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Untersuchung in Moskau: Schädelfragmente von Adolf Hitler echt: Forscher beenden Verschwörungstheorien

Schon vor Jahren konnten westliche Wissenschaftler Schädelreste von Adolf Hitler untersuchen. Ihre Erkenntnisse haben französische Forscher nun "zweifelsfrei" bestätigt: Hitler hat sich 1945 nicht nach Argentinien abgesetzt.

Adolf Hitler - Schädel und Gebiss zweifelsfrei identifiziert

Adolf Hitler im Teehaus am Mooslahnerkopf am Obersalzberg: Laut französischen Forschern gibt es keinen Zweifel mehr, dass in Moskau gelagerte Schädel- und Gebissfragmente von dem NS-Führer stammen (Aufnahme aus dem Film "Wer war Hitler?")

DPA

Dass Verschwörungstheorien darüber, dass vorzugsweise in Südamerika überlebt habe, sich so lange halten konnten, hat seinen Ursprung in den letzten Tagen des Nazi-Reichs. Als Berlin zu fallen drohte, beging der NS-Führer zusammen mit seiner Ehefrau Eva Braun Selbstmord. Die Leichname wurden gemäß Hitlers Anordnung verbrannt. Angehörige der Roten Armee gruben am Führerbunker nach der Übernahme Berlins die verscharrten Leichenreste schließlich aus und brachten das, was das Feuer übrig gelassen hatte, nach Moskau. Dort identifizierten angeblich ein Zahntechniker und eine Zahnarzthelferin das Gebiss als das von Hitler. Doch selbst Josef Stalin glaubte diesem Beweis wohl nicht und soll später gemutmaßt haben, Hitler habe sich nach Spanien, Argentinien oder mit einem japanischen U-Boot abgesetzt. Der "Führer" blieb zur Fahndung ausgeschrieben.

All dem und allem, was daraus in den folgenden Jahrzehnten gemacht wurde, wollen französische Wissenschaftler nun endgültig eine Ende gesetzt haben. Nach Untersuchung des in Moskau aufbewahrten Gebisses stehe zweifelsfrei fest, das Adolf Hitler 1945 gestorben sei, sagte der Rechtsmediziner Philippe Charlier der Nachrichtenagentur AFP. Damit seien alle Verschwörungstheorien ausgeräumt. "Er ist nicht in einem U-Boot nach Argentinien geflohen, er ist nicht in einem versteckten Stützpunkt in der Antarktis oder auf der Schattenseite des Mondes", fügte Charlier hinzu. Hitlers Zähne seien "authentisch, es ist kein Zweifel möglich". Dies habe ein Abgleich mit Röntgenbildern von Hitlers Kopf aus dem Jahr vor seinem Tod ergeben.

Adolf Hitler - Fragment der Schädeldecke mit Durchschussloch

Ein Fragment der Schädeldecke von Adolf Hitler, das in der Ausstellung "Agonie des Dritten Reiches. Vergeltung" zum 55. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im Jahr 2000 in Moskau gezeigt wurde.

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Adolf Hitler: Schädel schon vor Jahren untersucht

Charlier hatte das Gebiss mit vier anderen Wissenschaftlern untersucht. Die Ergebnisse wurden am Freitag im Fachblatt "European Journal of Internal Medicine" veröffentlicht. Demnach hatte Hitler schlechte und einige falsche Zähne. Charlier führte aus, dass keine Fleischfasern an den Zähnen gefunden wurden, was dazu passe, dass Hitler Vegetarier war.

Wie es heißt, hatte der russische Geheimdienst FSB im März und Juli 2017 erstmals seit 1946 Wissenschaftlern erlaubt, Hitlers Knochen zu untersuchen. Ein französisches Forscherteam durfte ein Schädelfragment analysieren. Es wies ein Loch in der linken Hälfte auf, das wahrscheinlich durch eine Kugel verursacht wurde. Wie die Franzosen zu dieser Darstellung kommen, ist nicht ganz klar, denn auch der amerikanische Anthropologe Nick Bellantoni und der deutsche Kriminalbiologe Mark Benecke konnten bereits vor Jahren die mutmaßlichen sterblichen Überreste des NS-Führers in den Archiven des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB untersuchen, was jeweils durch die Medien ging und auch im Internet vielfach dokumentiert ist. Immerhin kann das Team um Charlier, der auch an der Analyse des Herzens von Richard Löwenherz beteiligt war, nun eine offizielle Veröffentlichung vorweisen.

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Gift, Schuss in den Kopf: Hitler wählte beide Methoden

Es wird aufgrund glaubwürdiger Zeugenaussagen allgemein davon ausgegangen, dass Hitler am 30. April 1945 im Führerbunker in Suizid beging, als die Niederlage von Nazi-Deutschland unabwendbar war. Die Untersuchung des Schädelfragments sei hinsichtlich der Todesart von Interesse, sagte Charlier. "Wir wussten nicht, ob er eine Zyanidkapsel benutzte, um sich zu töten, oder ob es eine Kugel in den Kopf war."

Aller Wahrscheinlichkeit nach habe Hitler beide Methoden angewandt. An den Zähnen wurden laut Charlier aber keine Pulverspuren gefunden. Der Schuss sei also offenbar nicht in den Mund, sondern in die Stirn oder den Nacken abgegeben worden. Bläuliche Ablagerungen an Hitlers falschen Zähnen könnten laut Charlier auf eine chemische Reaktion zwischen Zyanid und dem Metall der Prothesen hindeuten.

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dho mit / AFP