Indonesien Fähre sinkt mit mehr als 540 Passagieren


Inmitten eines Sturms ist vor der indonesischen Insel Java eine Fähre mit mindestens 542 Menschen an Bord gesunken. Rettungskräfte konnten bis zum Einbruch der Nacht 68 Überlebende bergen.

Nach dem Fährunglück vor der indonesischen Insel Java behindern heftiger Wind und hohe Wellen die Suche nach weiteren Überlebenden. "Wir befürchten, dass viele ums Leben kamen", sagte ein Mitarbeiter der Hafenverwaltung in Semarang, Slamet Bustam. In seinem letzten Funkkontakt informierte der Kapitän der "Senopati" die Hafenbehörde nach Angaben der Marine am Freitag gegen Mitternacht, das Schiff sei schwer beschädigt und sinke. Bustam erklärte, bis zu fünf Meter hohe Wellen seien über das Deck der Fähre hereingebrochen.

Suchaktion wird fortgesetzt

Überlebende berichteten, an Bord hätten Passagiere um Rettungswesten gekämpft. Zwei Schiffe der Marine suchten im Unglücksgebiet, fanden aber bei schlechter Sicht keine Überlebenden. Die Suchaktion werde trotz des schlechten Wetters fortgesetzt, sagte Verkehrsminister Hatta Radjasa in Semarang. Vor dem Büro der Fährgesellschaft PT Prima Fista versammelten sich besorgte Angehörige von Passagieren. "Ich warte auf meine Mutter, Tante, Schwester und meinen Neffen, die mit mir Silvester feiern wollten", sagte der 26 Jahre alte Yulis.

Der Verkehrsminister erklärte, er gehe angesichts der Passagierlisten von 542 Passagieren an Bord aus. Schiffe in Indonesien haben jedoch oft deutlich mehr Menschen an Bord als in den Listen angegeben. Die örtlichen Medien sprachen von 200 bis 600 Passagieren. Die Fähre kenterte auf dem Weg von Java nach Borneo in stürmischer See 40 Kilometer vor der Küste der Insel Mandalika. Kurz zuvor war am Freitag ein Schiff mit 100 Menschen an Bord vor der Nordwestküste Sumatras gesunken. Drei Menschen kamen nach Angaben des Verkehrsministers ums Leben, 26 wurden vermisst.

AP


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