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Warnung vor Unwettern und Tornados: Die Atmosphäre brodelt

Gewitter haben vergangene Nacht gewütet, und sie werden es auch kommende Nacht tun. Tiefdruckgebiete lösen von Westen her die Sahara-Hitze über Deutschland ab. Dabei können sogar Tornados entstehen.

Brennende Häuser, reißende Fluten auf den Straßen und voll gelaufene Keller: Unwetter mit Blitz und Donner haben in Teilen Deutschlands kräftig gewütet. Und die Atmosphäre brodelt weiter. Meteorologen halten es sogar für möglich, dass sich in der kommenden Nacht Tornados bilden. Ob oder wo sich die zerstörerischen Windhosen bilden, lässt sich aber nicht mit Sicherheit vorhersagen.

"Die Wetterlage hat Zunder", sagt Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Leute, bleibt lieber zu Hause", rät er sogar. Die Experten gehen von heftigen Unwettern in der Nacht aus, die dann eine merkliche Wetteränderung mit sich bringen sollen. Den Gewittern und heftigen Regenfällen soll wechselhaftes Wetter mit moderaten Temperaturen folgen.

"Da ging quasi die Welt unter"

Die Unwetter in der Nacht zum Donnerstag hatten bereits erhebliche Schäden angerichtet. So hielt in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) das Dach eines Supermarktes den Wassermassen nicht stand und brach ein. Die Mitarbeiter konnten sich in Sicherheit bringen. In Bremen sprengte ein Blitz den Schornstein eines Hauses, verletzt wurde niemand. Betroffen waren auch Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und des Saarlands betroffen.

"Im gesamten Gebiet ging quasi die Welt unter", sagte Britta Breuers von der Polizeidirektion in Oldenburg in Niedersachsen. In Bremen und sechs Landkreisen in Niedersachsen brannten mehrere Gebäude, nachdem Blitze eingeschlagen waren. Fast 100 Einsätze hielten Feuerwehr und Polizei in Bremen auf Trab. Ein Dachstuhl ging in Flammen auf, es entstanden 250.000 Euro Schaden. In Hamburg war die Feuerwehr wegen überfluteter Straßen und Keller im Dauereinsatz.

Abbrechender Ast trifft Kleintransporter

In Mecklenburg-Vorpommern richteten die Hitzegewitter teils erhebliche Schäden an. Im Raum Rostock knickten Sturmböen mehrere Bäume um. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim brach Stunden nach dem Gewitter ein fünf Meter langer Ast von einem Baum und stürzte auf die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Kleintransporters. Das Auto geriet ins Schleudern, der Fahrer wurde leicht verletzt.

In Nordrhein-Westfalen vertrieben ebenfalls Gewitter und starker Regen den kurzen Bilderbuchsommer. In Gütersloh standen nach Polizeiangaben 120 Keller und Tiefgaragen unter Wasser. Auch im Rhein-Sieg-Kreis kämpften Polizei und Feuerwehr gegen Wassermassen.

Blitzeinschläge und vollgelaufene Keller

Ein Blitzeinschlag setzte in Arendsee in Sachsen-Anhalt eine Scheune in Brand, wie ein Polizeisprecher in Magdeburg sagte. Das Gebäude brannte vollständig nieder. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr schätzte den Sachschaden zunächst auf 100.000 Euro. Zudem stürzten während des Unwetters viele Bäume um.

Viel Regen verursachte auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zahlreiche Einsätze der Feuerwehr. Keller liefen voll, Straßen waren überschwemmt.

dho/DPA / DPA