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Lastwagen geklaut, 17 Menschen verletzt: "Wir schließen momentan überhaupt nichts aus" – LKA ermittelt nach Lkw-Vorfall in Limburg

Warum rammte ein Lastwagen in Limburg zahlreiche Autos? 17 Menschen wurden bei dem Zwischenfall verletzt. Die Polizei will die Hintergründe herausbekommen. Fest steht: Der Lkw wurde geklaut. "Wir schließen momentan überhaupt nichts aus", sagt ein LKA-Sprecher.

Schauplatz in Limburg

Der Lastwagen hat in Limburg mehrere Autos ineinandergeschoben, 17 Menschen – darunter auch der Fahrer des Lkw – wurden verletzt

DPA

Mit einem gestohlenen schweren Lastwagen ist ein Mann am Montagabend in der Innenstadt von Limburg auf mehrere Autos aufgefahren und hat 16 Menschen verletzt. Der Diebstahl passierte laut Polizei in unmittelbarer Nähe des Schauplatzes. Der Mann am Steuer des Lkw wurde festgenommen, auch er trug bei der Kollision an einer Ampelkreuzung Verletzungen davon. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen und warnte vor Spekulationen. Eine Person sei "sehr schwer verletzt und in kritischem Zustand", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA). 

Zur Frage von Medienvertretern, ob es sich um einen terroristischen Anschlag handeln könnte, sagte der LKA-Sprecher: "Wenn solche Ereignisse passieren, dann ist es Aufgabe der Polizei, natürlich in sämtliche Richtungen alle Möglichkeiten im Blick zu haben. Genau das machen wir. Und wir schließen momentan überhaupt nichts aus."

Sattelzug in Limburg gestohlen

Am Tatort gegenüber dem Landgericht der hessischen Kreisstadt stehen am Abend mehrere Autos quer. Trümmerteile liegen auf der Straße. Mittendrin steht ein weißer Sattelzug mit zerbeulter Front. Ermittler in Schutzanzügen untersuchen das Führerhaus. 

Der Lastwagen krachte demnach gegen 17.20 Uhr in acht Fahrzeuge und schob diese zusammen. Mehrere Menschen seien in Autos eingeklemmt, so die Polizei. Wenige Meter entfernt ist eine Ampelkreuzung, an der sich häufig die Autos stauen. Von hier ist es nicht weit zu den Auffahrten der Autobahn 3 oder auf die Bundesstraße 49 nach Gießen.

Die Ermittler gehen nach ihren bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der Fahrer des Lastwagens diesen gestohlen hat – in unmittelbarer Nähe des Unfallortes auf der Hauptverkehrsstraße. Details dazu wurden zunächst nicht genannt. 

Ob er die Autos vor ihm mit Absicht gerammt hat, auch dazu machte die Polizei zunächst keine Angaben. "Die Hintergründe, die Veranlassung, das ist alles Gegenstand der Ermittlungen", sagte LKA-Sprecher Sabais. Mit Details zu dem Fahrer hielt sich die Polizei ebenfalls aus "ermittlungstaktischen Gründen" zurück.

Die "Frankfurter Neue Presse" (FNP) zitierte den rechtmäßigen Fahrer des Lasters: "Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt." Der FNP zufolge soll der Mann, der bei der Kollision am Steuer saß, von mehreren Passanten erstversorgt worden sein. "Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals 'Allah' gesagt haben", wie ein FNP-Reporter berichtete. Dazu machte die Polizei ebenfalls keine Angaben und verwies darauf, dass alle Hinweise und Zeugenaussagen geprüft würden. 

Bei dem Logistikdienstleister bei Mannheim, dessen Name auf dem Sattelzug steht, sagte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes auf Anfrage, für Auskünfte sei am späten Abend niemand mehr im Haus.

Wilde Spekulationen im Internet

Die Polizei warnte wiederholt vor Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. "Wir geben heraus, was gesichert ist und nicht, was jemand gehört haben will", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. Ermittler seien vor Ort, unter anderem sei ein Hubschrauber im Einsatz. "Es geht um Übersichtsaufnahmen und eine saubere Ermittlungsarbeit."

Der Sprecher widersprach Spekulationen, es herrsche eine "Nachrichtensperre" der Behörden. "Gesicherte Erkenntnisse geben wir heraus." Dass der Fahrer festgenommen worden sei, bezeichnete er als normal. "Bei jedem Unfall mit so vielen Verletzten fährt ein Fahrer danach nicht einfach davon."

Auf Twitter schrieb die Polizei Westhessen: "Trolle oder wilde Spekulationen braucht niemand." Zudem rief sie Zeugen dazu auf, sich zu melden, wenn sie etwas gesehen haben, Videos oder Bilder haben, die mit den Geschehnissen im Zusammenhang stehen.

wue / DPA
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