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Video Knappes Gas: Alu-Gießerei lässt den Ofen aus

STORY: In der Aluminium-Gießerei Röders im niedersächsischen Soltau werden Teile für die Auto- und Maschinenbauindustrie hergestellt. Wichtige Kunden sind Volkswagen oder auch Continental. Die Schmelzöfen der Gießerei werden mit Gas betrieben. Mit Blick auf mögliche Gaslieferstopps aus Russland schrillen auch in Soltau die Alarmglocken. Schon jetzt hat Röders seinen Schicht-Betrieb umgestellt, um mit weniger Gas auszukommen. Drei Wochen lang wird jetzt in drei Schichten rund um die Uhr das Leichtmetall gegossen, dann bleiben die beiden Schmelzöfen eine Woche lang kalt, wie Firmenchef Gerd Röders erklärt: "Man muss wissen, dass so eine Gießerei hochzufahren, in Öfen anzuheizen und alles, sehr energieintensiv ist. Wenn sie läuft, können wir die Energie auf einem guten Level halten. Aber sie immer abends auszuschalten, über Nacht abzukühlen, morgens wieder anzuheizen, ist irre teuer. Und deswegen machen wir das jetzt so, dass wir sie entweder komplett dreischichtig laufen lassen oder ganz zumachen." Die Betriebsunterbrechung über eine oder womöglich noch mehr Wochen sei derzeit verkraftbar, weil die Auslastung aufgrund gestörter Lieferketten niedriger sei als üblich. Die Umstellung sei mit Kosten verbunden – doch weiter zu arbeiten wie bisher wäre angesichts der rapide steigenden Gaspreise noch teurer, erklärt Röders. Die Gasrechnung habe sich in diesem Jahr schon mehr als verdoppelt. Das müsse das Unternehmen über die Preise wieder hereinholen. "Auch unsere Kunden sind nicht daran interessiert, dass wir Pleite gehen. Insofern gehen wir auf unsere Kunden zu und sprechen mit ihnen. Und legen unsere Preise regelrecht offen. Und sagen, so und so sieht es aus, ihr müsst jetzt mehr bezahlen. Weil, es macht keinen Sinn Teile zu liefern, wo man Geld drauflegt und keins verdient." Die Aluminiumindustrie gehört neben der Chemie sowie der Stahl-, der Glas- und der Papierindustrie zu den größten Gasverbrauchern in Deutschland. Die Alu-Hersteller, hierzulande rund 240 Unternehmen mit insgesamt über 60.000 Beschäftigten, arbeiten schon länger an Notfallplänen. Von ihnen beziehen Gießereien wie Röders ihren Rohstoff.
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Die Aluminium-Gießerei Röders aus Soltau übt schon für das Krisenszenario einer gedrosselten Gasversorgung.

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