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Iran Human Rights Watch "Verbrechen gegen die Menschlichkeit": Mehr als 90 Todesopfer bei Protesten im Iran

Protest gegen das iranische Regime in Washington, D. C.
Der Tod von Mahsa Amini löste Proteste auf der ganzen Welt aus, hier etwa in Washington, D.C.
© Bryan Olin Dozier / Picture Alliance
Der Tod von Mahsa Amini hat im Iran ein Protestwelle ausgelöst. Diese sind zum Teil "blutig unterdrückt" worden, wie die Organisation Iran Human Rights Watch berichtet. Die Menschenrechtsgruppe spricht von mehr als 90 Todesopfern.

Mehr als 90 Menschen sind nach Angaben der Organisation Iran Human Rights Watch bei den Demonstrationen nach dem Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini im Iran getötet worden. Wie die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation am Sonntag mitteilte, wurden in den zwei Wochen nach dem Tod Aminis mindestens 92 Menschen im Iran im Zuge des Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten getötet.

"Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, dieses Verbrechen aufzuklären und weitere Verbrechen verhindern, die von der Islamischen Republik verübt werden", erklärte der IHR-Vorsitzende Mahmood Amiry-Moghaddam. Amnesty International hatte am Freitag berichtet, die iranischen Behörden setzten absichtlich tödliche Gewalt zur Unterdrückung der anhaltenden Proteste ein. Sie hätten "ihre gut geschliffene Repressionsmaschinerie mobilisiert, um landesweite Proteste rücksichtslos zu unterdrücken".

Gewaltsame Zusammenstöße im Iran

Die Proteste im Iran waren durch den Tod Aminis ausgelöst worden. Die 22-jährige Kurdin war am 13. September in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, offenbar weil sie das islamische Kopftuch nicht den Regeln entsprechend trug. Amini brach nach ihrer Festnahme unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt. IHR äußerte sich auch zu den gewaltsamen Zusammenstößen am Freitag in Sahedan, der Hauptstadt der südöstlichen Provinz Sistan-Balutschestan. Dabei seien mindestens 41 Menschen getötet worden. 

Die Sicherheitskräfte hätten die Proteste dort "blutig unterdrückt", teilte IHR weiter mit. Diese seien durch Berichte entfacht worden, wonach ein Polizeichef in der Hafenstadt Tschabahar ein 15-jähriges Mädchen vergewaltigt haben soll, das der in der Provinz lebenden sunnitischen Minderheit angehört. Sistan-Balutschestan an der Grenze zu Pakistan ist eine der ärmsten Regionen des Iran. Dort ist die Minderheit der Belutschen beheimatet, die größtenteils der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam anhängen, während der Iran schiitisch dominiert ist.

IHR-Chef Amiry-Moghaddam erklärte, der Tod der Demonstranten, insbesondere derjenigen in Sahedan, sei ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". In den iranischen Staatsmedien wurden die Proteste in Sahedan als "terroristischer Vorfall" bezeichnet. Fünf Mitglieder der Revolutionswächter, des bewaffneten ideologischen Arms der Führung in Teheran, seien dabei getötet worden.

lhi AFP

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