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Mondprogramm der USA: Im All ist nichts zu holen

Earthrise, Erdaufgang, das berühmte Foto schoss Mondfahrer William Anders Dezember 1968 aus dem Fenster der Apollo-8-Raumkapsel
Das wohl einflussreichste Bild der Mondprogramme bisher, „Earthrise“ („Erdaufgang“), illustriert, warum die Erde der schönste Ort ist und bleibt, den wir erreichen können 
© NASA / stern-online
Nasa krempelt Mondprogramm um, kommende Woche sollen Astronauten starten. Aber muss der Mensch unbedingt auf den Mond? Wahl in Dänemark. Coming-out im Profifußball. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Fotos von mir auf denen ich neben dem Modell einer Saturn-V-Rakete stehe, und meinen Mitschülern in der Projektwoche stolz die Mondlandung erkläre. Natürlich wollte ich Astronaut werden, ich würde auch jetzt noch zum Mond fliegen, wenn das ginge.

Als ich diesen Schulvortrag Ende der 1970er hielt, war das Mondprogramm längst eingemottet, im Dezember 1972 verließ der letzte Astronaut den Mond, warum sollte man dort auch länger bleiben? Das Wettrennen zum Mond war ja gewonnen, der Kapitalismus hatte es dem Kommunismus gezeigt

Seitdem gab es ein paar Versuche, das Programm wiederzubeleben. 2005 beschlossen die USA, bis 2020 wieder Menschen auf den Mond zu schicken, 2010 wurde es eingestampft. Zu teuer. Erst jetzt, wo die Chinesen zum Mond wollen, läuft wieder ein Programm. Und weil Trump es gerne sähe, dass noch in seiner Amtszeit Amerikaner auf dem Mond stehen, krempelt Nasa-Chef Jared Isaacman jetzt alles immer wieder um.

100 Milliarden fürs Mondprogramm – lohnt sich das?

In der Nacht zu heute erklärte er, dass er nun die Raumstation um den Mond einsparen werde, um schneller zu sein. Und er kündigte 20 Milliarden Investitionen in eine Mondbasis an. Bislang dürfte das Mondprogramm der USA bereits rund 100 Milliarden verschlungen haben. Kommende Woche, so der aktuelle Plan, sollen erstmals wieder Astronauten bis zum Mond fliegen, wenn auch nicht dort landen, sondern ihn nur umkreisen. 

Warum wir eine Mondbasis brauchen? Na klar, als Tankstelle, um zum Mars zu kommen. Nur die Frage, was wir da eigentlich wollen, die stellt so recht niemand. Gerne wird der Forschergeist bemüht, dass wir Menschen immer schon Entdecker waren. Aber außer rotem Staub, gibt es nicht viel zu entdecken auf dem Mars. Oft wird von Rohstoffen geredet, aber welcher Rohstoff ist bitte so wertvoll, dass es sich lohnt, ihn durchs All zu karren?

Um es einmal klar zu sagen: Menschen lösen im Weltraum keine Probleme, sie sind das Problem. Sie sind eine empfindliche Fracht, schon die kosmische Strahlung, die auf Dauer Krebs auslöst, ist ein schwer zu bewältigendes Hindernis.

Es wäre schon interessant, ein wenig mehr über Mond und Mars zu wissen. Aber das geht leichter, billiger und schneller mit Robotern. Und es ist typisch für das gesamte Mondprogramm, dass mit der Raumstation „Gateway“ nun gerade der Ort gestrichen wird, der – dank niedriger Schwerkraft – besonders attraktiv für Forscher sein könnte.

Hetero-Sport Fußball: Sind wir nicht längst weiter?

Es betrübt zu lesen, wie sich Christian Dobrick, der U19-Trainer des FC St. Pauli, jahrelang verbiegen musste als Fußballer. In der Politik ist es längst normal, offen schwul zu sein. Gerade stand Dominik Krause nach seinem Wahlsieg fürs Oberbürgermeisteramt in München auf der Bühne und küsste seinen Verlobten.

Warum ist es im Fußball noch so schwer?

„Es kommen weniger schwule Fußballer ganz oben an, weil sie ihre Energie verschwenden müssen für Probleme, die nichts mit dem Sport zu tun haben“, erzählt Dobrick. „Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische.“ Nun hat er für sich beschlossen, seine Energie nicht länger fürs Geheimhalten zu verschwenden – und im stern sein Coming-out. Hier seine Geschichte: 

5-Minuten-Talk: Klingbeil und die Reformfalle

Endlich soll es losgehen, das Reformfenster steht nach den Wahlen offen – und heute will Vizekanzler Lars Klingbeil seine Ideen in einer Grundsatzrede präsentieren. Dann wird reformiert, das Sozialsystem saniert, die Wirtschaft gestützt und Schwarz-Rot gerettet. Ende gut, alles gut, oder?

Der Reform-Eifer birgt gewaltige Risiken. Die Koalition muss den Menschen einige Zumutungen verordnen. Das kann standhaft wirken, aber auch Enttäuschungen produzieren. Darüber diskutieren meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz, in fünf Minuten, wir haben ja nicht ewig Zeit:

Und sonst? Weitere Schlagzeilen

Das passiert am Mittwoch, dem Datum 25. März

  • Das Kabinett verabschiedet sein Klimaschutzprogramm, Bundesumweltminister Carsten Schneider stellt es im Anschluss vor. Darin muss er erklären, wie die Koalition den Ausstoß Deutschlands an Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 senkt. Aktuell sind wir bei 48 Prozent.
  • Nachdem am Dienstag die Rettungsversuche für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee vor Niendorf gescheitert sind, warten die Helfer auf einen größeren Saugbagger, um eine Rinne für den Wal zu graben. Der soll heute eintreffen.
  • Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten über den künftigen Preis des Deutschlandtickets sowie über die geplante Führerschein-Novelle.

Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Mit einem übermotorisierten Auto im Kreis zu fahren, das ist nicht, was ich mir unter Sport vorstelle. Und doch gehören Formel-1-Piloten zu den fittesten Menschen, wie mein Kollege Christoph Koch herausgefunden hat.

Denn sie trotzen Fliehkraft, Hitze und Stress, bleiben ausdauernd fokussiert. Deshalb können wir uns eine Menge von ihnen abschauen:

So, das war vorerst mein letzter Morgenstern. Ich danke vielmals allen, die mir Lob und auch Kritik haben zukommen lassen. Es war mir eine Freude, Sie vier Wochen lang in den Tag begleiten zu dürfen. Morgen und übermorgen wird Stefan Düsterhöft den Morgenstern für Sie verfassen. Ab kommende Woche übernimmt dann für längere Zeit meine Kollegin Alexandra Kraft aus dem Wissensressort.

Ich wünsche Ihnen noch eine gute Zeit! 

Matthias Urbach

P.S. Wie hat Ihnen dieser morgenstern gefallen? Schreiben Sie es mir gerne: matthias.urbach@stern.de. Sie können dieses Morgen-Briefing auch als Newsletter in Ihr Postfach erhalten. Melden Sie sich einfach unter folgendem Link an.

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