Schwierige Rettungsaktion
Nullsicht und enge Schächte: Drama um Bergung in Laos-Höhle

Die eingeschlossenen Goldsucher gelten Experten zufolge als körperlich und mental sehr stabil. Foto: Uncredited/Benz Norrased Pa
Die eingeschlossenen Goldsucher gelten Experten zufolge als körperlich und mental sehr stabil. Foto
© Uncredited/Benz Norrased Palasing Seascout Diving/AP/dpa

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In der engen Höhle im Norden von Laos stoßen selbst erfahrene Höhlentaucher an ihre Grenzen. Während fünf eingeschlossene Goldsucher auf ihre Rettung warten, schwinden die Chancen für zwei Vermisste.

Trotz der Entdeckung von fünf eingeschlossenen Goldsuchern gestaltet sich die eigentliche Bergung aus der überfluteten Höhle in Laos als langwierig und schwierig. Die Rettungsaktion gilt wegen enger Tunnel, hoher Wasserstände und akuter Einsturzgefahr als extrem riskant. Gleichzeitig schwinden die Hoffnungen, zwei weiterhin vermisste Männer lebend zu finden. 

Rettungskräfte hätten inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bislang aber keine Spur der beiden entdeckt, sagte der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. „Wir haben nicht mehr viele Orte übrig, an denen wir suchen können“, erklärte er. Die Chancen seien „sehr gering“.

Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und unterstützt die Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der spektakulären Rettung eines Jugendfußballteams aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Auch diesmal gehört er zu den Spezialisten an vorderster Front.

Bergung könnte bald starten

Es gebe in den bislang unzugänglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hätten überleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden Männer. Auch hätten die fünf Überlebenden selbst nicht gewusst, dass zwei weitere Personen vermisst würden. 

Derweil arbeiten die Einsatzkräfte fieberhaft daran, die Männer aus der Höhle in der nördlichen Provinz Xaisomboun zu holen. Die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People schrieb auf Facebook, das Wasser sei nun größtenteils aus der Höhle abgepumpt und ein Bergungsversuch könne bald starten. 

Retter üben Abläufe

Die Abläufe wurden im Vorfeld intensiv geprobt. Auf veröffentlichten Fotos war ein Retter zu sehen, der während einer Übung auf einer speziell entwickelten Trage befestigt war, die eigens für die extrem schmalen Passagen konstruiert wurde. 

Die Gruppe sitzt seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang entfernt fest, nachdem heftige Regenfälle die Goldmine geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.

„Wir tasten mit Armen und Beinen“

Die Rettung gilt als extrem gefährlich. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. „Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen“, sagte Paasi. Teilweise müssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwängen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Überflutungen oder Einstürze.

Die Retter hatten zwei Möglichkeiten erwogen: Entweder sollte weiter Wasser aus der Höhle gepumpt werden, oder die Überlebenden müssten durch die überfluteten Tunnel tauchend herausgebracht werden - obwohl sie damit keine Erfahrung haben. Das Abpumpen wäre laut Paasi die sicherere Lösung - und scheint nun funktioniert zu haben. 

Suche nach Schächten im Berg

Auch ein Mitglied des thailändischen Rettungsteams räumte ein, dass eine Bergung per Tauchgang unter diesen schwierigen Bedingungen kaum möglich sei. Die Einsatzkräfte suchten deshalb auch weiter nach alternativen Zugängen und natürlichen Schächten im Berg, durch die eine Rettung möglich wäre, zitiert ihn ThaiPBS World.

Derweil bauten die Behörden mit schwerem Gerät eine Straße durch den Dschungel zur Höhle - denn die abgelegene Region ist extrem schwer zugänglich. So sollen Pumpen und Versorgungsgüter schneller transportiert werden. Zudem sollte ein Auffangbecken für das abgepumpte Wasser entstehen.

Eingeschlossene sind körperlich und mental stabil

Die fünf Überlebenden seien jedoch körperlich und mental erstaunlich stabil. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische Räume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst, sagte Paasi. Auch hätten sie Nahrung und Wasser dabeigehabt. Jedoch sollen sie Berichten zufolge mittlerweile sehr hungrig sein. 

Nach Angaben einer thailändischen Rettungsorganisation wurden inzwischen weitere internationale Spezialisten angefordert. Unter anderem sind Experten aus Malaysia, Japan und Frankreich sowie der australische Tauchspezialist Josh Richards angereist.

dpa

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