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Indien: Mehr als 60 Tote nach Brand in Krankenhaus

Ein Großbrand bricht am frühen Morgen in der Klinik aus. Rauch und giftige Dämpfe überwältigen Patienten und Angehörige im Schlaf. Viele ersticken qualvoll. Überlebende werfen der Feuerwehr von Kolkata vor, viel zu spät am Unglücksort eingetroffen zu sein.

Bei einem Großbrand in einem Krankenhaus der ostindischen Millionenstadt Kolkata (früher Kalkutta) sind mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Regierungschefin des Unionsstaates Westbengalen, Mamata Banerjee, am Freitag mit. Die Nachrichtenagentur IANS berichtete unter Berufung auf Klinikpersonal von bis zu 73 Todesopfern. Es handle sich um 70 Patienten und 3 Angestellte der privaten AMRI-Klinik.

Die meisten Opfer seien wahrscheinlich an Rauchvergiftung gestorben, sagte ein Sprecher der Landesregierung. Demnach war der Brand am frühen Morgen aus bislang ungeklärter Ursache im Keller ausgebrochen. Rauch und giftige Dämpfe hätten sich anschließend schnell in dem mehrstöckigen Gebäude ausgebreitet.

Mindestens 160 Patienten seien zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Krankenhaus behandelt worden, berichtete IANS. Zudem hätten sich zahlreiche Angestellte sowie eine unbekannte Zahl von Angehörigen in der Klinik aufgehalten. In Indien ist es üblich, erkrankte Verwandte ins Krankenhaus zu begleiten und dort mit ihnen zu übernachten.

Flucht mit zusammengeknoteten Bettlaken

Wie die Polizei mitteilte, gelang es Feuerwehrleuten, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Angehörige von Opfern warfen der Feuerwehr jedoch vor, erst mindestens zwei Stunden nach Ausbruch des Brandes und schlecht ausgerüstet am Unglücksort eingetroffen zu sein.

Vor allem aus den oberen Etagen hätten viele hilflose Patienten nicht evakuiert werden können, da die Feuerwehr zunächst keine Hebebühne zur Klinik gebracht habe, berichtete der Augenzeuge Pradeep Sarkar gegenüber IANS. Wer konnte, habe sich mit Hilfe von Leitern, Seilen oder zusammengeknoteten Bettlaken ins Freie gerettet.

Ministerpräsidentin Banerjee sprach von einer "schrecklichen Tragödie". Sie kündigte eine Untersuchung an. Die Verantwortlichen sollen strafrechtlich belangt werden.

Feuer mit Warnschuss

Nach Medienberichten wurde gegen die Krankenhausverwaltung bereits Anzeige wegen Missachtung von Sicherheitsbestimmungen erstattet. Auch die Betriebserlaubnis sei den Betreibern vorübergehend entzogen worden. In der Klinik im Süden von Kolkata hatte es bereits Ende 2008 einen Brand gegeben, bei dem jedoch niemand zu Schaden gekommen war.

Im März vergangenen Jahres waren beim Brand eines mehrstöckigen Gebäudes in der Innenstadt von Kolkata mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer war durch einen Kurzschluss ausgelöst worden.

ono/DPA / DPA
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