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Nach Lästerei über Schwaben Wolfgang Thierse beklagt sich über "Empörungswelle"


Über 3000 kritische Mails: Nach seiner nicht ganz ernstzunehmenden Kritik an integrationsunwilligen Schwaben in Berlin ist Wolfgang Thierse von einer regelrechten "Empörungslawine" überrollt worden.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, 69, hat sich über die "Empörungslawine" nach seiner Schwaben-Schelte beklagt. Er habe mehr als 3000 E-Mails zu dem Thema erhalten - oft mit Beschimpfungen. "Spießer, Rassist, Nazi, Arschloch werde ich genannt", notierte Thierse in einem launigen Gastbeitrag für die "Berliner Morgenpost" (Sonntag). Auch seien die "Zeitungen in Schwaben angefüllt mit Wut und Spott" über ihn, schreibt Thierse. "So viel Humorlosigkeit, so viel geradezu preußische Schärfe - das hätte ich nicht erwartet." In vielen Reaktionen habe es aber auch eigentümliche Untertöne gegeben: "Warum ich mich denn nicht an den Türken abarbeitete!! Wer so verwahrlost aussähe wie ich, sollte gefälligst sein Maul halten!!"

Thierse hatte sich in einem Interview abfällig über Schwaben in der Hauptstadt geäußert. "In Berlin sagt man Schrippen - daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen", hatte der SPD-Politiker gelästert - und damit eine hitzige Debatte losgetreten. Thierse betonte nun erneut, seine Aussagen seien ironisch gewesen. "Ich habe bei den Antworten gelacht", schrieb er. "Nicht ahnend, dass diese läppisch-unernsten Bemerkungen zu einem solchen (schwäbischen) Aufruhr führen würden, führen könnten." Er verband dies mit einem Friedensangebot in Richtung der Schwaben. "Ihr seid willkommen", versicherte er ihnen.

kave/DPA/AFP DPA

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