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Abgestürzte russische Maschine: "Charlie Hebdo" vergleicht Airbus-Absturz mit Porno

Ein Flugzeug, dessen Heck auffällig einer spezifischen Körperöffnung gleicht, und eine Rakete, die hineinfliegt - so karikiert  "Charlie Hebdo" den Airbus-Absturz in Ägypten. Für viele eine geschmacklose Provokation.

Trümmer des abgestürzten Airbus 321 in Ägypten

Trümmer des abgestürzten Airbus 321 in Ägypten: Ermittler gehen davon aus, dass eine Bombenexplosion an Bord des Flugzeugs zu der Tragödie führte

Wenige Tage nachdem eine russischer Passagiermaschine in Ägypten abgestürzt war, löste "Charlie Hebdo" mit zwei Karikaturen einen entsetzten Aufschrei aus. Nun legt die Satirezeitschrift sogar noch nach.  In der neuesten Ausgabe veröffentlichte "Charlie Hebdo" eine Karikatur, die den Absturz des Airbus 321 in einen pornographischen Kontext rückt. Die Zeichnung zeigt ein Flugzeug, dessen Heck auffällig einer spezifischen Körperöffnung gleicht, und eine Rakete, die hineinfliegt. "Absturz über dem Sinai - Hier endlich das Sextape", lautet die Überschrift dazu.

Mit der Karikatur löst "Charlie Hebdo" erneut eine breite Welle der Empörung vor allem in der russischen Öffentlichkeit aus. Auf Twitter schrieb der Menschenrechtsbeauftragte des russischen Außenministeriums: "Die armen Seelen von 'Charlie Hebdo' zeigen beharrlich, dass sie weder mit Journalismus noch mit Pressefreiheit noch mit menschlicher Moral etwas am Hut haben."

Der Pressesprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitrij Peskow, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Tass: "Wir und unser Konsulat in Frankreich bekommen viele Briefe von französischen Bürgern. Sie alle schreiben, dass sie sich für ihre Mitbürger schämen. Wie können dem nichts mehr hinzufügen."

#JeNeSuisPasCharlie

Bereits in der vergangenen Woche sorgte die Satirezeitschrift mit zwei Karikaturen für einen Skandal. Eine der Zeichnungen zeigte einen Islamisten, der Schutz vor herabstürzenden Leichen und Flugzeugtrümmern sucht. Die Überschrift lautete: "IS: Die russische Luftwaffe verstärkt ihre Bombardierungen." Auf der zweiten Karikatur war ein Schädel mit Sonnenbrille vor dem abgestürzten Flugzeug im Hintergrund zu sehen. "Die Gefahren russischer Billigflieger", stand dazu geschrieben.

"In unserem Land nennt sich das Sakrileg, das hat weder mit Demokratie noch mit künstlerischer Freiheit etwas zu tun", sagte damals Peskow dazu. Im Netz drückten Tausende ihre Empörung unter dem Hashtag #JeNeSuisPasCharlie ("Ich bin nicht Charlie") aus. Der Hashtag ist an den Slogan #JeSuisCharlie angelehnt. Nachdem Islamisten am 7. Januar 2015 die Redaktion von "Charlie Hebdo" stürmten und zwölf Menschen erschossen, solidarisierte sich die Weltgemeinschaft unter diesem Motto mit der Satirezeitschrift.

Am 31. Oktober stürzte der Airbus 321 der russischen Airline Kogalymavia über dem Sinai ab. Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass ein Terroranschlag eines Ablegers des Islamischen Staates dafür verantwortlich ist. Russland trauert um die 224 Passagiere und Besatzungsmitglieder, die ihr Leben verloren haben.

ivi