Metalldetektoren auf mehrere hundert alte Münzen und Dutzende weitere wertvolle Schmuckstücke. Statt den Fund an offizieller Stelle anzuzeigen, lassen sie den Schatz verschwinden. In Großbritannien weit mehr als nur ein Kavaliersdelikt. Ein Gericht in Worcester schickte die beiden Hobbyschatzsucher nun für zehn und achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Sobald ein Schatz gefunden werde, gehöre er der Nation, sagte Richter Nicholas Cartwright bei der Urteilsverkündung. In diesem Fall handelt es sich Experten zufolge sogar um eine historische Sensation – einen Wikingerschatz aus dem frühen Mittelalter. Einige der Münzen sollen Motive zeigen, die neue Erkenntnisse für die britische Geschichte liefern.

Wikingerschatz soll bis zu 14 Millionen wert sein 

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Konkret soll es sich nach Einschätzung von Experten um einen Schatz handeln, der im neunten Jahrhundert nach Christus von einem Wikinger vergraben worden sein soll. Zu den Fundstücken, die nun im Britischen Museum aufbewahrt werden, zählen unter anderem Münzen, ein Goldring, Silberbarren sowie eine mit Gold umfasste Kristallkugel aus dem fünften Jahrhundert. Experten schätzen den Wert des Funds auf zwischen umgerechnet 3,5 und 14 Millionen Euro. Bei fünf Münzen handelt es sich laut Historikern um besonders wertvolle Exemplare, da sie neue Erkenntnisse zur britischen Geschichte lieferten. Auf ihnen seien König Alfred der Große von Wessex und ein weniger bekannter Monarch, Ceolwulf II. von Mercien, gemeinsam abgebildet, sagte Gareth Williams, Kurator für frühmittelalterliche Münzen im Britischen Museum, dem Fernsehsender BBC. Bisher sei nicht bekannt gewesen, dass es ein Bündnis zwischen den beiden Herrschern gab. "Das ist ein Fund von nationaler Bedeutung von einem entscheidenden Zeitpunkt der Vereinigung Englands, als die Wikinger das Land gerade in großem Stil angriffen", sagte Williams.

Handyfotos sollen noch mehr Münzen zeigen

Die Männer hätten nicht nur die Nation eines historischen Schatzes beraubt, sondern auch dem Landbesitzer sein Recht auf einen Anteil verwehrt, begründete Richter Cartwright am Freitag das Urteil gegen einen 38-Jährigen und dessen 51-jährigen Komplizen. Ein 57-jähriger Münzensammler, der dem Duo dabei geholfen haben soll, den Fund zu verheimlichen, wurde zudem zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ein weiterer Mitwisser wartet noch auf sein Urteil. Bei den Münzen soll es sich nur um einen Bruchteil des erbeuteten Schatzes handeln. Auf Handyfotos von einem der verurteilten Hobby-Schatzsucher seien rund 300 Münzen zu sehen gewesen, jedoch seien diese bislang nicht gefunden worden.     

js / AFP