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Flugzeugabsturz in Indonesien: "Nein, nein, keine Überlebenden"

Das Unglück geschah kurz nach dem Start: In Indonesien ist ein Militärflugzeug mit 113 Menschen an Bord in ein Wohngebiet der Millionenstadt Medan gestürzt. Bislang sind 49 Tote geborgen - laut Luftwaffenchef gibt es keine Überlebenden.

Zahlreiche Tote, Häuser in Trümmern, Autos in Flammen: Bei einem Flugzeugunglück in Indonesien sind am Dienstag vermutlich mindestens 116 Menschen ums Leben gekommen. Der Luftwaffenchef des Landes rechnete am Dienstag nach einem Besuch der Absturzstelle in der Millionenstadt Medan auf der Insel Sumatra nicht mit Überlebenden. Wenige Stunden zuvor war eine Militärmaschine mit 113 Menschen an Bord in ein Wohngebiet gestürzt.

"Nein, nein, keine Überlebenden. Ich komme gerade von der Absturzstelle", sagte Luftwaffenchef Agus Supriatna auf die Frage nach möglichen Überlebenden. Die Maschine vom Typ Hercules C-130 war Minuten nach dem Start abgestürzt und in Flammen aufgegangen, wie die Armee mitteilte.

101 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder an Bord

Mindestens 49 Tote seien bereits geborgen worden, sagte Supriatna. An Bord der Maschine waren demnach 101 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Von Gebäuden rings um die Absturzstelle waren nur noch Trümmer übrig. Autos standen in Flammen. Einwohner des Viertels drängten sich vor den Polizeiabsperrungen, um einen Blick auf das qualmende Wrack zu erhaschen.


"Es war sehr beängstigend", sagte Novi, die von ihrem nahegelegenen Arbeitsplatz aus das tieffliegende Flugzeug beobachtet hatte. Mit ihren Kollegen einer internationalen Schule sei sie sofort zum Absturzort geeilt, wo alles "sehr schlimm" ausgesehen habe. Ein anderer Einwohner sagte, das Flugzeug habe kurz vor dem Absturz offenbar Probleme gehabt: "Ich habe das Flugzeug aus der Richtung des Flughafens kommen sehen und es hat sich schon nach unten geneigt, dann habe ich Rauch aufsteigen sehen."

Absturz kurz nach dem Start

Die Angaben über die Zahl der Insassen der Maschine gingen zunächst auseinander: Während die Streitkräfte anfangs lediglich von zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord des mit Militärgütern beladenen Flugzeugs sprachen, sagte ein Sprecher des Luftwaffenstützpunktes in Medan, es seien weitere 31 Menschen in Medan zugestiegen - hauptsächlich Familien von Offizieren; möglicherweise seien aber zuvor bereits bei anderen  Zwischenstopps weitere Passagiere an Bord gegangen.

Der Absturz ereignete sich nur zwei Minuten nach dem Start um 12.08 Uhr Ortszeit. Der Stützpunkt liegt rund fünf Kilometer von Medan entfernt. Nach Angaben von Rettungskräften wurden mindestens drei Menschen am Boden getötet. Die 51 Jahre alte Maschine prallte unter anderem gegen ein kleines Hotel und einen Massagesalon. Präsident Joko Widodo äußerte sich bestürzt und sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kondolierte.

Bereits 2005 hatte sich in Medan, einer Stadt von rund zwei Millionen Einwohnern, ein verheerender Flugzeugabsturz ereignet. Damals war ein Passagierflugzeug der heimischen Fluggesellschaft Mandala ebenfalls kurz nach dem Start in einem dichtbesiedelten Vorort abgestürzt, dabei kamen insgesamt 150 Menschen ums Leben. Medan ist die größte indonesische Stadt außerhalb der Hauptinsel Java und ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum.

amt/stb / AFP
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