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Proteste nach Gerichtsentscheid: Freispruch in Vergewaltigungsprozess - weil das Opfer angeblich "männlich" aussah

In Italien wurden zwei Männer von einem Berufungsgericht vom Vorwurf der Vergewaltigung wieder freigesprochen. In der Begründung heißt es unter anderem, das Opfer habe "männlich" ausgesehen. Die Entscheidung sorgt für Protest.

Justizia

Statue der blinden Jusizia - in Italien sorgte ein Berufungsurteil in einem Vergewaltigungsprozess für Protest (Symbolbild)

In Italien hat ein Gericht zwei Männer in einem Vergewaltigungsprozess unter anderem mit der Begründung freigesprochen, das mutmaßliche Opfer habe "männlich" ausgesehen. Frauenrechtsaktivistinnen demonstrierten deswegen am Montag vor dem Gericht in Ancona, wie italienische Medien berichteten.    

Der Freispruch war bereits im Jahr 2017 erfolgt. Die Begründung wurde aber erst vor Kurzem bekannt, als Italiens oberstes Gericht einen neuen Prozess anordnete.    

Beschuldigte sollen Frau nicht attraktiv gefunden haben

Eine Peruanerin hatte angegeben, zwei Landsleute hätten ihr 2015 Drogen in ein Getränk gemischt. Einer der Männer habe sie danach vergewaltigt, während der andere Wache gestanden habe. Die beiden Männer wurden 2016 schuldig gesprochen. Das Berufungsgericht in Ancona hob das Urteil aber ein Jahr später wieder auf.    

Das Berufungsgericht hielt die Aussagen der Frau für nicht glaubwürdig. Vielmehr sei es möglich, dass die Frau selbst den "ausgelassenen" Abend organisiert habe.     

Die Männer hätten die Frau nicht einmal attraktiv gefunden, erklärte das Gericht. So habe einer der Männer die Frau mit dem Spitznamen "Wikinger" in seinem Handy abgespeichert - eine Anspielung auf eine "nicht weibliche, sondern eher männliche Figur". "Das Foto in ihrer Akte scheint das zu bestätigen."    

Der Fall soll nun vor einem Gericht in Perugia neu verhandelt werden. 


 

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rös / AFP