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Attentat auf indisches Konsulat: Acht Kinder bei Anschlag in Afghanistan getötet

Bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe des indischen Konsulats sind acht Kinder ums Leben gekommen. Außerdem sollen 22 Menschen verletzt worden sein. Die Taliban weisen die Verantwortung von sich.

Bei einem Selbstmordanschlag auf das indische Konsulat in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind acht Kinder in einer nahe gelegenen Moschee getötet worden. Auch ein erwachsener Zivilist und die drei Attentäter seien ums Leben gekommen, sagte der Polizeichef der Provinz Nangarhar, Scharifullah Amin. 22 Menschen seien bei dem Anschlag am Samstag in der Provinzhauptstadt verletzt worden.

"Ein Auto voller Sprengstoff hat eine Absperrung nahe dem Konsulat gerammt und ist explodiert", sagte ein Sprecher der Provinz Nangarhar. In dem Wagen hätten drei Selbstmordattentäter gesessen. Der Sprecher gab die Zahl der Toten zunächst mit drei an. Die Explosion in der Provinzhauptstadt beschädigte umliegende Wohnhäuser und Geschäfte. Mehrere Krankenwagen waren im Einsatz, wie ein Fotograf berichtete. Sicherheitskräfte riegelten die Gegend ab.

Ein Sprecher des indischen Außenministeriums schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Explosion habe sich vor dem Konsulat ereignet. Die Beamten der diplomatischen Vertretung seien in Sicherheit. Aus der indischen Botschaft in Kabul hieß es, Inder seien nicht zu Schaden gekommen. Die Wucht der Detonation habe lediglich die Fensterscheiben des Konsulats zerstört.

2014 verlassen internationale Schutztruppen das Land

"Das Ziel der Attentäter war das indische Konsulat in Dschalalabad, aber sie wurden von der Polizei rund 100 Meter vor dem Konsulat identifiziert und zündeten ihren Sprengstoff in der Nähe einer Moschee", sagte Amin. In dem Gotteshaus seien Kinder zum Koranstudium versammelt gewesen. Die Taliban erklärten, sie seien nicht für den Anschlag verantwortlich. "Unsere Kämpfer haben keinen Angriff in Dschalalabad ausgeführt", sagte der Sprecher der radikalen Islamisten, Sabihullah Mudschahid.

Indische Einrichtungen in Afghanistan waren bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Im Jahr 2008 wurden bei der Explosion einer Autobombe vor dem Gelände der indischen Botschaft in Kabul 60 Menschen getötet. Auch Dschalalabad, das an einer wichtigen Verbindungsstraße von Pakistan nach Kabul liegt, wird immer wieder von Anschlägen erschüttert. Ende Mai griffen Unbekannte das Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in der Stadt an und töteten einen afghanischen Wachmann.

In jüngster Zeit hat die Zahl der tödlichen Anschläge in Afghanistan wieder zugenommen. Mitte Juni übernahmen afghanische Kräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung; bis Ende 2014 sollen die internationalen Kampftruppen Afghanistan verlassen.

ds/DPA/AFP / DPA