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Mindestens sechs Tote: Schiff mit 170 Passagieren in Kolumbien gesunken

Ein Bootsausflug in Kolumbien hat ein tragisches Ende genommen: Das vollsetzte Schiff sank innerhalb weniger Minuten auf einem Stausee im Nordwesten des Landes. Die Suche nach Vermissten hält an.

Soldaten und Rettungskräfte suchen am Ort des Schiffsunglücks auf einem Stausee in Kolumbien nach Vermissten

Soldaten und Rettungskräfte suchen am Ort des Schiffsunglücks auf einem Stausee in Kolumbien nach Vermissten

Am Sonntag ereignete sich ein tragischer Unfall in einem Feriengebiet in Kolumbien. Ein Ausflugsschiff mit rund 170 Menschen an Bord sank innerhalb von Minuten aus einem Stausee im Nordwesten des Landes. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Von einer Überladung des Schiffes gingen die Behörden nicht aus.

Mehr als 130 Menschen überlebten das Unglück. Helfer auf Jet-Skis und in Booten eilten zur Unglücksstelle. Viele der Passagiere wurden von anderen Booten aufgenommen, andere retteten sich selbst ans Ufer. Mindestens sechs Passagiere starben jedoch. "Es sank extrem schnell, alles geschah in wenigen Minuten", sagte der Feuerwehrmann Luis Bernardo Morales. Der Gouverneur des Verwaltungsbezirks Antioquia, Luis Pérez, sagte, bei den sechs Toten handle es sich um vier Frauen und zwei Männer. "Drei von ihnen sind im Krankenhaus gestorben, nachdem sie gerettet worden waren, und drei andere wurden am Unglücksort leblos aufgefunden", sagte Pérez vor Journalisten.

Suche nach Vermissten hält an

Präsident Juan Manuel Santos sprach zudem von 31 Vermissten. Der Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Carlos Iván Márquez, sagte hingegen, es gebe eine "unbestimmte Zahl" Vermisster. 133 Menschen seien gerettet worden, ihnen gehe es gut. 

Santos wies die Taucher an, auch in der Nacht die Suche nach den Vermissten fortzusetzen. Allerdings musste der Rettungseinsatz wegen eines Gewitters unterbrochen werden. Laut Gouverneur Pérez sollte der Einsatz am Montagmorgen (Ortszeit) fortgesetzt werden.

An der Bergung waren zudem drei Hubschrauber von Luftwaffe und Armee sowie mehrere örtliche Rettungsteams beteiligt. Das Rathaus von Guatapé rief eine dreitägige Trauer aus. Die Gegend ist bei Kolumbianern beliebt. Sie verbringen dort gerne verlängerte Wochenenden, um Bootsausflüge zu machen, Jet-Ski zu fahren oder zu fischen.

Unglücksursache bisher unbekannt

Eine Überladung des Schiffes als mögliche Unglücksursache schlossen sowohl Marquez als auch Santos weitgehend aus. "Nach meinem jetzigen Kenntnisstand war die zugelassene Passagierzahl höher als die Zahl der Menschen, die sich zum Unglückszeitpunkt an Bord befanden", sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde. Das Schiff sei aus ungeklärter Ursache "sehr schnell und sehr plötzlich" gesunken.

Auch Santos sagte, nach seinen Informationen seien die Kapazitäten der "Almirante" noch nicht ausgeschöpft gewesen. Deshalb sei es kaum möglich, dass sie überlastet gewesen sei. Dem Präsidenten zufolge sollten am Montag Experten am Unglücksort eintreffen, um die Ursache zu ermitteln.

fri / AFP