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Starke Schneefälle: Weißer Frühling in Norddeutschland

Sieht man im Norden Deutschlands derzeit in den Kalender und danach aus dem Fenster, kann man sich nur verwundert die Augen reiben: 24 Stunden ununterbrochene Schneefälle haben den Winter zurückgebracht.

Die beiden Tiefs "Christine" und "Bente" über Polen haben am Freitag in weiten Teilen Norddeutschlands zu den bisher stärksten Schneefällen dieser Saison gesorgt. Das teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Ungewöhnlich seien vor allem die Schneehöhen an der sonst schneearmen Nordseeküste, so lagen in St. Peter Ording am Samstagmorgen 20 Zentimeter Schnee. Auch die Hochseeinsel Helgoland meldete eine geschlossene Schneedecke.

Der Schnee ist schneller als das Salz

Vor einer Tiefgarage des Hamburger Congress Centrums (CCH) geriet ein Reisebus ins Rutschen. Bei dem Unfall wurden 22 Menschen verletzt. In Schleswig-Holstein mussten immer wieder Fahrzeuge aus Schneeverwehungen gezogen werden. In den Überschwemmungsgebieten Bayerns und Thüringens entspannte sich die Lage bei den sinkenden Temperaturen. Einige Straßen sind aber weiterhin unpassierbar.

Der Streu- und Räumdienst der Stadtreinigung Hamburg leisteten 24 Stunden Dauereinsatz mit 1200 Einsatzkräften und 170 Fahrzeugen. "Wir fahren schon unseren vierten Durchgang, da der Schnee schneller fällt, als das Streusalz wirken kann", sagte Andree Möller von der Stadtreinigung Hamburg.

In Schleswig-Holstein wurden seit Freitagabend bei 150 Unfällen sechs Menschen leicht verletzt, teilte der Lagedienst in Kiel mit. Linienbusse stellten zum Teil ihren Verkehr ein. "Es gibt vermehrt Unfälle, weil einige Verkehrsteilnehmer immer noch zu schnell auf den vereisten Straßen unterwegs sind und zu wenig Abstand halten", sagte ein Polizeisprecher in Lübeck. Auf der Rader-Hochbrücke über den Nordostsee-Kanal kam ein Lastwagen ins Schleudern und durchbrach die Fahrbahnbegrenzung. Die Autobahn musste Richtung Süden stundenlang gesperrt werden.

Flusspegelstände sinken wieder

Auch in Niedersachsen gab es mehrere Unfälle. Ein Mensch wurde schwer verletzt. Die Autobahn A 1 musste bei Sittensen gesperrt werden, nachdem ein Lastwagen in die Leitplanke gerutscht war.

Die Pegelstände der Flüsse in Bayern und Thüringen gingen in der Nacht wieder zurück. Einige überflutete Straßen wie die Auffahrt zur A 96 bei Buchloe im Ostallgäu waren auch am Samstagmorgen noch nicht befahrbar.

DPA

DPA / DPA