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Smartphone-App "Ingress" Protest gegen Google-Spiel in KZ-Gedenkstätten


Beim Google-Spiel "Ingress" geht es um eine Eroberungsschlacht in der virtuellen Welt, für die auch reale Orte besucht werden müssen. Die sogenannten "Portale" liegen offenbar auch in KZ-Gedenkstätten. Nun regt sich Protest.

Vertreter der Überlebenden des Holocaust und die KZ-Gedenkstätte Dachau haben gegen das Smartphone-Spiel "Ingress" der Google-Tochter Niantic Labs protestiert. Sie stören sich daran, dass KZ-Gedenkstätten in Deutschland und Polen als Spielfelder für "Ingress" benutzt worden sind. Über die Verwendung der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Gedenkzeichen als Spielorte in dem Augmented-Reality-Game hatte das "ZEITmagazin" berichtet.
Bei "Ingress", das weltweit von Millionen Nutzern auf Smartphones und Tablet-Computern gespielt wird, geht es um eine Eroberungsschlacht in einer virtuellen Welt. Die Spieler müssen sich dabei an bestimmte Orte in der realen Welt begeben, um dort in der virtuellen Welt sogenannte Portale zu erobern und zu zerstören. Nach Recherchen der "Zeit" wurden solche Portale auch an Holocaust-Gedenkstätten und auf dem Gelände ehemaliger Konzentrationslager errichtet. Die Standorte der Portale werden von den Spieler vorgeschlagen und dann von Niantic Labs freigeschaltet.

"Wichtiger Ort der Trauer"

Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, erklärte am Donnerstag, der Friedhof sei für die Hinterbliebenen ein wichtiger Ort der Trauer. "Dass er von Google für ein Unterhaltungsspiel benutzt wird, ist eine Demütigung der Opfer und der Angehörigen." Google müsse selbst dafür sorgen, dass keine Gedenkstätten des Holocaust zu Spielzwecken missbraucht werden.

Die "Zeit" berichtete, Google habe inzwischen die Portale in Dachau entfernt. Der Häftlingsfriedhof, der ebenfalls zur Gedenkstätte gehöre, sei jedoch immer noch Spielzone.

fin DPA

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