HOME

Buschbrände: Rauch und Asche aus Australien erreichen Neuseeland – und färben die Gletscher

Die seit Wochen wütenden Buschbrände in Australien haben nun auch Auswirkungen auf Neuseeland. Dort haben Rauch und Asche der Brände den Himmel gefärbt - genau so wie Gletscher, die "karamellisiert" wurden.

Asche und Rauch aus Australien ließen die Sonne in Neuseeland feuerrot glühen

Asche und Rauch aus Australien ließen die Sonne in Neuseeland feuerrot glühen

Picture Alliance

Die Brände in Australien wüten weiter - und die Lage spitzt sich zu. In Teilen des Landes wurde der Notstand verhängt. Touristen und Bewohner sollen die Feuergebiete im Südosten angesichts einer neuen, für das Wochenende erwarteten Hitzewelle verlassen. Mittlerweile hat sich die Zahl der Menschen, die seit dem Ausbruch der ersten Feuer bei den Bränden starben, auf 17 erhöht, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet. Dutzende werden vermisst. Allein in Victoria war das Schicksal von 17 Menschen ungewiss.

Doch die katastrophalen Buschbrände haben mittlerweile auch Auswirkungen auf das tausende Kilometer entfernte Nachbarland Neuseeland. Dort färbte herübergewehte Asche sonst schneeweiße Gletscher bräunlich, wie Nutzer am Donnerstag im Internet berichteten. Die australischen Rauchwolken hatten an Neujahr erstmals Neuseeland erreicht, als die Sonne je nach Intensität des Qualms eigentümlich rot oder gold gefärbt am Himmel stand.

"Karamellisierter Schnee" durch Brände in Australien  

"Wir können die Brände hier in Christchurch riechen", schrieb die Twitter-Nutzerin Miss Roho. Eine Frau namens Rachel postete ein Foto des braun eingefärbten Franz-Josef-Gletschers, der mehr als 2000 Kilometer von Australien entfernt ist. Grund für den "karamellisierten Schnee" sei die Asche der Buschbrände, schrieb sie. Einen Tag zuvor sei der Gletscher noch weiß gewesen.

 

Ein ähnliches Phänomen gab es ungefähr vor einem Monat auch auf dem Tasman-Gletscher, wie ein Reiseführer dem neuseeländischen Fernsehsender TVNZ berichtete: "Als die erste Welle von Rauch vor ungefähr einem Monat rüberkam, befleckte sie den größten Teil des Schnees orange, aber [sie] konnten keinen sichtbaren Rauch sehen oder riechen, abgesehen davon, dass er etwas trüb war."

Rauch sorgt für spektakuläre Bilder

Der neuseeländische Wetterdienst MetService schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Der Rauch, der über 2000 Kilometer über die Tasmanische See gezogen ist, ist deutlich sichtbar". Die Sicht liege in den am schlimmsten betroffenen Regionen unter zehn Kilometern. Auf Facebook schrieb der Wetterdienst weiter: "Rauchpartikel in den geringen Mengen, die wir über NZ gesehen haben, haben im Allgemeinen keinen bestimmenden Einfluss auf das Wetter. Es wirkt jedoch wie ein 'Wolkenkondensationskern', der die Bildung von Wolkentröpfchen erleichtert (häufig als Dunst wahrgenommen) und sogar zur Bildung von Blitzeinschlägen beitragen kann, wenn sich bereits ein Gewitter gebildet hat."

TRUE COLOUR SATELLITE SHOWS SMOKE FROM AUSTRALIAN FIRES As a meteorologist, we often look to satellite imagery over the...

Gepostet von MetService New Zealand am Montag, 30. Dezember 2019

In großen Mengen, wie es derzeit in Australien zu beobachten ist, könne Rauch aber auch einen großen Einfluss auf das Wetter haben, sodass genügend Wolken für Regen oder sogar Gewitter entstehen könnten, so MetService weiter. In Neuseeland sorgte der Zug von Rauch und Asche allerdings eher für spektakuläre Bilder von Himmel und Sonne, wie einige Nutzer auf Twitter posteten.

"Es sind kleine Partikel in der Luft, die groß genug sind, um mit dem Licht der Sonne zu interagieren, weshalb es trüb aussieht und das Licht gestreut wird", sagte die Meteorologin Tahlia Crabtree dem "New Zealand Herald". In diesem Fall würden die Blautöne gestreut, wodurch die Farben Rot und Orange stärker leuchten würden, was sich besonders bei Sonnenauf und- untergang zeigt.

Dennoch gibt es laut dem "New Zealand Herald" Berichte, wonach Autofahrer im Süden des Landes länger mit Scheinwerfern fahren mussten und Asthmatiker den Aufenthalt im Freien meiden würden.

Quellen: Nachrichtenagenturen DPA, AFP, TVNZ, "New Zealand Herald"

rw