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Schweinegrippe: Erstes Todesopfer in Südamerika

Schleichend, aber unaufhaltsam breitet sich die Schweinegrippe immer weiter aus. Zum ersten Mal wurden nun Erkrankungen in Jordanien registriert, in Argentinien erlag ein Baby der Krankheit. Es ist der erste offizielle Todesfall in Südamerika. Auch hierzulande steigt die Zahl der Fälle stetig.

Nach wie vor betonen die Gesundheitsbehörden, dass es keine Grund zur Panik gebe, doch die Schweinegrippe breitet sich dennoch weiter auf dem Globus aus. In Argentinien muss nun das erste Todesopfer der Pandemie beklagt werden. Das nur drei Monate alte Mädchen ist offiziell die erste Schweinegrippe-Tote in Südamerika überhaupt. Neu auf der H1N1-Landkarte ist Jordanien. In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 195 gestiegen.

In Jordanien wurde das Virus bei zwei jungen Frauen festgestellt, die sich vermutlich in den USA angesteckt haben. Sie seien in der vergangenen Woche nach einem längeren Aufenthalt von dort in ihr Heimatland zurückgekehrt, teilten die jordanischen Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Die Frauen seien miteinander verwandt, hieß es weiter. Die Lage befinde sich aber unter Kontrolle. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Im Nachbarland Israel sind schon mehrere Krankheitsfälle bekannt geworden.

Trotz Abschottung Hunderte Fälle

Das argentinische Kleinkind, das dem neuartigen Virus erlag, starb in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Buenos Aires, teilte Gesundheitsministerin Graciela Ocaña am Montag mit. Vier weitere Schweinegrippe-Patienten befänden sich derzeit noch auf der Intensivstation. Obwohl das Land sofort nach Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko die Grenzen für Reisende aus dem mittelamerikanischen Staat schloss, sind inzwischen 733 bestätigte Fälle von Schweinegrippe in Argentinien gemeldet.

In Europa hatte es das erste Todesopfer der Schweinegrippe am vergangenen Sonntag gegeben. Die 38-jährige Schottin hatte vor zwei Wochen ein Frühchen zur Welt gebracht - auch der Junge ist gestorben, allerdings starb er nach Angaben der Behörden in Glasgow nicht an der Schweinegrippe. Nach Angaben des Krankenhauses hatte die Frau auch andere Gesundheitsprobleme. In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nun 195 Fälle bestätigt - 23 mehr als am Vortag. Betroffen waren vor allem Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Bisher seien alle Krankheitsfälle glimpflich verlaufen. Das könne sich ändern, sobald die Grippesaison im Herbst beginnt. Dann sei auch mit Todesfällen in Deutschland zu rechnen, glaubt der Mikrobiologe Alexander Kekulé. Ein Grund zur Panik ist das dennoch nicht. In einem "normalen" Jahr sterben in Deutschland bis zu 11.000 Menschen an der Grippe.

Die Schweinegrippe hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der vergangenen Woche zur Pandemie erklärt. Weltweit sind nach WHO-Angaben vom Montag in 76 Ländern 35.928 Erkrankungen registriert, davon laut Robert Koch-Institut 172 in Deutschland. Der WHO zufolge sind 163 Menschen an dem Virus gestorben.

Reuters/AP/DPA/dho / AP / DPA / Reuters