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Umstrittener Kunstsammler Cornelius Gurlitt ist tot


Mit der Beschlagnahmung Hunderter Gemälde im Jahr 2012 löste der Fall Gurlitt eine breite Debatte über NS-Raubkunst aus. Heute verstarb Kunstsammler Cornelius Gurlitt im Alter von 81 Jahren.

Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt ist tot. Laut seinem Sprecher starb er am Dienstag am späten Vormittag im Alter von 81 Jahren in seiner Münchner Wohnung. Dies habe sein Sprecher bestätigt. Sein Arzt sei demnach bei ihm gewesen.

Gurlitt, der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, war seit Monaten schwer krank. Von einer Operation am Herzen hatte er sich nicht mehr erholt. Nach einem wochenlangen Aufenthalt in einer Klinik sei es sein Wunsch gewesen, in seine Schwabinger Wohnung zurückzukehren. Dort sei er in den letzten Wochen rund um die Uhr pflegerisch betreut und versorgt worden. In dieser Wohnung war im Februar 2012 eine unschätzbare Sammlung gefunden und beschlagnahmt worden. Dazu zählten Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde. Insgesamt handelte es sich um etwa 1400 Meisterwerke, von denen viele seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten.

Zuletzt Aufklärung zugesichert

Erst Anfang April hatte Gurlitt der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern vertraglich zugesichert, seine millionenschwere Sammlung auch nach dem Ende der Beschlagnahme von Experten untersuchen zu lassen und unter Nazi-Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Daraufhin gab die Staatsanwaltschaft Augsburg die Werke frei.

Bis er in das Zentrum der wohl spektakulärsten Kunstsensation der vergangenen Jahrzehnte geriet, hatte Gurlitt ein zurückgezogenes Leben in seiner Schwabinger Wohnung und seinem Haus in Salzburg geführt. "Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt in meinem Leben", sagte er in seinem einzigen Interview im "Spiegel".

ono/DPA DPA

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