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Auktion des Führer-Paradewagens: Acht Millionen Euro für Hitlers Mercedes – das war nicht genug

Für den Parade-Mercedes, mit dem Adolf Hitler durch München und Berlin kutschiert wurde, wurden "nur" acht Millionen Euro geboten – da behielt der Besitzer das Fahrzeug lieber. Vermutlich hat die negative Publicity durch den Namen Hitler viele Interessenten abgeschreckt.


Hitler und Mussolini fuhren in Wagen mit der Nummer 189744 durch München.

Hitler und Mussolini fuhren in Wagen mit der Nummer 189744 durch München.

Diese Versteigerung sollte der Höhepunkt von Scotsdale 2018 sein: Ein Mercedes, der Adolf Hitler gehörte, sollte versteigert werden. Das ist schon außergewöhnlich, doch hinzu kommt der sehr gute Zustand des Mercedes-Benz 770K "Großer Offener Tourenwagen" und die Tatsache, dass seine Geschichte zweifelsfrei belegt ist. Daran unterscheidet sich der Parade-Benz von vielen Gegenständen aus dem Umfeld Hitlers.

Der Wagen befindet sich in einem perfekten Zustand.

Der Wagen befindet sich in einem perfekten Zustand.

Für ihn wurden acht Millionen Euro geboten, aber das war dem Besitzer nicht genug.  Er gab den Wagen dafür nicht weg. In der Tat gibt es nur noch fünf Exemplare des außergewöhnlichen Mercedes-Benz 770K "Großer Offener Tourenwagen".

Sieben Millionen wären ein guter Preis, wenn der Vorbesitzer und die Vorgeschichte nicht wären. Vor der Versteigerung gab es Bedenken, dass der Wagen an einen rechten Nazi-Sammler gehen könnte.

Oldtimer-Limousine: Mercedes-Benz Typ 770: Hitlers Hauptparadewagen wird versteigert

Darum sollten auch zehn Prozent des Kaufpreises an das Simon Wiesenthal Center gehen. Michael Rubinoff, Historiker und Professor am Arizona State University's College of Integrative Sciences and Arts hatte wegen des Preises keine Sorge, dass das Auto von einem Nazi gekauft würde. "Neonazis sind meist keine besonders wohlhabenden Menschen. Meist stehen sie außerhalb des Systems und die Leute mit so viel Geld stehen immer mitten im System", sagte er schon vor der Auktion.

Auto der Superlative

Gebaut wurde der Wagen 1939. Angetrieben wird der Tourenwagen von einem gigantischen 7,7-Liter-Reihen-Achtzylindermotor. Der Wagen war schon damals extrem teuer, aufwändig und robust konstruiert. Gebaut wurde er mit der Hand. Denn genau genommen waren Technik und Fahrgestell festgelegt, doch die Aufbauten wurden der illustren Kundschaft individuell angepasst. Viele der damaligen Konkurrenten hatten mehr Zylinder, aber keiner konnte mit der Leistung von 230 PS mithalten, die der Kompressor entfesselte.

Negativ-Publicity durch Vorbesitzer Hitler

Auch ohne den Vorbesitzer wäre der perfekt erhaltene "Große Offene Tourenwagen" ein Highlight der Auktion, nun sieht es so aus, als hätte der Name Hitler und der zu erwartende Rummel, potenzielle Bieter abgeschreckt. Von den riesigen Autos wurden nur wenige gebaut und nur eine Handvoll hat die Zeiten überlebt.  "Selbst wenn man die Vorbesitzer beiseite lässt, dann sind die erhaltenen Exemplare des Mercedes-Benz 770 die weltweit größte Errungenschaft in Sachen Automobildesign, Ingenieurskunst und Technik", sagte Rod Egan, der Experte von Worldwide Auctioneer.  

Kein Zweifel an der Herkunft 

Anders als viele Gegenstände aus der Umgebung Hitlers ist die Lebensgeschichte dieses Autos lückenlos nachgewiesen. Der Wagen trägt die Nummer 189744. Er wurde am 2. September 1938 von Hitlers Chauffeur Kempka direkt beim Mercedes-Vorstand bestellt: "Kommissionsnummer 303 305, Großer Mercedes, offener Tourenwagen W150 für den Führer und Reichskanzler, vierter Führerwagen". 

Kempka, der auch als Leibwächter fungierte, legte großen Wert auf den maximalen Schutz der Insassen, soweit das bei einem Cabrio möglich war. Die Frontscheibe von 189744 bestand aus 30 mm kugelsicherem Verbundsicherheitsglas. Panzerplatten schützten die Passagiere. Eingesetzt wurde 189744 als Gastwagen für Staatsbesuche. Mit ihm kutschierte Hitler den italienischen Diktators Benito Mussolini durch München. Am 6. Juli 1940 benutzte Hitler ihn für die Siegesparade in Berlin nach der Niederlage Frankreichs. 

Hitlers Chauffeur Kempka orderte den Einbau von Panzerplatten an.

Hitlers Chauffeur Kempka orderte den Einbau von Panzerplatten an.

Nach den Paraden 

1943 ging der Wagen zur Wartung zurück ins Werk. Von Hitler wurde er nicht mehr benutzt. Nach Stalingrad war die Zeit der prächtigen Paraden vorüber. Fahrer Kempka blieb in der Umgebung Hitlers. Er gehörte zu den letzten Vertrauten, die 1945 in der Reichskanzlei ausharrten. Zusammen mit dem Adjudanten Günsche und dem Diener Linge verbrannte Kempka die Leichen Hitlers und Eva Brauns – mit dem letzten Benzin, das er vorher aus den Tanks der verbliebenen Mercedes-Karossen abgesaugt hatte.  

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.