HOME
+++ Ticker +++

News des Tages: "Was für eine Scheiße!" - Juncker platzt im EU-Parlament der Kragen

Bundestag ist offline +++ Isolationshaft für Norwegens Massenmörder Anders Breivik ist rechtens +++ Francois Fillon bleibt Präsidentschaftskandidat +++ Zahl der Arbeitslosen gesunken +++ Die News des Tages im stern-Ticker

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker platzte bei seiner Rede der Kragen

+++ 21.15 Uhr: Pro-Amerikanische Rebellen in Syrien versehentlich bombardiert +++

Russische und syrische Kampfflugzeuge haben nach Darstellung des US-Verteidigungsministeriums versehentlich Stellungen syrischer Rebellen bombardiert, mit denen die USA zusammenarbeiten. Die Kampfflieger hätten vermutlich die Terrormiliz Islamischer Staat treffen wollen, sagte US-General Stephen Townsend. Stattdessen seien aber Aufständische in mehreren Dörfern nordöstlich von Aleppo unter Feuer genommen worden, die der von den USA geführten Anti-IS-Koalition angehören. Die US-Kräfte hätten über ihre Koordinierungs-Kanäle die russischen Streitkräfte auf den Fehler hingewiesen, das Feuer sei daraufhin eingestellt worden. Es habe Verletzte gegeben, sagte Townsend, ohne jedoch Zahlen zu nennen.

+++ 20.36 Uhr: Tödliche Schüsse bei Streit unter Nachbarn +++

Bei einem Nachbarschaftsstreit in Kassel ist am Mittwoch ein 47 Jahre alter Mann erschossen worden. Seine 30 Jahre alte Ehefrau wurde an Armen und Beinen schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten nahmen einen 68-jährigen Nachbarn fest, der die Schüsse abgefeuert haben soll. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Nach ersten Erkenntnissen war ein Streit unter den Mietern eines Vierfamilienhauses eskaliert. Dabei sei der 47-Jährige am Oberkörper getroffen worden. Er starb kurz nach der Tat im Krankenhaus.

+++ 20.18 Uhr: Studie: Fossilienfund deutet auf Leben vor vier Milliarden Jahren +++

Wissenschaftler haben die bislang ältesten Mikrofossilien der Erde entdeckt, die sie als "direkten Beweis" für Leben auf unserem Planeten vor bereits rund vier Milliarden Jahren werten. Die Mikrofossilien seien rund 300 Millionen Jahre älter als die bislang ältesten bekannten Fossilien, schrieb Dominic Papineau vom University College London am Mittwoch im Fachblatt "Nature". Die Entdeckung könnte auch die Theorien über mögliches Leben auf anderen Planeten verändern.

+++ 20.11 Uhr: Britisches Oberhaus stimmt für Änderung an Brexit-Geset +++

Das britische Oberhaus hat für eine Änderung am Brexit-Gesetz gestimmt und könnte damit den Zeitplan für Großbritanniens Austritt aus der EU durcheinander bringen. 358 Lords votierten dafür, in dem Gesetz die Rechte der derzeit in Großbritannien lebenden drei Millionen EU-Ausländer zu garantieren, 256 stimmten dagegen. Im Oberhaus hat die konservative Partei von Premierministerin Theresa May keine eigene Mehrheit.

+++ 18.48 Uhr: Merkel fordert Freilassung Yücels - "werden alles in unserer Macht stehende tun" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit Nachdruck die Freilassung des in Istanbul inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel gefordert. "Wir denken an diesem Abend auch an Deniz Yücel, der in Untersuchungshaft in der Türkei sitzt und dessen Freilassung wir fordern", sagte Merkelin ihrer Aschermittwochsrede in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundesregierung werde "alles in ihrer Macht stehende tun, damit das geschieht."

+++ 18.22 Uhr: "Was für eine Scheiße!" - Juncker platzt im EU-Parlament der Kragen +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich in drastischen Worten über Kritik an seinen fünf Szenarien für die Europäische Union beschwert. Der Kommission werde immer wieder vorgeworfen, nicht genug mit den Bürgern zu diskutieren, sagte Juncker am Ende einer Parlamentsdebatte zu den Vorschlägen in Brüssel. Jetzt werde seine Behörde dafür kritisiert, dass sie genau das versuchen wolle. "Was für eine Scheiße! Ich würde "Scheiße" sagen, wenn wir hier nicht im Parlament wären. Was wollen Sie denn, dass wir machen?", rief er. 

Europa-Abgeordnete hatten zuvor bemängelt, dass die EU-Kommission mit ihren fünf Szenarien keine klar umrissene Zukunftsvision vorgegeben habe. Andere lobten den Ansatz. Die Brüsseler Behörde hatte mehrere Entwürfe für die Zukunft Europas vorgestellt. Diese reichen von einem "Weiter wie bisher" über die radikale Rückbesinnung auf lediglich den freien Warenverkehr hin zu einem Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten. Die Ideensammlung soll Grundlage für eine Debatte über mögliche EU-Reformen sein. Die Staats- und Regierungschefs sollen bei ihrem Spitzentreffen am 25. März in Rom darüber beraten.

+++ 18.07 Uhr: Syrische Armee rückt auf Oasenstadt Palmyra vor+++

Die syrische Armee ist bei der Befreiung der antiken Oasenstadt Palmyra von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bis kurz vor die Stadtgrenzen vorgerückt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch übereinstimmend berichteten, habe die Armee Gebiete im Umfeld der Oasenstadt zurückerobert. Die Zitadelle am Rande der Oasenstadt sei unter Beschuss genommen worden, hieß es aus Militärkreisen. Die Eroberung der Stadt sei "nur noch eine Frage der Zeit". Die Ruinen zählen seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Terrormiliz IS kontrolliert die Stadt bereits zum zweiten Mal im Lauf des syrischen Bürgerkriegs.

+++ 17.49 Uhr: Bundestag für mehrere Stunden offline - offenbar Technik-Problem +++

Der Bundestag war am Mittwoch für mehrere Stunden vom Internet abgeschnitten. Seit etwas 15.30 Uhr seien die Internet-Zugänge ausgefallen, hieß es aus der Bundestagsverwaltung. Nach ersten Erkenntnissen sei ein Server ausgefallen, ein Ersatzserver sei am Abend hochgefahren worden. Von einem neuen Hacker-Angriff könne aus bisheriger Sicht keine Rede sein. Vielmehr sehe es nach technischen Problemen aus, die von Technikern des Bundestages untersucht würden. Im Sommer 2015 war der Bundestag Ziel eines Hackerangriffs. Anschließend mussten Server und Netzwerke mehrere Tage lang für Reparaturarbeiten abgeschaltet werden. 

+++ 17.41 Uhr: Tod im See: Vater und Söhne brechen in Schweden ins Eis ein +++

Bei einem Spaziergang über einen zugefrorenen See in Schweden sind ein Vater und zwei Söhne ins Eis eingebrochen und gestorben. Der Mann in seinen Sechzigern und die beiden Söhne in den Zwanzigern und Dreißigern hatten nach bisherigen Erkenntnissen am Dienstagabend den Hjärtasjön bei Korsberga, rund 100 Kilometer südöstlich von Jönköping, überqueren wollen, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte und ein Helikopter hatten sie stark unterkühlt im eisigen Wasser gefunden. In der Nacht seien sie im Krankenhaus gestorben. Wieso die Männer auf dem See unterwegs waren, war noch unklar.

+++ 17.19 Uhr: Arbeitsministerin will drei Jahre mit Arbeitszeiten experimentieren +++

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die testweise geplanten Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz länger als ursprünglich vorgesehen erlauben. "Wir sind auf drei Jahre gegangen", sagte Nahles beim Besuch des Maschinenbauers Trumpf im baden-württembergischen Ditzingen. "Wir haben aus der Praxis festgestellt, dass es länger braucht, bis sich die Mitarbeiter daran gewöhnt haben."

Nahles hatte die Experimentierphase im November angekündigt und ursprünglich auf zwei Jahre begrenzt. Firmen sollen nach Absprache zwischen den Tarifpartnern in dieser Phase vom Arbeitszeitgesetz abweichen können. Derzeit läuft ein Auswahlprozess zu den teilnehmenden Unternehmen.

+++ 16.08 Uhr: 24-Jähriger gesteht Tötung von Großmutter und Polizisten +++

Nach dem gewaltsamen Tod einer 79-Jährigen und zweier Polizisten in Brandenburg hat der 24-jährige Tatverdächtige die Taten gestanden. Er habe in der Vernehmung die Tötung seiner Großmutter zugegeben und erklärt, dass beide zuvor um Geld gestritten hätten, sagte Staatsanwältin Ricarda Böhme in Frankfurt (Oder). Die Frau verblutete. Der Mann habe auch gestanden, am Dienstag auf seiner Flucht die beiden Polizisten an einer Kontrollstelle in Oegeln im Landkreis Oder-Spree überfahren zu haben. Er habe befürchtet, nach einem Stopp von ihnen erschossen zu werden.

+++ 16.07 Uhr: Fall Höxter: Aussage von Wilfried W. erneut verschoben +++

Die mit Spannung erwartete erste Aussage des Angeklagten Wilfried W. im Prozess um das Horrorhaus von Höxter muss weiter auf sich warten lassen. Wegen der Erkrankung einer Beisitzerin wurde der nächste Verhandlungstag vom 7. auf den 14. März verschoben, teilte das Gericht mit. Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen in Höxter hatte der 47-jährige Angeklagte bislang nur den Ausführungen seiner mitangeklagten Ex-Frau Angelika W. zugehört, sich Notizen gemacht und häufig den Kopf geschüttelt.

Wilfried W. und Angelika W. sollen über Jahre hinweg gemeinsam mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Die Anklage lautet auf Mord durch Unterlassen und mehrfache Körperverletzung.

Angelika und Wilfried W. vor Gericht: Das ist das Horrorhaus von Höxter

+++ 15.52 Uhr: Türkischer Justizminister Bozdag tritt in Deutschland auf +++

Vor dem Hintergrund der Spannungen wegen der Inhaftierung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei tritt der türkische Justizminister Bekir Bozdag in Deutschland auf. Der Abgeordnete Mustafa Yeneroglu von der Regierungspartei AKP sagte der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul, die Veranstaltung mit Bozdag sei für Donnerstagabend im baden-württembergischen Gaggenau geplant. Der Parlamentarier bestätigte damit am Mittwoch einen Bericht der "Badischen Neuesten Nachrichten". Nach Angaben der AKP handelt es sich um einen Wahlkampfauftritt, bei dem der Minister um Zustimmung für ein Präsidialsystem beim bevorstehenden Referendum werben will.

+++ 15.31 Uhr: Ermittlungen gegen Björn Höcke eingestellt +++

Die umstrittene Dresdner Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke bleibt strafrechtlich folgenlos. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener seien eingestellt worden, teilte die Behörde in Dresden mit. Nach der Rede, in der Höcke Mitte Januar mit Blick auf die deutsche NS-Vergangenheit eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad gefordert hatte, waren 91 Strafanzeigen gestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte auch von Amts wegen ermittelt.


+++ 15.19 Uhr: Mutmaßlicher Mörder war aus Psychiatrie geflohen +++

Der Mann, der am Montag in Bayern zwei ältere Menschen bei einem Streit um Lärm umgebracht haben soll, ist vor einem Monat aus einer Psychiatrie ausgebrochen. Er war dort als Häftling wegen einer schweren räuberischen Erpressung aus dem Jahr 2010 untergebracht gewesen, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein am Mittwoch mitteilte. Am 4. Februar habe er einen unbegleiteten Hofgang zur Flucht genutzt. Es habe deshalb ein Haftbefehl bestanden.

+++ 15.04 Uhr: Twitter verschärft Vorgehen gegen Mobbing und Hassrede +++

 Twitter verschärft weiter sein Vorgehen gegen Belästigungen, Mobbing und Hassrede. Der Kurznachrichtendienst will jetzt auch aktiv nach Profilen Ausschau halten, von denen aus andere Nutzer angegriffen werden. "Es wurde deutlich, dass Twitter einen Teil der Last von den Nutzern nehmen muss - und eingreifen, noch bevor sie etwas melden", sagte Twitter-Managerin Sinéad McSweeney zu den am Mittwoch angekündigten Neuerungen. Bisher verließ sich Twitter - wie auch viele andere Online-Dienste - vor allem auf Beschwerden der Nutzer.

+++ 14.56 Uhr: Deniz Yücel ins Gefängnis in Silivri verlegt +++

Der in der Türkei inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist in das Gefängnis in Silivri westlich von Istanbul verlegt worden. "Dort dürfte er seine weitere Untersuchungshaft verbringen", berichtete die "Welt". Nach 13 Tagen in Polizeigewahrsam in Istanbul war am Montagabend Untersuchungshaft gegen den deutsch-türkischen Journalisten verhängt worden. Zunächst war er ins Istanbuler Gefängnis Metris gebracht worden. Am Mittwoch wurde er in die rund 80 Kilometer entfernte Haftanstalt Silivri gebracht. Ihm werden Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen.

+++ 14.29 Uhr: Verbraucherpreise steigen so stark wie zuletzt vor fünf Jahren +++

Die Verbraucherpreise ziehen weiter kräftig an: Die Inflationsrate lag im Februar verglichen mit dem Vorjahresmonat bei 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Ein so hoher Wert wurde demnach zuletzt im August 2012 gemessen. Gegenüber dem Vormonat Januar stiegen die Preise nach Angaben des Bundesamts um 0,6 Prozent. Den Statistikern zufolge stiegen die Preise für Energie im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,2 Prozent, Nahrungsmittel waren 4,4 Prozent teurer. Für die Miete mussten Verbraucher 1,6 Prozent mehr auf den Tisch legen. Bereits im Januar hatten steigende Kosten für Energie und Lebensmittel die Inflationsrate kräftig in die Höhe getrieben. Sie lag damals im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 1,9 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent als ideal an. Mit den nun im Februar erreichten 2,2 Prozent liegt sie in Deutschland erstmals seit Langem über dieser Schwelle.

+++ 14.18 Uhr: Hilfsconvoi in Syrien laut UN-Bericht absichtlich bombardiert +++

Die syrische Luftwaffe ist nach Angaben der UNO für den Luftangriff auf einen Hilfskonvoi im September verantwortlich. Der Angriff sei absichtlich erfolgt, erklärte die internationale Untersuchungskommission der UNO für Syrien am Mittwoch in Genf. Bei dem Angriff am 19. September nahe Aleppo waren mindestens zehn Menschen getötet worden. Zudem habe das syrische Militär im Kampf um die Großstadt Aleppo nach UN-Erkenntnissen Chlorgas eingesetzt und weitere Kriegsverbrechen begangen. Syrien und sein Verbündeter Russland hätten im vergangenen Jahr zudem gezielt Kliniken und andere zivile Einrichtungen aus der Luft bombardiert, um Gegner zur Aufgabe zu zwingen, heißt es in dem Bericht.

+++ 13.23 Uhr: Rechtspopulist Wilders verliert bei Umfragen zur Wahl in den Niederlanden +++

Zwei Wochen vor der niederländischen Parlamentswahl hat der Rechtspopulist Geert Wilders erneut in Umfragen verloren. Die Wilders-Partei für die Freiheit ist nun erstmals in diesem Jahr auf Platz zwei hinter der rechtsliberalen Regierungspartei VVD von Ministerpräsident Mark Rutte abgerutscht. Nach dem neuen "Peilingwijzer", einer Analyse der sechs wichtigsten Umfragen, würde die VVD nun mit rund 16,3 Prozent stärkste politische Kraft werden, Wilders Partei für die Freiheit käme demnach auf etwa 15,7 Prozent. Auch bei einem Wahlsieg am 15. März ist es unwahrscheinlich, dass Wilders an einer Koalition beteiligt würde. Fast alle Parteien schlossen eine Zusammenarbeit mit ihm aus. In den Umfragen gehen die Werte für den Rechtspopulisten seit Beginn des Jahres zurück.

+++ 13.01 Uhr: Berlin dringt auf Ächtung von Chemiewaffen in Syrien +++

Die Bundesregierung dringt nach dem erneuten Scheitern einer UN-Resolution weiter auf eine Ächtung von Chemiewaffeneinsätzen des Regimes in Syrien. "Wir werden jetzt gemeinsam mit unseren Partnern in der Europäischen Union prüfen, wie wir vielleicht andere chemiewaffenbezogene EU-Sanktionsmöglichkeiten gegen Syrien auf den Weg bringen können", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Er bedauerte, dass der UN-Sicherheitsrat am Dienstagabend nach einem Veto Russlands und Chinas keine Einigkeit erzielen konnte. Es bleibe die deutsche Haltung, dass der Chemiewaffeneinsatz in Syrien als Völkerrechtsverstoß zu ächten sei.

+++ 12.46 Uhr: Fillon bleibt Präsidentschaftskandidat: "Ich werde nicht nachgeben" +++

Trotz einer Vorladung durch Ermittlungsrichter bleibt der französische Konservative François Fillon Präsidentschaftskandidat. "Ich werde nicht nachgeben", sagte er bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Paris.
"Ich werde mich nicht zurückziehen." Die Justiz prüft den Verdacht einer Scheinbeschäftigung von Fillons Frau Penelope, sie ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf Hinterziehung öffentlicher Mittel. Penelope Fillon hatte jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann gearbeitet. Fillon galt lange als Favorit für die Wahl, die Vorwürfe hatten seinen Wahlkampf aber schwer belastet und ihn in den Umfragen zurückfallen lassen.

Francois Fillon

Der Konservative Francois Fillon galt lange als Favorit für die Präsidentschaftswahl in Frankreich


+++ 12.34 Uhr: Schulz kritisiert Trump und Seehofer +++

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat beim Politischen Aschermittwoch den US-Präsidenten Donald Trump und CSU-Chef Horst Seehofer scharf kritisiert. Freie, ungehinderte Berichterstattung sei überlebenswichtig für die Demokratie, sagte Schulz im niederbayerischen Vilshofen an die Adresse von Trump. Wer andere Meinungen als "Lügenpresse" diffamiere, der lege "die Axt an die Wurzeln der Demokratie - ob er Präsident der USA ist oder in einer Pegida-Demonstration mitmarschiert. Beides ist nicht akzeptabel."

Schulz wandte sich zugleich gegen Seehofer, der die Tatkraft Trumps gelobt hatte: Wenn jemand Mauern bauen wolle, die Medien als "Fake News" bezeichne und Minderheiten diskriminiere, "dann muss man ihn kritisieren und nicht seine Tatkraft loben".

+++ 12.16 Uhr: Isolationshaft für Attentäter Anders Breivik verstößt nicht gegen Menschenrechte +++

Die Isolationshaft des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik verstößt nach Auffassung eines Berufungsgerichts in Norwegen nicht gegen die Menschenrechte des Verbrechers. "Das Gericht ist zu dem Schluss gekommen, dass Anders Behring Breivik weder Folter noch unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt ist oder war", verkündete das Gericht in Oslo. Damit kassierten die Richter ein früheres Urteil gegen den norwegischen Staat in zweiter Instanz ein. Der Terrorist hatte unter anderem wegen seiner langen Isolationshaft und der Kontrolle seiner Post gegen den Staat geklagt und in einem ersten Prozess im vergangenen Jahr teilweise Recht bekommen. "Es gibt keine klaren Anzeichen, dass Breivik durch seine Isolation während seiner Haft Schäden erlitten hat", urteilten dagegen die Berufungsrichter.

+++ 11.04 Uhr: "Chancenspiegel": Jeder achte Ausländer bleibt ohne Schulabschluss +++

Mangelnde Chancengerechtigkeit für junge Migranten ist nach einer neuen Bildungsstudie eines der Hauptprobleme im deutschen Schulsystem. Für Jugendliche mit ausländischem Pass sei inzwischen das Risiko eines Abbruchs - ohne zumindest den Hauptschulabschluss zu erreichen - mehr als doppelt so hoch wie für ihre deutschen Mitschüler. Zu diesem Ergebnis kommt der in Berlin vorgestellte "Chancenspiegel 2017" der Bertelsmann-Stiftung, eine umfangreiche Analyse schulstatistischer Daten von 2002 bis 2014. Während der Anteil aller Schüler ohne Abschluss seit 2011 von 6,2 auf 5,8 Prozent (2014) sank, stieg die Quote bei ausländischen Schülern im gleichen Zeitraum von 12,1 auf 12,9 Prozent. Betroffen ist in dieser Gruppe also etwa jeder Achte. Vergleicht man die jetzige Situation mit der Lage vor 15 Jahren, zeigt sich allerdings dennoch eine Besserung: Der Anteil aller Schulabgänger ohne Abschluss lag 2002 bei 9,2 Prozent, bei jungen Ausländern waren es sogar 16,7 Prozent.

+++ 10.56 Uhr: Schlechte Luft - Nepal sperrt Kathmandu für ältere Autos +++

Die Regierung von Nepal hat alte Autos aus der Hauptstadt Kathmandu verbannt. Von heute an dürfen dort keine Fahrzeuge mehr fahren, die älter als 20 Jahre sind. Die Regierung des südasiatischen Landes will damit gegen die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Luftverschmutzung vorgehen. Rund 2500 Fahrzeuge sind von der Regelung betroffen. Die Transportverbände kritisierten die Maßnahme scharf. Sie forderten Steuernachlässe, um ihre Fahrzeugflotten zu modernisieren. In den vergangenen Jahren hatte sich die Luftqualität in Kathmandu rapide verschlechtert. Neben alten Fahrzeugen waren dafür auch umfangreiche Bauvorhaben verantwortlich - etwa für den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben im April 2015. Aktuell befahren schätzungsweise rund 80.000 Fahrzeuge täglich Kathmandus Straßen.

+++ 10.48 Uhr: Mehrere Hunde fallen achtjähriges Mädchen und verletzen es schwer +++

Eine Achtjährige ist im schleswig-holsteinischen Kühsen von mehreren Hunden angegriffen und schwer verletzt worden. Das Kind sei mit seiner Mutter, die als Hundebetreuerin arbeitet, auf das Grundstück mit den Tieren gegangen, teilte die Polizei in Ratzeburg mit. Aus bislang unbekannten Gründen sei es von zwei Rottweilern und einem Boxer attackiert worden. Die Mutter ist bei dem Grundstücksbesitzer angestellt und wollte dessen Tieren Auslauf geben, als es zu dem Angriff kam. Zunächst biss einer der Rotweiler das Mädchen, dann beteiligten sich auch die anderen beiden Hunde. Während die Mutter dazwischen ging, floh das Kind zum Rand des Grundstücks und wurde dort von Passanten über einen Zaun gehoben. Das Mädchen erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Armen und musste in einer Lübecker Klinik operiert werden. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Beamten aber nicht. Ob es zu Ermittlungen kommt, wird noch geprüft.

+++ 10.03 Uhr: Pflegerinnen verbrühen alten Mann tödlich - Staatsanwalt ermittelt +++

Nach einem Todesfall in einem Pflegeheim in Sachsen-Anhalt ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle gegen zwei Mitarbeiterinnen der Einrichtung. Sie sollen einen 79 Jahre alten Mann in einer mit zu heißem Wasser gefüllten Badewanne allein gelassen haben. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Der dabei verbrühte Heimbewohner starb demnach am vergangenen Montag. Den 49 und 53 Jahre alten Frauen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen. Der Vorfall ereignete sich bereits vor gut einer Woche in Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz. Die Beschuldigten sollen das Wasser angestellt und dann den Raum verlassen haben. Als sie die zu hohe Temperatur bemerkten, holten sie den Senior mit einem Lift aus der Spezialwanne und legten ihn in Decken gewickelt in sein Bett. Der Staatsanwaltschaft zufolge war der Mann nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt und konnte nicht mehr sprechen. Die Behörde ordnete eine Sektion der Leiche an. Es soll geklärt werden, ob ein Zusammenhang zwischen den Verbrühungen und dem Tod des Manns besteht. Dies sei "aber sehr naheliegend", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Zeitung. Die Mitarbeiterinnen wurden inzwischen entlassen.

+++ 9.59 Uhr: Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,67 Millionen +++

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar auf 2,762 Millionen gesunken. Das waren 15.000 Erwerbslose weniger als im Januar, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosigkeit ging damit stärker zurück als im Schnitt der vergangenen drei Jahre und erreichte den niedrigsten Wert in einem Februar seit 1991. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher sogar um 149.000 zurück. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent. "Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist weiter positiv", resümierte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.

+++ 6.49 Uhr: Auto rast in Schafherde - 30 Tiere tot +++

Sie durchbrachen den Zaun ihres Geheges und rannten auf eine Straße: Etwa 30 Schafe sind in Bayern von zwei Autos erfasst und getötet worden. Ein Fahrer sei nahe Neuhof an der Zenn bei Nürnberg von der Herde mit etwa 500 Tieren überrascht worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Schafe hatten sich wahrscheinlich erschreckt und daraufhin einen Elektrozaun durchbrochen. Kurz nach dem ersten Zusammenstoß konnte ein weiterer Autofahrer zwar noch rechtzeitig bremsen, mehrere Tiere wurden aber gegen seinen Wagen geschleudert. Dem Schäfer und Helfern gelang es, einen Großteil der noch lebenden Schafe wieder einzufangen. Der Polizei zufolge könnten aber einzelne Tiere noch in der Gegend unterwegs sein.

+++ 5.58 Uhr: Bär stürzt bei Transport mit Hubschrauber zu Tode +++

Auf dem Weg zurück in die Wildnis ist ein asiatischer Schwarzbär in Thailand unter äußerst tragischen Umständen ums Leben zugekommen: Das mehr als 80 Kilogramm schwere Tier stürzte nach Angaben der Naturschutzbehörden vom Mittwoch aus großer Höhe auf den Boden, als der Hubschrauber, mit dem es transportiert werden sollte, in Turbulenzen geriet. Vermutet wird, dass das Netz, in dem der Bär unterhalb des Hubschraubers hing, nicht ordentlich befestigt war. Möglicherweise war er aber auch nicht richtig betäubt worden. Der Bär war eigentlich im Nationalpark Khao Yai zuhause, etwa 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Bangkok. In den vergangenen Monaten tauchte er aber immer wieder außerhalb des Parks in der Nähe von Dörfern auf. Daraufhin beschlossen die Behörden, ihn zu fangen, zu betäuben und mit dem Hubschrauber zurück in seine alte Heimat zu bringen. Nach Berichten der Lokalpresse wachte das Tier dann jedoch während des Fluges auf und begann, sich zu wehren. Möglicherweise löste sich dabei das Netz.

+++ 5.00 Uhr: Donald Trumps Rede vor Kongress: Versöhnlich im Ton, unverändert in der Botschaft +++

US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede vor dem Kongress einen deutlich versöhnlicheren Ton angeschlagen. Er rief Republikaner und Demokraten dazu auf, zusammenzuarbeiten. Trump unterstrich seine Verbundenheit zur Nato und machte sich dafür stark, im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit arabischen Partnern zusammenzuarbeiten. In der einstündigen Ansprache rückte der Präsident aber nicht von seinen scharfen und zum Teil umstrittenen politischen Forderungen ab, setzte dabei jedoch auf eine mildere Rhetorik.


+++ 4.04 Uhr: Mord an Kim Jong Nam - Frauen droht die Todesstrafe +++

Nach dem Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ist in Malaysia gegen die beiden mutmaßlichen Attentäterinnen Anklage erhoben worden, Die beiden Frauen aus Vietnam und Indonesien sollen sich wegen Mordes vor Gericht verantworten müssen. Darauf steht in dem südostasiatischen Land die Todesstrafe. Den Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren wird zur Last gelegt, Kims älteren Halbbruder Kim Jong Nam am 13. Februar auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur vergiftet zu haben. Dabei sollen sie das Nervengift VX benutzt haben, das von den Vereinten Nationen als Massenvernichtungsmittel eingestuft wird. Südkorea beschuldigt das Regime in Nordkorea, hinter dem Mord an dem 45-Jährigen zu stecken. Malaysias Polizei fahndet noch nach insgesamt sieben Nordkoreanern, die damit in Verbindung stehen sollen.

Kim Jong Nam, Halbbruder von Kim Jong Un

Starb wohl durch das Nervengift VX: Kim Jong Nam, Halbbruder von Kim Jong Un. Die mutmaßlichen Attentäterinnen wurden jetzt des Mordes angeklagt.


+++ 1.04 Uhr: Weitere Ermittlungen gegen Fiat Chrysler wegen Abgasbetrug +++

Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler ist wegen des Verdachts des Abgas-Betrugs ins Visier weiterer US-Behörden geraten. In seinem Jahresbericht räumte der Konzern neben einer Reihe von Zivilklagen auch zusätzliche Ermittlungen ein. Neben dem Justizministerium würden etwa auch die Börsenaufsicht SEC und die Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten den Fall prüfen. Man wolle bei allen zulässigen Anfragen kooperieren, teilte der Autohersteller mit. Im Januar hatte die US-Umweltbehörde EPA bekanntgegeben, dass sie nach dem Skandal bei Volkswagen auch Fiat Chrysler wegen möglicher Manipulationen von Abgaswerten im Verdacht hat. Es geht um die Angaben zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid bei rund 100.000 Dieselwagen.

+++ 0.24 Uhr: Kleinere Proteste bei Eröffnung eines Trump-Hotels in Vancouver +++

Dutzende Menschen haben bei der Eröffnung eines neuen Hotels der Trump-Organisation im kanadischen Vancouver gegen die Politik von dessen Eigentümer, dem US-Präsidenten Donald Trump protestiert. Die feierliche Zeremonie markierte eine der ersten Eröffnungen einer Trump-Immobilie außerhalb der USA seit dem Amtsantritt des Baulöwen und früheren Reality-TV-Stars im Januar. Die Geschäftsführung des Firmenkonglomerats hat Donald Trump zwar seinen Söhnen übertragen, der US-Präsident ist aber weiterhin der Eigentümer. Der 188 Meter hohe Bau mit gläserner Fassade und geschwungenem Design zählt ohne die unterirdische Garage 63 Stockwerke und ist damit das zweithöchste Gebäude der Stadt.

+++ 0.07 Uhr: Al-Kaida-Vize al-Masri möglicherweise in Syrien getötet +++

Die Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida ist möglicherweise in Syrien getötet worden. Die US-Regierung bemühe sich derzeit darum, zu klären, ob Abu Chair al-Masri bei einem Luftangriff rund um das syrische Idlib getötet worden ist, sagte ein US-Vertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Sollte sich dies bestätigen, wäre es ein bedeutender Schlag im Kampf gegen den Terrorismus.
Al-Masri ist ein Schwiegersohn des getöteten, früheren Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden und soll Stellvertreter des derzeitigen Anführers Aiman al-Sawahiri sein. Der 59-jährige Al-Masri ist gebürtiger Ägypter und soll die Terroranschläge vom 11. September 2001 mitgeplant haben. Bekannt ist er auch unter dem Namen Muhammad Radschab Abdulrahman. US-Geheimdienste vermuten, dass Al-Masri auch in die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 verwickelt war.

+++ 0.01 Uhr: Marine Le Pen vor Verlust der parlamentarischen Immunität +++

Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments hat sich dafür ausgesprochen, die Immunität der rechtsextremen französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen aufzuheben. Der Ausschuss folgte damit einer Aufforderung der Staatsanwaltschaft von Nanterre bei Paris. Diese hatte Ende 2015 gegen Le Pen Ermittlungen wegen "Verbreitung von Gewaltbildern" im Internet eingeleitet. Heute befasst sich das Plenum des Europaparlaments mit der Aufhebung der Immunität Le Pens, die laut Umfragen in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl im April die meisten Stimmen erhalten wird. In der Regel folgen die Europaabgeordneten dem Votum des Ausschusses. Bislang hat sich Le Pen unter Verweis auf ihre parlamentarische Immunität geweigert, einer polizeilichen Vorladung in Nanterre Folge zu leisten.

dho/tim / AFP / DPA