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News des Tages: Trump verhängt Gesundheitsnotstand in den USA

Steudtner zurück in Deutschland +++ Jamaika-Sondierung zu Asyl und Migration vertagt +++ Katalonien: Puigdemont lehnt Neuwahlen ab +++ Vater soll Neugeborenen zu Tode geschüttelt haben +++ Lesen Sie diese und weitere Nachrichten des Tages im stern-Newsticker.

US-Präsident Donald Trump verhängte angesichts der hohen Zahl von Drogentoten den Gesundheitsnotstand

US-Präsident Donald Trump verhängte angesichts der hohen Zahl von Drogentoten den Gesundheitsnotstand

Die News des Tages im Überblick. 

+++ 22.03 Uhr: Steudtner zurück in Deutschland +++

Nach mehr als dreimonatiger Untersuchungshaft in der Türkei ist der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner nach Berlin zurückgekehrt. Steudtner und sein mit ihm inhaftierter schwedischer Kollege Ali Gharavi trafen am Donnerstagabend aus Istanbul kommend in Berlin ein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus zuverlässiger Quelle erfuhr.


+++ 21.18 Uhr: Gesundheitsnotstand in den USA ausgerufen +++

US-Präsident Donald Trump hat angesichts des gravierenden Heroin- und Opioidmissbrauchs in den Vereinigten Staaten einen nationalen Gesundheitsnotstand verhängt. Es handele sich um die schlimmste Drogenkrise in der amerikanischen Geschichte, sagte Trump im Weißen Haus in Washington. In den USA sterben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC jeden Tag im Schnitt 91 Menschen an einer Opioid-Überdosis. Neben Heroin gehören dazu auch Mittel, die als Medikamente eingesetzt werden. 

Zusätzliches Geld wird mit der Verhängung des Gesundheitsnotstands nicht zur Verfügung gestellt. Stattdessen sollen Mittel aus bestehenden Töpfen umgeschichtet werden und besonders schlimm betroffene Bundesstaaten mehr Spielraum bekommen. Das Gesundheitsministerium will zudem Stellen schneller besetzen, um Staaten personell zu unterstützen. Viele Abhängige sind über verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Oxycodon in die Heroinsucht gerutscht. 


+++ 20.43 Uhr: Knackpunkte Asyl und Migration: Jamaika-Sondierung vertragt +++

Wegen großer Differenzen von Union und Grünen sind die Jamaika-Sondierungen zum Themenkomplex Asyl und Migration vertagt worden. Die Grünen lehnten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur das von der CDU und CSU vertretene gemeinsame Regelwerk zur Migration kategorisch ab. Auch nach stundenlangen Beratungen gebe es bei der Flüchtlingspolitik keinerlei Annäherungen, daher bleibe nur die Vertagung, hieß es übereinstimmend von mehreren Teilnehmern. Während CDU und CSU in den Gesprächen die Begrenzung der Flüchtlingszahlen zur Bedingung erklärten, forderten die Grünen die Ausweitung des Familiennachzugs.

+++ 20.07 Uhr: Laschet: "Jamaikaner" einigen sich bei Klima- und Energiepolitik +++

Die Jamaika-Verhandler haben sich nach Angaben von CDU-Vize Armin Laschet bei den zentralen Themen von Klimaschutz und Energiepolitik auf einen Dreiklang von Grundprinzipien verständigt. Bei beiden Bereichen sei sich die Runde von CDU, CSU, FDP und Grünen einig, "dass das Dreieck aus Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit von Strom und Klimaschutz die Grundlage einer Koalition sein soll" mit den für das Jahr 2020 verabredeten Klimazielen, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Rande der Sondierungen in Berlin. 

Es werde über einen umfangreichen Maßnahmenkatalog unter anderem in den Bereichen Energie, Wärmedämmung sowie Elektromobilität beraten, sagte Laschet. Er sei zuversichtlich, dass die möglichen Partner in der Grundfrage einig seien, dass Deutschland Industrieland bleiben müsse. Stahl-, Aluminium- und chemische Industrie bräuchten viel bezahlbare Energie, damit Arbeitsplätze wettbewerbsfähig blieben. Für Laschet ist dies wichtig, weil es in NRW zahlreiche energieintensive Industrieunternehmen etwa im Stahl- oder Aluminiumbereich angesiedelt sind.

+++ 19.45 Uhr: Letzter "Air Berlin"-Flug landet Freitag in Berlin +++

Fast 40 Jahre nach dem Start der ersten Air-Berlin-Maschine in Berlin-Tegel landet dort am Freitagabend der letzte Flieger der insolventen Airline. Der ausgebuchte Flug AB6210 bringt die Passagiere von München in die Hauptstadt, planmäßige Ankunft ist 22.45 Uhr. Der Flughafen Tegel will anlässlich des letzten Fluges der Airline die Besuchertrasse länger öffnen, die normalerweise um 20.00 Uhr schließt.

Die 1979 gestartete Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und soll zu großen Teilen von der Lufthansa übernommen werden. Arbeitnehmervertreter sorgen sich vor allem um das Schicksal tausender Mitarbeiter, denen wegen der gescheiterten Verhandlungen zur Bildung einer umfassenden Transfergesellschaft schon bald die Kündigung droht.

Verkauf an Lufthansa: Von Mallorca bis Abu Dhabi: Aufstieg und Niedergang der Air Berlin


+++ 18.57 Uhr: Anschlag auf Abgeordneten: Ukraine leitet Terrorermittlungen ein +++

Nach einem Bombenanschlag auf einen ukrainischen Abgeordneten in Kiew haben die Behörden Terrorermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft der ukrainischen Hauptstadt sprach am Donnerstag von einem möglichen Mordversuch des russischen Geheimdienstes, Moskau wies die Vorwürfe zurück. Bei der Bombenexplosion war am Mittwochabend der russlandkritische Oppositionsabgeordnete Igor Mosijtschuk verletzt worden. Sein Leibwächter und ein Passant wurden getötet.

Der Abgeordnete der Radikalen Partei hatte nach einem Interview das Studio des Fernsehsenders Espreso verlassen, als bei einem am Straßenrand geparkten Motorroller ein Sprengsatz detonierte, wie der Sender erklärte. Der 45-Jährige wurde verletzt. Sein Leibwächter starb auf dem Weg ins Krankenhaus, ein Fußgänger starb noch am Tatort.

+++ 17.57 Uhr: Sondierung: Jamaika einigt sich auf Pro-Europa-Kurs +++

Die möglichen Jamaika-Partner haben sich zu einem "starken und geeinten Europa" und zur deutsch-französischen Zusammenarbeit bekannt. "Deutschland kann es nur gut gehen, wenn es auch Europa gut geht", heißt es in einem gemeinsamen Papier zum Stand der Sondierungen von CDU, CSU, FDP und Grünen. Vertreter der Parteien machten am Donnerstag in Berlin aber auch deutlich, dass es in vielen Punkten noch Klärungsbedarf gibt.

Dem Papier zufolge wollen die vier Parteien unter anderem auch die Möglichkeit von Mehrheitsentscheidungen der EU-Staaten in der Außen- und Verteidigungspolitik diskutieren. Solche Entscheidungen müssen aktuell einstimmig fällen. Um diese Regelung im EU-Vertrag zu ändern, müssten allerdings alle EU-Staaten zustimmen - was in diesem sensiblen Bereich unwahrscheinlich ist. 

+++ 17.49 Uhr: Madrid kündigt "Rettung" Kataloniens an +++

Im Konflikt um Katalonien hat die spanische Zentralregierung ihre "legale Verpflichtung" bekräftigt, den Unabhängigkeitsplänen in der Region ein Ende zu setzen. "Keine Regierung kann akzeptieren, dass eine fortschrittliche Demokratie in einem Teil ihres Landes nicht vollständig gilt. Und das ist in Katalonien der Fall", sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Saénz de Santamaría am Abend in Madrid.

Kurz zuvor hatte der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont es abgelehnt, Neuwahlen in Katalonien auszurufen. Man werde nun deshalb dafür sorgen, "dass das Gesetz (in Katalonien) respektiert wird", sagte Saénz de Santamaría. Im Rahmen von Zwangsmaßnahmen, die der Senat am Freitag in Madrid billigen soll, will Madrid unter anderem die Regionalregierung in Barcelona absetzen und innerhalb von sechs Monaten Neuwahlen abhalten.


+++ 17.40 Uhr: Kontakt zu Islamisten: Bremen schiebt Algerier ab +++

Das Bremer Migrationsamt hat einen als gefährlich eingestuften jungen Algerier mit Kontakten zu Islamisten in sein Heimatland abgeschoben. Der 25-Jährige habe in einer Bremer Moschee unter anderem den Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten vom Dezember vergangenen Jahres "verherrlicht", wie die Innenbehörde der Hansestadt mitteilte. Er saß demnach seit Juni in Abschiebehaft und wurde am Mittwoch mit Hilfe der Polizei nach Algerien abgeschoben. Ursprünglich war gegen ihn wegen unerlaubten Aufenthalts und anderen Delikten ermittelt worden. Laut Innenbehörde hielt er sich zuvor mit über 20 unterschiedlichen Namen an verschiedenen Orten in Europa auf.

Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden pflegte er außerdem "enge Kontakte" zu algerischen Islamisten und wurde von diesen als "gefährlich" eingestuft. "Wir haben noch mehr Personen aus diesem Kreis im Blick", erklärte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) dazu. "Weitere Abschiebungen werden folgen."

+++ 17.17 Uhr: Norwegen: Russischer Helikopter stürzt ins Meer vor Spitzbergen +++

Ein russischer Helikopter mit acht Personen an Bord ist vor der norwegischen Insel Spitzbergen vermutlich ins Meer gestürzt. Das meldete die norwegische Seenotrettung am Nachmittag. Der Hubschrauber war auf dem Weg von der ehemaligen Bergbausiedlung Pyramiden zu der weiter südlich gelegenen russischen Ortschaft Barentsburg. Zwei bis drei Kilometer vor Barentsburg sei er ins Meer gestürzt, teilten die Retter mit. Ein Notruf sei nicht eingegangen.
Zahlreiche Boote seien auf dem Weg zur Unglücksstelle.

+++ 17.13 Uhr: Katalonien: Puigdemont lehnt Neuwahlen ab +++

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat Forderungen aus den eigenen Reihen nach einer vorgezogenen Wahl des Regionalparlaments eine Absage erteilt. Er habe über diese Möglichkeit nachgedacht, sich dann aber dagegen entschieden, sagte Puigdemont in Barcelona. Die spanische Zentralregierung will am Freitag ihrerseits vom Senat die Ausrufung von Neuwahlen in Katalonien absegnen lassen.

+++ 16.54 Uhr: München: Vater schüttelt Neugeborene zu Tode +++

In München soll ein Vater sein fünf Wochen altes Baby zu Tode geschüttelt haben. Gegen den Mann sei Haftbefehl wegen Mordes in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen erlassen worden, teilte die Polizei mit. Der Säugling war demnach am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden und trotz Reanimationsmaßnahmen wenige Stunden später gestorben.

Bei der Obduktion sei als Todesursache eine starke Hirnschwellung festgestellt worden, für die als wahrscheinlichste Ursache ein Schütteltrauma ausgemacht worden sei. Im Rahmen seiner Vernehmung habe der Vater gestanden, seine neugeborene Tochter geschüttelt zu haben. 

+++ 16.30 Uhr: Kenia: Zwei Tote bei Protesten gegen Wahl +++

Während der umstrittenen Wiederholung der Präsidentenwahl in Kenia sind bei Protesten zwei Menschen getötet worden. Ein Demonstrant, der zusammengeschlagen worden sei, sei bereits tot in ein Krankenhaus in der Oppositionshochburg Kisumu eingeliefert worden, sagte Juliana Rashia, eine medizinische Leiterin des Krankenhauses. Eine weitere Person mit einer Schusswunde sei in der Klinik gestorben. Unterstützer der Opposition stießen in Nairobi sowie in Kisumu und Mombasa mit der Polizei zusammen. Diese setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Der seit 2013 amtierende Präsident Uhuru Kenyatta will sich bei der Neuwahl eine zweite fünfjährige Amtszeit sichern. Oppositionsführer Raila Odinga hatte sich von der Abstimmung zurückgezogen und zum Boykott der Wahl aufgerufen. 

+++ 15.49 Uhr: Studie: Italien immer noch Land der Muttersöhnchen +++

Eine Studie hat Italiens Ruf als Land der Muttersöhnchen bestätigt. Der Anteil der Italiener, die im Alter von 30 bis 34 Jahren noch im "Hotel Mama" lebe, sei gestiegen, teilte die italienische Zentralbank mit. Anfang der 2000er Jahre lebten demzufolge 28 Prozent der 30- bis 34-jährigen Italiener noch bei ihren Eltern. Zehn Jahre später habe der Anteil bei 38,5 Prozent gelegen. Der Trend könne durch "eine Kombination von schlechten Arbeitsmarktbedingungen und hohen Wohnkosten" erklärt werden, sagte die Autorin der Studie, Enrica Di Stefano.

+++ 15.29 Uhr: Sechs Kohlenmonoxid-Tote: Vater zu Bewährungsstrafe verurteilt +++

Im Prozess um den tragischen Erstickungstod von sechs jungen Menschen in einem Gartenhaus im unterfränkischen Arnstein hat das Landgericht Würzburg den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er erhielt wegen fahrlässiger Tötung eine Haftstrafe von 18 Monaten zur Bewährung, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Gericht stellte zwar grobe Fahrlässigkeit fest, es blieb mit dem Strafmaß aber unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Fall hatte im Januar bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der nun verurteilte 52-Jährige hatte selbst die Leichen seines Sohns und seiner Tochter und von deren vier Freunden in der Gartenhütte der Familie entdeckt. Die Heranwachsenden im Alter von 18 und 19 Jahren waren durch eine Vergiftung mit dem geruchlosen Kohlenmonoxid bei einer Feier in der Hütte gestorben.

+++ 14.50 Uhr: Jamaika bekennt sich zu Klimazielen +++

Die Jamaika-Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen haben sich zu den deutschen und internationalen Klimazielen für 2020, 2030 und 2050 bekannt. Wie diese Ziele erreicht werden sollen, sei aber offen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen.

+++ 14.45 Uhr: Italienisches Parlament verabschiedet neues Wahlgesetz +++

Im italienischen Parlament ist ein neues Wahlgesetz verabschiedet worden, durch welches sich die populistische Fünf-Sterne-Bewegung benachteiligt sieht. Nach dem Abgeordnetenhaus wurde das Gesetz auch im Senat mit 214 zu 61 Stimmen angenommen. Das neue Wahlgesetz stärkt Parteienbündnisse. Vorgesehen ist, dass künftig 225 Abgeordnete nach dem Persönlichkeitswahlrecht bestimmt werden, also derjenige Kandidat mit den meisten Stimmen gewählt ist. 386 Abgeordnete sollen auf Grundlage von Wahllisten nach dem Verhältniswahlrecht bestimmt werden. Ein ähnliches System soll auch im Senat eingeführt werden.

+++ 14.35 Uhr: Asylbewerber stürzt sich aus Angst vor Abschiebung aus dem Fenster +++

Ein Asylbewerber ist im baden-württembergischen Schömberg aus dem Fenster seiner Unterkunft gesprungen - wahrscheinlich aus Angst vor einer drohenden Abschiebung. Er zog sich bei dem Sprung aus etwa sieben Metern Höhe lebensgefährliche Verletzungen zu, wie die Polizei mitteilte. Beamte wollten den 43-Jährigen am Morgen abholen, trafen ihn aber nicht an. Passanten entdeckten ihn vor dem Haus am Boden liegend. Ein Zeuge hatte den Sprung laut Polizei beobachtet. Der Mann sollte zur Überprüfung seiner tatsächlichen Identität zum Regierungspräsidium Karlsruhe gebracht werden, eine frühere Vorladung hatte er ignoriert.

+++ 14.32 Uhr: Katalanischer Regierungschef Puigdemont sagte Erklärung ab +++

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat überraschend eine angekündigte Erklärung zur Krise in Katalonien abgesagt. Es war erwartet worden, dass der dabei Neuwahlen angekündigen würde.

+++ 14.25 Uhr: Sperrungen wegen verdächtiger Gegenstände an Flughafen Köln/Bonn +++

Wegen verdächtiger Gegenstände hat die Bundespolizei den Bahnhof und Teile des Terminals 1 am Flughafen Köln/Bonn gesperrt. Die Gegenstände würden "durch den Entschärfungsdienst begutachtet und bewertet", erklärten die Beamten in Sankt Augustin. Der Flugverkehr sei nicht beeinträchtigt. Der Flughafen selbst teilte mit, im Terminal 1 sei der Bereich B von den Sperrungen betroffen. "Wie lange die Sperrung andauert, ist derzeit noch unklar", hieß es.

+++ 14.15 Uhr: Bundesrechnungshof stellt Steuervergünstigung für Diesel infrage +++

Der Bundesrechnungshof hat die Steuervergünstigung für Dieselkraftstoff infrage gestellt. Diesel habe ebenso wie Benzin Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt, erklärte Rechnungshof-Präsident Kay Scheller anlässlich seines neuen Berichts zur finanzwirtschaftlichen Entwicklung des Bundes. "Insofern stellt sich die Frage, weshalb der eine gegenüber dem anderen privilegiert wird." Der Bundesrechnungshof stützt damit eine Forderung der Grünen. Deren Fraktionschef Anton Hofreiter hatte im Vorfeld der Jamaika-Sondierungen das Diesel-Privileg sowie die steuerliche Vergünstigungen für Dienstwagen als "absurde Geldverschwendung zu Lasten von Klima, Gesundheit und der Steuerzahler" bezeichnet. Die Klima- und Umweltpolitik steht bei den Beratungen von Union, FDP und Grünen auf der Tagesordnung. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Donnerstag über den Bericht des Bundesrechnungshofes berichtet. Derzeit kassiert der Staat demnach 47,04 Cent pro Liter Diesel, beim Benzin sind es 65,45 Cent. 

+++ 14.03 Uhr: Freiburg: Prozess gegen Hussein K. dauert wohl länger +++

Der Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. vor dem Landgericht Freiburg dauert voraussichtlich länger als geplant. Der für den 8. Dezember vorgesehene Termin für ein Urteil werde vermutlich nicht zu halten sein, sagte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk beim neunten Verhandlungstag des seit Anfang September laufenden Prozesses. Grund seien weitere Beweisanträge, die zeitintensive Vernehmung von Zeugen sowie komplizierte Rechtshilfeersuchen an Griechenland. Mit einem Urteil sei daher später zu rechnen. Anfang November werde das Gericht entscheiden, ob und wie der Zeitplan konkret geändert werde.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober vergangenen Jahres eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt, gewürgt und ins Wasser des Flusses Dreisam gelegt zu haben. Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau im Jahr 2013 war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Danach war er untergetaucht und im November 2015 nach Deutschland gekommen.

+++ 13.56 Uhr: Schädel aus Papua-Neuguinea wohl von ältestem Tsunami-Opfer der Welt +++

Ist das das älteste Tsunami-Opfer der Welt?

Ist das das älteste Tsunami-Opfer der Welt?

Ein 6.000 Jahre alter Schädel aus Papua-Neuguinea stammt wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wahrscheinlich vom "ältesten Tsunami-Opfer der Welt". Ein Forscherteam der australischen University of New South Wales (UNSW) veröffentlichte in der Online-Fachzeitschrift "Plos One" neue Erkenntnisse zu dem Schädel, der bereits 1929 von einem australischen Geologen entdeckt worden war. Nach Einschätzung der Wissenschaftler lebte und starb der Mensch, dessen Schädel in der papua-neuguineischen Stadt Aitape gefunden wurde, sehr viel später als bisher angenommen. Bislang wurde der Fund für den Schädel eines Homo erectus gehalten, eine Spezies, die vor rund 140.000 Jahren ausgestorben ist. Die Forscher der UNSW-Universität bestimmten das Alter des Schädels nun aber mit 6.000 Jahren. Somit handelte es sich um einen von uns - einen Homo sapiens.

Im Gegensatz zu bisherigen Untersuchungen nahm das internationale Forscherteam aus Australien, den USA, Frankreich, Neuseeland und Papua-Neuguinea auch Bodenproben von der Fundstelle unter die Lupe. Dort stand der Meeresspiegel vor 6.000 Jahren noch deutlich höher. Demnach starb unser Vorfahr in der Nähe der Küste - vermutlich durch einen Tsunami. "Wir haben entdeckt, dass die Stelle, an dem der Aitape-Schädel ausgegraben wurde, damals eine Küstenlagune war, die vor rund 6.000 Jahren von einem schweren Tsunami überflutet wurde", erklärte James Goff, einer der Autoren der Studie. In den Sedimentsproben fanden sich der Studie zufolge mikroskopisch kleine Organismen aus dem Meer.

+++ 13.50 Uhr: EZB halbiert Anleihenkäufe auf 30 Milliarden Euro +++

Die Europäische Zentralbank (EZB) drosselt das Tempo ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe. Ab Januar 2018 will die Notenbank monatlich 30 Milliarden Euro in den Markt pumpen statt wie derzeit 60 Milliarden Euro. Allerdings verlängert die Notenbank das Kaufprogramm zugleich um neun Monate bis mindestens Ende September 2018, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

+++ 13.08 Uhr: Prozess um Kohlenmonoxid-Tote: Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe +++

Im Prozess um den tragischen Erstickungstod von sechs jungen Menschen in einem Gartenhaus im unterfränkischen Arnstein hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Die Verteidigung des Vaters von zweien der Toten plädierte dagegen auf eine Verurteilung ohne Strafe, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte.

Ein Absehen von einer Bestrafung ist für Täter möglich, die von den Tatfolgen selbst so schwer betroffen sind, dass jede Strafe als verfehlt anzusehen wäre. Dies gilt allerdings nur bei Strafen von bis zu einem Jahr. Ein Urteil sollte noch heute gesprochen werden.

+++ 12.50 Uhr: Stiefsohn jahrelang missbraucht: Sechs Jahre Haft +++

Wegen jahrelangen Missbrauchs ihres Stiefsohns muss eine 53-jährige Saarländerin für sechs Jahre ins Gefängnis. Die Angeklagte habe den Jungen seit seinem vierten Geburtstag nahezu täglich geschlagen, urteilte das Landgericht Saarbrücken am Donnerstag. Dauerhafte Mangelernährung und nicht behandelte Knochenbrüche hätten bleibende Schäden verursacht. Der 54 Jahre alte Vater des Kindes erhielt wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht eine einjährige Bewährungsstrafe.

"Der Junge wurde völlig menschenunwürdig behandelt", bilanzierte der Vorsitzende Richter. Mit 17 Jahren war dem heute 25-Jährigen nach zwei missglückten Versuchen die Flucht zum Jugendamt gelungen. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft für die Frau und zweieinhalb Jahre für den Mann beantragt, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Beide Angeklagten hatten sämtliche Vorwürfe bestritten.

+++ 12.40 Uhr: Indonesien: Zahl der Toten bei Explosion in Feuerwerksfabrik steigt +++

Die Zahl der Toten durch die Explosion einer Feuerwerksfabrik in Indonesien ist auf mindestens 47 gestiegen. Das sagte der Polizeichef der Hauptstadt Jakarta, Idham Aziz, am Donnerstag. 35 weitere Menschen seien verletzt worden, hatte der Sender Metro TV unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet.

Die Explosion ereignete sich in Tangerang in der Nähe von Jakarta.
Das Dach der Fabrik wurde abgesprengt, wie die Polizei mitteilte. Bei den Opfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter der Fabrik. Die Explosion löste einen Brand aus.

+++ 12.31 Uhr: Zugunglück mit mehreren Toten in Finnland +++

Bei einem Zugunglück in Finnland sind vier Menschen ums Leben gekommen. Ein Regionalzug war am Vormittag in Skogby westlich von Helsinki mit einem Militärfahrzeug kollidiert. Weitere elf Menschen wurden verletzt, ihr Zustand sei aber stabil, teilte die Polizei in Ekenäs mit. Die Unglücksursache war zunächst noch unbekannt. Es habe geschneit und die Straßenverhältnisse seien schlecht gewesen, sagte Mats Sjöholm von der Kriminalpolizei. Man gehe von einem Unfall aus. Drei der Getöteten waren Wehrdienstleistende. Sie waren bei einer Übung und hatten in Leksvall übernachtet. An einem Bahnübergang auf dem Weg nach Syndalen war dann das Unglück mit ihrem Fahrzeug geschehen. Verteidigungsminister Jussi Niinistö ordnete Trauerbeflaggung an.

+++ 12.23 Uhr: Online-Plattform Airbnb und Dortmund einigen sich bei Bettensteuer +++

Die Vermietungsplattform Airbnb wird künftig in Dortmund von Gästen mit den Übernachtungskosten automatisch auch die Bettensteuer kassieren und an die Stadt weiterleiten. Darauf haben sich die Kommune und das Unternehmen verständigt. Dortmund sei damit die erste deutsche Stadt, in der ein Online-Anbieter diese Aufgabe übernehme, teilte Airbnb mit. Zuvor hatten die "Ruhr-Nachrichten" über die "Beherbergungsabgaben-Vereinbarung" berichtet. Auch nach Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes dürfte Dortmund damit deutschlandweit die erste Kommune sein. Der Hintergrund: Wie viele andere Städte auch erhebt Dortmund bei privaten Übernachtungen in Hotels oder vermieteten Zimmern eine Abgabe in Höhe von 7,5 Prozent des Übernachtungspreises. Bislang mussten die Airbnb-Gastgeber die Bettensteuer von ihren privat reisenden Gästen kassieren und an die Stadt weiterreichen. Das hatte zu deutlichen Mängeln und hohem Verwaltungsaufwand geführt.

+++ 12.16 Uhr: Tote Teenager in Laube - Verteidigung will Schuldspruch ohne Strafe +++

Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken hat sich die Verteidigung für einen Schuldspruch ohne Strafe ausgesprochen. Damit könne der Paragraf 60 des Strafgesetzbuches greifen, sagte Verteidiger Hubertus Krause vor dem Landgericht Würzburg. "Strafe bringt uns keine Kinder zurück." Der Paragraf 60 besagt, dass von der Bestrafung eines Täters abgesehen werden kann, wenn er durch seine Tat selbst so schwer getroffen ist, dass eine verhängte Strafe offensichtlich verfehlt wäre. Der 52 Jahre alte Mann und Besitzer der Gartenlaube hatte bei der Tragödie im Januar in Arnstein auch zwei seiner Kinder verloren. Die 18 und 19 Jahre alten Jugendlichen starben, weil sie unbemerkt giftige Gase eines benzinbetriebenen Stromgenerators eingeatmet hatten. Das Gerät ist nicht für Innenräume zugelassen, stand aber im Technikraum der Laube.

Der Franke war zunächst wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Gericht beschränkte das Verfahren am Donnerstag allerdings auf vier Fälle, weil der Familienvater durch die Tragödie selbst schwer getroffen wurde. Die Staatsanwaltschaft forderte zwei Jahre Haft auf Bewährung. Ein Nebenkläger-Anwalt schloss sich dem an, ein zweiter forderte zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Das Urteil soll noch heute fallen.

+++ 11.18 Uhr: Bundeswehr-Tornados dürfen für Polizei aufklären +++

Der Einsatz eines Tornado-Flugzeugs über dem Protestcamp gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm ist ein deutlicher Eingriff in die Versammlungsfreiheit gewesen. Dies stellte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in zwei am Mittwochabend verkündeten Urteilen klar. Es ließ allerdings noch offen, ob der Tornado-Überflug in geringer Höhe polizeilich notwendig und daher gerechtfertigt war. Dies soll nun das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern in Greifswald klären. Aufklärungsflüge der Bundeswehr als Amtshilfe für die Polizei sind danach aber grundsätzlich zulässig. Im Vorfeld des G8-Gipfels führender Industriestaaten am 5. Juni 2007 in Heiligendamm flog die Bundeswehr einen Amtshilfeeinsatz für die Polizei. Ein Tornado-Aufklärungsflugzeug machte dabei Luftaufnahmen im Umfeld des Austragungsorts. Dadurch sollten Erddepots und Manipulationen an bestimmten Straßenzügen erfasst werden, die auf Anschlagsvorbereitungen hindeuten könnten.

+++ 11.03 Uhr: In Mordfall Johanna kamen Ermittler durch andere Sexualstraftat auf Verdächtigen +++

In dem nach 18 Jahren aufgeklärten Sexualmordfall Johanna sind die Ermittler durch eine andere Sexualstraftat auf den nun festgenommenen Tatverdächtigen gekommen. Der des Mordes an dem acht Jahre alten Mädchen verdächtige Mann sei im August vergangenen Jahres zufällig Passanten bei sexuell motivierten Fesselungsspielen mit einem 14-jährigen Mädchen in einem Maisfeld aufgefallen, sagte Staatsanwalt Thomas Hauburger. Das habe umfangreiche Ermittlungen gegen den 41-Jährigen ausgelöst, die nun zu seiner Festnahme führten. Die Polizei hatte am Mittwoch die Festnahme des Tatverdächtigen in Friedrichsdorf bekannt gegeben. Laut Hauburger ließ dieser sich gegenüber dem Haftrichter "überwiegend geständig" ein. Demnach brachte er das achtjährige Kind am 2. September 1999 in seine Gewalt, legte es in den Kofferraum seines Wagens, nötigte es sexuell und tötete das Mädchen. Anschließend habe er die Leiche in einem Waldstück abgelegt, wo sie im April 2000 gefunden wurde.

+++ 10.43 Uhr: Mutmaßlicher Schleuser nach Tod von 54 Flüchtlingen in Norddeutschland gefasst +++

Nach dem Tod von 54 Flüchtlingen auf einer mit Waffengewalt erzwungenen Überfahrt über das Mittelmeer haben Bundespolizisten in Schleswig-Holstein einen der mutmaßlichen Schleuser gefasst. Der 27-jährigen Iraker sei von Flüchtlingen wiedererkannt und am Mittwoch in Strande festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Kiel. Ihm werde Schleusung mit Todesfolge vorgeworfen. Nach Angaben des Behördensprechers gehörte der Verdächtige zu einer Gruppe von Schleusern, die am 28. Oktober 2015 mehr als 320 Flüchtlinge auf einem Boot von der Türkei nach Griechenland bringen wollten. Weil das Gefährt nicht den versprochenen Maßstäben genügte, verweigerten einige Menschen die Fahrt. Diese seien aber "mit Waffengewalt gezwungen" worden, doch an Bord zu gehen.

+++ 10.19 Uhr: Schweizer Paar in Indien von Männern angegriffen und verletzt +++

Ein Paar aus der Schweiz ist in Indien von einer Männergruppe angegriffen und schwer verletzt worden. Die beiden 24-Jährigen aus Lausanne seien bereits am Sonntag in der Stadt Fatehpur Sikri im Westen des Bundesstaats Uttar Pradesh von mehreren jungen Männern mit Steinen und Stöcken attackiert und schließlich verletzt auf der Straße zurückgelassen worden, berichtete die Zeitung "Times of India". Die Schweizerin sei mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus gebracht worden, ihr Freund habe schwere Verletzungen am Kopf davongetragen. Die beiden hätten erklärt, dass die Männer ihnen zunächst den Weg abschnitten und die Frau gezwungen hätten, mit ihnen für Fotos zu posieren. Die Polizei sprach von vier Verdächtigen - äußerte sich aber nicht dazu, ob diese festgenommen wurden. Indiens Außenministerin Sushma Swaraj erklärte via Twitter, sie habe von dem Überfall aus der Zeitung erfahren und daraufhin einen Bericht der Regierung von Uttar Pradesh angefordert. Ihre Mitarbeiter würden das verletzte Paar in dem Krankenhaus in Neu Delhi besuchen.

+++ 9.51 Uhr: 27 Tote bei Explosion von Feuerwerksfabrik in Indonesien +++

In Indonesien sind mindestens 27 Menschen bei einer Explosion in einer Fabrik für Feuerwerkskörper ums Leben gekommen. 35 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete Metro TV unter Berufung auf die Feuerwehr. Bei den Opfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter der Fabrik in Tangerang nahe der Hauptstadt Jakarta. Die Explosion löste einen Brand aus, das Fabrikgebäude wurde zerstört, wie Metro TV meldete.

+++ 9.35 Uhr: Katalanen beraten bis in die frühen Morgenstunden +++

Die nach Unabhängigkeit strebende katalanische Führung hat nach Medienberichten bis in die frühen Morgenstunden über das weitere Vorgehen beraten. Nach Informationen der Zeitungen "El Pais" und "El Mundo" brachte das Treffen von Regierungschef Carles Puigdemont mit engen Mitarbeitern und Politikern seines Regierungsbündnisses, das am Mittwoch um 19 Uhr im katalanischen Regierungspalast Palau begonnen hatte, keine Einigung. In dem Bündnis herrscht Streit darüber, ob bei der Sitzung des Regionalparlamentes die Unabhängigkeit erklärt werden soll. Eine andere Option wären Neuwahlen.

+++ 9.28 Uhr: Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten bei Wahl in Kenia +++

Bei der umstrittenen Wiederholung der Präsidentenwahl in Kenia ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Die Polizei setzte am heute Morgen Tränengas gegen Unterstützer der Opposition in Kibera ein, einem Slum der Haupstadt Nairobi. Demonstranten hatten die Eingänge einiger Wahllokale mit großen Steinen und Reifen versperrt. Die meisten Wahllokale in Nairobi waren zwar offen, es kamen aber zunächst nur wenige Wähler. Auch in der Hafenstadt Mombasa verspe Demonstranten die Straßen vor einigen Wahllokalen.

Der seit 2013 amtierende Präsident Uhuru Kenyatta will sich bei der Neuwahl eine zweite fünfjährige Amtszeit sichern.

+++ 8.55 Uhr: Fast 20 Jahre zurückliegender Mordfall in Hessen womöglich aufgeklärt +++

Mehr als 18 Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines achtjährigen Mädchens aus Hessen ist der Fall womöglich aufgeklärt. In Friedrichdorf wurde ein 41-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Gießen mitteilten. Er soll sich im September 1999 an Johanna B. sexuell vergangen und sie danach getötet haben. Ihre Leiche wurde im April 2000 in einem Waldstück bei Alsfeld gefunden. Der festgenommene Verdächtige räumte laut Polizei und Staatsanwaltschaft "den überwiegenden Teil" der Vorwürfe ein. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Mordes und besonders schwerer sexueller Nötigung erlassen. Die Ermittler wollen im Laufe des Tages weitere Details zu dem Fall bekanntgeben.

+++ 8.42 Uhr: Einigung im Tarifstreit - keine Streiks bei der Postbank +++

Mögliche Streiks bei der Postbank sind vom Tisch. Im Tarifstreit für die rund 18.000 Beschäftigten der Postbank hat sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft Verdi geeinigt. Wie die Gewerkschaft mitteilte, wurde unter anderem ein Kündigungsschutz bis zum 30. Juni 2021 vereinbart. Außerdem sollen die Gehälter in drei Schritten steigen. Der erste Schritt erfolge rückwirkend zum 1. April 2017 mit einer Erhöhung um 1,7 Prozent. Um weitere 0,9 Prozent sollen die Gehälter von Januar 2018 an steigen. Der dritte Schritt mit einer Erhöhung um 2,3 Prozent ist dann für Januar 2019 vorgesehen. Die Gesamtlaufzeit beträgt 28 Monate, wie es hieß. "Durch die Einigung in der vierten Verhandlungsrunde wird der monatelange Tarifkonflikt beendet", teilte Verdi in Berlin mit. Die ver.di-Tarifkommission habe den Mitgliedern empfohlen, das Ergebnis bei der Urabstimmung zu billigen.

+++ 7.28 Uhr: Anwalt kündigt umfassendes Geständnis in Spionagefall an +++

Im Prozess um den mutmaßlichen Schweizer Spion, der deutsche Steuerfahnder bespitzelt haben soll, hat dessen Anwalt ein umfassendes Geständnis angekündigt. Die Chancen stünden gut, dass es bei der Verhandlung heute eine einvernehmliche Lösung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft gebe, sagte Anwalt Valentin Landmann dem Schweizer Radio SRF. Das letzte Wort habe natürlich der Richter am Oberlandesgericht in Frankfurt. Ob Daniel M. noch am gleichen Tag freikomme, bleibe abzuwarten, so Landmann. Die Verhandlung war vergangene Woche nach dem Auftakt unterbrochen worden. Ziel der Verteidigung war es, im Gegenzug für ein umfassendes Geständnis eine Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren zu erreichen. Der Spionagefall hat das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz belastet: Der 54-jährige Daniel M. soll im Auftrag des Schweizer Geheimdienstes deutsche Steuerfahnder bespitzelt haben. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die Finanzverwaltung beim Ankauf von Steuer-CDs vorgeht. Der Mann war Ende April in Frankfurt verhaftet worden.

+++ 6.34 Uhr: Amazonas-"Boom": Ureinwohnern droht Vertreibung +++

Nach Massakern an isoliert lebenden Ureinwohnern und einer Auflösung indigener Schutzgebiete wächst die Sorge vor einer ungezügelten Ausbeutung des Amazonasgebietes. "Der Fokus liegt auf der Ausweitung des Bergbaus in indigenen Gebieten und auf der Vieh- und Sojaproduktion", sagte der Anthropologe Miguel Aparicio. Aparicio lehrt an der Universität Rio de Janeiro und hat viele Feldforschungen zu indigenen Gemeinschaften im Amazonasbecken unternommen. "Die Gebiete der isoliert lebenden Indianer sind das Hauptziel, wegen des Reichtums an Ressourcen." Nach Angaben des Indigenen-Missionsrates wurden allein 2016 mindestens 118 Indigenas getötet. Der Bericht spricht von einer "Anti-Indigenen-Offensive" durch die Politik und den Agrarsektor. Zuletzt hat die Staatsanwaltschaft in Manaus nach einem Massaker an über zehn, völlig abgeschieden lebenden Ureinwohnern im Reservat Vale do Javari an der Grenze zu Peru Strafermittlungen gegen Goldgräber eingeleitet - hier leben mehrere Völker ohne Kontakt zur Außenwelt. 

+++ 4.58 Uhr: Vater von ermordeter Zweijähriger weiter auf der Flucht +++

Der tatverdächtige Vater eines am Montagabend in Hamburg getöteten zweijährigen Mädchens ist weiterhin auf der Flucht. Die Polizei konnte den 33-Jährigen bisher nicht ausfindig machen, wie die Beamten mitteilten. Am Montagabend hatten Polizisten das Kind tot in der Wohnung der Familie im Stadtteil Neugraben-Fischbek gefunden. Die 32 Jahre alte Mutter war zur Polizeiwache gegangen, um ihren Mann wegen Bedrohung anzuzeigen. Als die Beamten die Wohnung betraten, entdeckten sie das tote Kind. Noch in der Nacht leitete die Polizei die Fahndung nach dem Vater ein.


+++ 3.57 Uhr: Amazon will mit intelligenten Schlössern Paketboten die Haustür öffnen +++

Der Online-Versandhändler Amazon will seine Paketlieferungen künftig dank intelligenter Türschlösser direkt in das Zuhause seiner Kunden bringen. Die "Amazon Key" genannten Schlösser sollen ab dem 8. November in 37 US-Städten für Nutzer des kostenpflichtigen Angebots Amazon Prime verfügbar sein, wie das Unternehmen mitteilte. Das Schloss ist demnach auch mit einer Sicherheitskamera ausgestattet, über die sich die Lieferung hinter die eigene Türschwelle per Smartphone verfolgen lassen soll. Den Preis für die einfachste Version des intelligenten Schlosses gibt der in Seattle im US-Bundesstaat Washington ansässige Internetriese mit 250 Dollar (umgerechnet 212 Euro) an. "Amazon Key verschafft den Kunden das beruhigende Gefühl, zu wissen, dass ihre Bestellungen sicher zu ihnen nach Hause geliefert wurden und auf sie warten, wenn sie durch ihre Tür gehen", erklärte Amazon-Manager Peter Larsen. Das Entsperren des Schlosses soll dabei über das Internet erfolgen, die Paketboten erhalten die Zugangscodes nicht.

+++ 2.24 Uhr: Chile verbannt Plastiktüten aus Küstenregionen +++

Chile will verstärkt gegen Plastikmüll im Ozean vorgehen. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet hat ein Gesetz unterzeichnet, das Plastiktüten aus mehr als hundert Küstenorten des südamerikanischen Landes verbannen soll. "Unsere Fische sterben durch die Aufnahme von Plastik oder strangulieren sich", sagte Bachelet bei einem Auftritt im Surfresort Pichilemu. "Bei dieser Aufgabe müssen alle zusammenarbeiten", fügte die Staatschefin hinzu. Das Ökosystem der Ozeane müsse geschützt werden, bekräftigte Bachelet in ihrer Rede. Zusätzlich zu den insgesamt 102 küstennahen Städten und Dörfern, aus denen Plastiktüten verbannt werden, sollen sich auch weitere Orte in Chile dem Vorstoß anschließen können. Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte die Initiative als "sehr wichtigen Meilenstein für Chile". Dieser eröffne dem gesamten Land die Möglichkeit, sich von Plastiktüten zu verabschieden.

+++ 0.05 Uhr: Studie: Weltweit mehr Milliardäre und mehr Vermögen +++

Der Club der Milliardäre ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr größer und reicher geworden. Angetrieben unter anderem von steigenden Rohstoff- und Immobilienpreisen kletterte das Vermögen der reichsten Menschen der Welt insgesamt um 17 Prozent auf den Rekordwert von sechs Billionen Dollar, wie aus einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS hervorgeht. Die Zahl der Milliardäre erhöhte sich um zehn Prozent auf 1542. Besonders kräftig war der Zuwachs in China. Zum ersten Mal in der Geschichte gab es den Angaben zufolge in Asien mehr Milliardäre (637) als in den USA (563).


jen/tyr/tkr/wue / DPA / AFP