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News von heute: Schweres Erdbeben erschüttert Süden von Mexiko – Tsunamiwarnung für vier Länder

Schweres Erdbeben erschüttert Süden von Mexiko +++ NRW verhängt auch für Warendorf Lockdown +++ Lufthansa schließt Flugbetrieb der deutschen SunExpress +++ Die Nachrichten von heute im stern-Ticker.

Menschen in Mexiko Stadt sind auf die Straßen gegangen, um sich in Sicherheit zu bringen

Menschen in Mexiko Stadt sind auf die Straßen geflüchtet, um sich in Sicherheit zu bringen

AFP

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Schweres Erdbeben erschüttert Süden von Mexiko (18.10 Uhr)

  • NRW verhängt auch für Warendorf Lockdown - Gesundheitsminister attackiert Tönnies (16.30 Uhr)

  • Ex-Wirecard-Chef Braun gegen Millionenkaution frei (14.48 Uhr)

  • Lufthansa schließt Flugbetrieb der deutschen SunExpress (14.38 Uhr)

  • AfD-Landtagsfraktion wählt Kalbitz wieder zum Chef (12.34 Uhr)

  • Laschet: Erneuter "Lockdown" für Kreis Gütersloh (10.50 Uhr)

Die Nachrichten von heute im stern-Ticker:   

+++ 19.18 Uhr: Mindestens ein Toter bei schwerem Erdbeben in Mexiko +++

Bei einem schweren Erdbeben im Süden von Mexiko ist mindestens ein Mensch getötet worden. Die Person sei im Bundesstaat Oaxaca um Leben gekommen, teilte der Zivilschutz am Dienstag mit. Aus der Region wurden leichte Schäden an Gebäuden gemeldet. Zudem fiel in der Provinzhauptstadt Oaxaca de Juárez der Strom aus. Zuvor war Oaxaca von einem Beben der Stärke 7,5 erschüttert worden. Der Erdstoß war auch in Mexiko-Stadt sowie den Bundesstaaten Guerrero, Veracruz, Puebla und Chiapas zu spüren. Die US-Behörden sprachen eine Tsunami-Warnung für die Küste von Mexiko aus.

+++ 18.57 Uhr: Lkw mit 64 Migranten aus Bangladesch in Nordmazedonien gestoppt +++

Die Polizei in Nordmazedonien hat einen Lastwagen mit 64 Migranten aus Bangladesch gestoppt. Das Fahrzeug sei von der griechischen Grenze im Süden des Landes weggefahren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MIA am Dienstag. Der Fahrer ist demnach einer Festnahme entgangen. Der Vorfall habe sich bereits am Montagabend auf der Strecke zwischen Valandovo und Strumica im Südosten ereignet. Die Migranten seien in ein Aufnahmezentrum in Gevgelija nahe der Grenze zu Griechenland gebracht worden.

+++ 18.49 Uhr: Finnland lockert Reisebeschränkungen zum 13. Juli +++

Finnland will die in der Coronakrise erlassenen Reisebeschränkungen Mitte Juli für eine Reihe von europäischen Ländern wieder aufheben, darunter voraussichtlich auch Deutschland. Die Möglichkeit zur Einreise hänge dann vom Infektionsgeschehen im jeweiligen Land ab, gaben Innenministerin Maria Ohisalo und Außenminister Pekka Haavisto auf einer Pressekonferenz in Helsinki bekannt. Ab dem 13. Juli sollen demnach Reisen aus Ländern wieder möglich sein, die innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet haben. Nach heutigem Stand fielen darunter neun Staaten des EU- und Schengenraumes, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – Finnlands wichtigstes Nachbarland Schweden dagegen nicht. Bereits Mitte Juni hatte Finnland seine Grenzen für Reisende aus dem Baltikum, Norwegen, Dänemark und Island aufgehoben.

+++ 18.10 Uhr: Schweres Erdbeben erschüttert Süden von Mexiko +++ 

Der Süden von Mexiko ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 lag zwölf Kilometer südöstlich der Ortschaft Crucecita im Bundesstaat Oaxaca, wie der seismologische Dienst am Dienstag mitteilte. Auch in Mexiko-Stadt war der Erdstoß zu spüren. Zahlreiche Menschen verließen ihre Häuser und brachten sich in Sicherheit. Opfer oder Schäden wurden zunächst nicht gemeldet. Die US-Behörden gaben eine Tsunami-Warnung für die Küsten von Südmexiko, Guatemala, El Salvador und Honduras heraus. Es sei mit bis zu drei Meter hohen Wellen im Umkreis von tausend Kilometern um das Epizentrum des Erdbebens zu rechnen, teilte das US-Tsunami-Warnzentrum im Pazifik mit.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. 1985 kamen dabei in Mexiko-Stadt mindestens 10.000 Menschen ums Leben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

+++ 17.42 Uhr: Putin kündigt Erhöhung der Einkommensteuer an +++

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in der schwersten Krise seines Landes seit Jahrzehnten eine Steuererhöhung auf hohe Einkommen angekündigt. Die Steuer auf Einkommen von mehr als 5 Millionen Rubel pro Jahr (rund 64 260 Euro) werde vom 1. Januar 2021 an von 13 auf 15 Prozent erhöht, kündigte der Kremlchef in einer Fernsehansprache an. 

+++ 17.39 Uhr: Schleswig-Holstein: Quarantäne für Reisende aus Risikogebieten +++

Reisende aus Corona-Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen müssen in Schleswig-Holstein künftig in Quarantäne. Sie sollten unverzüglich nach der Einreise ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft beziehen, um sich 14 Tage lang zu isolieren, teilte die Landesregierung in Kiel am Dienstag mit. 

+++ 17.12 Uhr: 16 Strafanzeigen im Fall Tönnies +++

Die Zahl der Strafanzeigen im Fall Tönnies hat sich deutlich erhöht. Bis Dienstag sind 16 Anzeigen eingegangen, teilte Oberstaatsanwalt Martin Temmen auf Anfrage der "Neuen Westfälischen" mit.

"In den Strafanzeigen wird im Wesentlichen der Vorwurf gegen namentlich nicht genannte Personen erhoben, es seien nicht die erforderlichen Maßnahmen zur Verhinderung der massenhaften Corona-Infektionen in dem Unternehmen getroffen worden", teilte Temmen schriftlich mit. In einer der Strafanzeigen werden demnach Vorwürfe unter anderem gegen die vier Geschäftsführer der Tönnies Holding wegen "Hygieneverstößen und der menschenunwürdigen Unterbringung von Arbeitern in Sammelunterkünften erhoben".

+++ 17.01 Uhr: Göttingen lockert Corona-Quarantäne für 350 Bewohner von isoliertem Hochhaus +++

Im niedersächsischen Göttingen wird die Corona-Quarantäne für etwa die Hälfte der Bewohner eines komplett isolierten Hochhauskomplexes nach negativen Tests vorzeitig gelockert. Knapp 350 der rund 700 dort lebenden Menschen könnten die Gebäude nun wieder zeitlich unbegrenzt verlassen, teilte die Stadtverwaltung mit. Für die übrigen gelten die nach einem massiven Corona-Ausbruch angeordneten Quarantänemaßnahmen weiter bis zunächst Donnerstag.

+++ 16.51 Uhr: Corona-Infektionen in Wiesenhof-Schlachthof bei Oldenburg +++

Mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs der PHW-Gruppe ("Wiesenhof") im niedersächsischen Wildeshausen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Unternehmen mit. Eine am Montag erfolgte Reihentestung sei bei 23 von 50 Mitarbeitern positiv verlaufen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der PHW-Gruppe zufolge sollen alle mehr als 1100 Mitarbeiter des Schlachthofes auf eine Corona-Infektion getestet werden. PHW hält eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schlachthof Geestland Putenspezialitäten.

+++ 16.30 Uhr: NRW verhängt auch für Warendorf Lockdown - Laumann attackiert Tönnies +++

Neben dem Landkreis Gütersloh hat Nordrhein-Westfalen auch den Nachbarkreis Warendorf wieder mit einem weitgehenden Lockdown belegt. Genau wie in Gütersloh gebe es Kontaktbeschränkungen, Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen würden verboten und ab Donnerstag auch Kitas und Schulen geschlossen, teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in der Staatskanzlei mit. Ohne die Maßnahmen "wären die Belastungen am Ende womöglich um ein Vielfaches höher - in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, in den benachbarten Kreisen und Städten sowie in den anderen Teilen unseres Landes".

Scharfe Worte schickte Laumann in Richtung Tönnies, wo mehr als 1550 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Der Fleischbetrieb habe Daten über seine Mitarbeiter nur unter Zwangsgeldandrohung rausgegeben. "Das kann nicht mehr so weitergehen!", sagte der CDU-Politiker. Dass ein Betrieb, in dem 7000 Leute arbeiteten, keinen Betriebsrat habe, sei ein Unding. Auch, dass Tönnies sein Kerngeschäft auslagere und Werkarbeitnehmer beschäftige, müsse ein Ende haben. Ob die Werkvertragsarbeiter in Quarantäne weiterhin ihr mit Tönnies vereinbartes Gehalt bekommen, könne er nicht mit Sicherheit sagen, so Laumann. "Soweit ich weiß, schon. Aber ich glaube in diesen Gefilden nichts."

Reaktionen auf neue Corona-Einschränkungen in Gütersloh

Laumann sagte, er werde jetzt "sehr viel Munition sammeln, um mit diesem Sumpf aufzuräumen." Der Verdacht liege nahe, dass der Corona-Hotspot im Kreis Gütersloh ganz klar auf einen Ursprung innerhalb der Firma Tönnies zurückzuführen sei. Genau wie Ministerpräsident Armin Laschet kritisierte Laumann die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Fleisch-Konzerns in der aktuellen Krise. So habe man sich "Zutritt zu den Büros" verschaffen müssen um überhaupt an die benötigten Mitarbeiterlisten zu gelangen.

Im Kreis Gütersloh sollen nun alle Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie Supermarktmitarbeiter getestet werden. Zudem sollen sich weiterhin alle Menschen in Gütersloh, die es wollen, testen lassen können. "Tönnies hat ja gesagt, dass er die Tests bezahlt", erklärte Laumann.

+++ 16.05 Uhr: Laumann greift Tönnies an +++ 

Laumann kritisiert die Arbeitsbedingungen bei Tönnies. "Das kann nicht mehr so weitergehen!" Dass ein Betrieb, in dem 7000 Leute arbeiten, keinen Betriebsrat habe, sei ein Unding, betont Laumann. Dass Tönnies sein Kerngeschäft auslagert und Werksarbeiter beschäftigt, müsse ein Ende haben. 

Ob die Werkvertragsarbeiter in Quarantäne weiterhin ihr mit Tönnies vereinbartes Gehalt bekommen, kann Laumann nicht mit Sicherheit sagen. "Soweit ich weiß, schon. Aber ich glaube in diesen Gefilden nichts."

+++ 15.42 Uhr: NRW kündigt groß angelegte Testaktion an +++ 

Im Kreis Gütersloh sollen nun alle Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen getestet werden. Ebenso sollen Krankenhaus- und Supermarktmitarbeiter der beiden Kreise Gütersloh und Warendorf getestet werden, da es dort zu Kontakten mit Tönnies-Mitarbeitern gekommen sein könnte. Zudem sollen sich weiterhin alle Menschen in Gütersloh, die es wollen, testen lassen können. "Tönnies hat ja gesagt, dass er die Tests bezahlt", erklärt Laumann. "Von daher bin ich was die Testaktionen angeht sehr entspannt."

Wenn bei den Tests keine Infizierten entdeckt würden, sei das ja ein klarer Hinweis darauf, dass nur die Tönnies-Belegschaft von der Infektionswelle betroffen sei, sagt der Gesundheitsminister. "Wenn sie sich Gütersloh wegdenken, haben wir die Krise in NRW bisher ganz gut gemeistert."

+++ 15.36 Uhr: Schulen und Kitas ab Donnerstag auch im Kreis Warendorf dicht +++

Für Donnerstag  werde der Landrat die Schließung der Schulen und Kindergärten auch im Kreis Warendorf verfügen. Genau wie im benachbarten Kreis Gütersloh gebe es wieder Kontaktbeschränkungen, Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen würden verboten. Das große Glück sei aber, dass das Coronavirus bislang nicht auf andere Bevölkerungsteile ohne Kontakt zur Tönnies-Belegschaft übergesprungen sei, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

+++ 15.36 Uhr: Alle Schlachthof-Mitarbeiter in NRW getestet +++

Alle Arbeitnehmer von Tönnies sind unter Quarantäne gestellt, erklärt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Darüber hinaus seien alle 7000 Schlachthof-Mitarbeiter von Tönnies in NRW getestet worden. Um die Quarantäne durchzusetzen, sei die Polizei im Kreis Gütersloh aktuell massiv im Einsatz.

+++ 15.32 Uhr: NRW informiert über weitere Maßnahmen nach Corona-Ausbruch +++

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gibt gleich ein Statement zu weiteren Maßnahmen der Landesregierung in der Corona-Pandemie.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

+++ 15.13 Uhr: Chemiebranche stellt zehn Millionen Liter Desinfektionsmittel bereit +++

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die deutsche Chemiebranche mehr als zehn Millionen Liter Desinfektionsmittel bereitgestellt. Die Menge, die etwa der Ladung von 300 Tanklastwagen entspreche, sei an mehr als 1000 medizinische und soziale Einrichtungen in Deutschland verteilt worden, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mit. Organisiert wurde das Mittel über die Internetplattform "Notfalldesinfektion". Wegen der entspannteren Versorgungslage sei die Aktion mittlerweile beendet, teilte der Verband mit.

"Als Desinfektionsmittel knapp wurden in der Krise, hat der VCI mit seiner Initiative maßgeblich mitgeholfen, Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime schnell und unbürokratisch zu versorgen. Mein herzlicher Dank gilt allen Unternehmen, die sich dabei aktiv beteiligt und Produktion flexibel umgestellt haben", sagte  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

+++ 15.09 Uhr: Großbritannien will Abstandsgebot von zwei auf einen Meter reduzieren +++

Großbritannien will das wegen der Corona-Pandemie verhängte Abstandsgebot von zwei Metern auf einen Meter reduzieren. Die neue Regel solle ab dem 4. Juli gelten, kündigte Premierminister Boris Johnson im Parlament in London an. Ab dann sollten auch Bars, Restaurants und Hotels im Königreich wieder öffnen. Gleiches gilt für Museen und Kinos. "Wo es möglich ist, zwei Meter Abstand zu halten, sollten die Menschen das tun", sagte der Regierungschef. Wo dies nicht möglich sei, sollte "mindestens ein Meter Abstand" gehalten werden. Vor allem Unternehmen hatten sich zuvor beschwert, dass die Zwei-Meter-Abstandsregel den Betrieb unmöglich mache.

"Heute können wir sagen, dass unser Land beginnt, aus dem langen Winterschlaf aufzuwachen", sagte Johnson mit Blick auf die anstehenden Lockerungen in der Gastronomie und im Tourismus. Zugleich warnte er vor neuen Restriktionen, sollte sich die Zahl der Neuinfektionen wieder erhöhen. Johnson selbst hatte sich wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandeln lassen müssen.

+++ 15.02 Uhr: Durchsuchung bei Verdächtigem nach Brand an Shishabar und Dönerimbiss in Döbeln +++

Vier Monate nach Bränden an einer Shishabar und einem Dönerimbiss im sächsischen Döbeln haben Ermittler die Wohnung eines 35-Jährigen durchsucht. Die Beamten des Landeskriminalamts beschlagnahmten nach eigenen Angaben unter anderem ein Mobilfunktelefon und einen Laptop. Der Verdächtige habe sich nicht zu dem Tatvorwurf geäußert, teilte das LKA mit.

Im Februar hatte ein Schuppen eines Gebäudes gebrannt, in dem sich eine Shishabar befindet. Im Nachbarhaus ist zudem ein Dönerimbiss untergebracht. In beiden Läden wurde nach damaligen Ermittlerangaben kein Feuer festgestellt. Es wurde niemand verletzt. Eine politische Motivation wurde nicht ausgeschlossen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung würden weiter "in alle Richtungen" weitergeführt, hieß es.

+++ 14.56 Uhr: Opposition erhebt schwere Vorwürfe gegen von der Leyen in Berateraffäre +++

FDP, Grüne und Linke machen Ex-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schwere Vorwürfe in der Berateraffäre. Sie habe "Weichen gestellt und Entscheidungen getroffen, die das Ministerium und seinen nachgeordneten Bereich für die im Rahmen der Berateraffäre zu beklagenden Rechts- und Regelverstöße in besonderem Maße anfällig gemacht haben", heißt es in dem Sondervotum der drei Fraktionen zum Untersuchungsausschuss für die Affäre, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Von der Leyen sei bewusst gewesen, "dass der Einsatz externer Kräfte auch mit Risiken verbunden war", heißt es in dem Papier mit Blick auf das Engagement von Beratungsfirmen. "Sie war aber dennoch bereit, das Verteidigungsressort für externe Dritte verstärkt zu öffnen".

Union und SPD hatten bereits vor zwei Wochen ihren Abschlussbericht zur Arbeit des Untersuchungsausschusses vorgelegt. Darin sprachen sie von der Leyen weitgehend von der politischen Verantwortung frei. Die Hauptverantwortung habe auf Abteilungsleiter- und Staatssekretärsebene gelegen.     Diese Feststellung greife "deutlich zu kurz", heißt es dagegen in dem Sondervotum.

+++ 14.48 Uhr: Ex-Wirecard-Chef Braun kommt gegen Millionenkaution frei +++

Der im Wirecard-Bilanzskandal festgenommene Ex-Chef des Finanzdienstleisters, Markus Braun, kommt gegen die Zahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro frei. Die Ermittlungsrichterin setzte den Haftbefehl unter Auflagen vorläufig außer Vollzug, wie die Staatsanwaltschaft München I mitteilte. Der Österreicher Braun war gestern Abend wegen des Verdachts der Marktmanipulation festgenommen worden; er hatte sich der Staatsanwaltschaft selbst gestellt.

+++ 14.38 Uhr: Lufthansa schließt Flugbetrieb der deutschen SunExpress +++

Der Lufthansa-Konzern schließt wegen der Coronaflaute den Flugbetrieb der Beteiligung SunExpress Deutschland mit rund 1200 Mitarbeitern. Die verbleibenden Flüge sollen von der türkischen Schwestergesellschaft, Eurowings und anderen Airlines abgewickelt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Kunden würden automatisch umgebucht. Der Flugbetrieb werde in Kürze eingestellt und ein geordneter Liquidationsprozess eingeleitet, hieß es. In den kommenden Wochen sollten Lösungen in vertrauensvollen Gesprächen mit Mitarbeitern und Sozialpartnern erarbeitet werden. Die Marke werde auf Flüge aus der Region Deutschland, Österreich, Schweiz in die Türkei konzentriert. Weitere Ziele im Mittelmeerraum fallen damit vorerst weg.

SunExpress ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Lufthansa mit Turkish Airlines mit zwei getrennten Flugbetrieben. Die in Frankfurt beheimatete SunExpress Deutschland ist mit 20 Flugzeugen eine Gesellschaft der türkischen SunExpress, die insgesamt 69 Flieger betreibt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben SunExpress hart getroffen. Im Zeitraum zwischen dem 2. April und dem 31. Mai stand nahezu die gesamte Flotte am Boden. Seit dem 1. Juni hat SunExpress innertürkische und seit dem 10. Juni auch internationale Flüge in türkische Urlaubsregionen sukzessive wieder aufgenommen.

Video: Verdi: 88.000 Flughafen-Mitarbeiter plagen Existenzängste

+++ 14.20 Uhr: Tönnies kündigt nach Corona-Ausbruch Verbesserungen für Arbeiter in Fleischfabriken an +++

Nach den massenhaften Corona-Infektionen beim Fleischkonzern Tönnies hat das Unternehmen Verbesserungen für die Arbeiter angekündigt. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, sollen Werkverträge in allen Kernbereichen der Fleischproduktion abgeschafft und die Mitarbeiter stattdessen direkt in der Unternehmensgruppe angestellt werden. Zudem stellte Tönnies die Schaffung von "ausreichend und angemessenem" Wohnraum für die Beschäftigten an den Standorten in Aussicht. Die Arbeitszeit an allen deutschen Standorten werde künftig digital erfasst, teilte der Konzern weiter mit. Vorgesehen seien außerdem Integrationsprogramme zur "Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz" an den Standorten sowie Aus- und Fortbildungsprogramme mit einem Schwerpunkt für übernommene Mitarbeiter. Die geplanten Regelungen sollen ab Januar gelten. "Wir wollen auch in Zukunft in Deutschland Fleisch produzieren - dafür brauchen wir die gesellschaftliche Akzeptanz", erklärte Konzernchef Clemens Tönnies. "Dies gilt über alle Ketten der Fleischproduktion und schließt ausdrücklich die Landwirtschaft mit ein."

+++ 14.15 Uhr: Razzien in NRW und Niedersachsen gegen mutmaßliche Schleuser wegen Zwangsprostitution +++

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind mehr als 250 Ermittler mit einer Großrazzia gegen eine mutmaßliche Schleuserbande wegen Zwangsprostitution vorgegangen. Gegen drei Frauen und einen Mann wurden nach Angaben der Bundespolizei in Sankt Augustin vom Dienstag Haftbefehle vollstreckt. Zudem seien acht unerlaubt eingereiste mutmaßliche Prostituierte festgenommen worden. Die Verdächtigen sollen in mindestens zehn Fällen chinesische Prostituierte aus China und Spanien eingeschleust haben. Anschließend sollen die Frauen in angemieteten Wohnungen ohne behördliche Erlaubnis sexuelle Handlungen gegen Entgelt vorgenommen haben, teilten die Ermittler weiter mit.

Die Hauptbeschuldigten sollen für die gesamte Organisation von der Reise bis zur Buchhaltung verantwortlich sein. Die Beamten durchsuchten nach eigenen Angaben acht Wohnungen und Geschäftsräume in Mönchengladbach sowie in Dortmund, Essen, Köln, Bonn und Clausthal-Zellerfeld. Sie beschlagnahmten Mobiltelefone, Laptops und Unterlagen, die den Angaben zufolge auf weitere Fälle schließen lassen. Die Bundespolizei ermittelt in dem Fall seit Sommer 2019 unter anderem wegen Einschleusens von Ausländern, Zuhälterei und Zwangsprostitution. 

+++ 14.05 Uhr: Pubs, Hotels, Kinos: Johnson kündigt trotz Kritik Lockerungen an +++

Trotz Kritik unabhängiger Wissenschaftler dürfen Pubs, Restaurants, Hotels und viele andere Einrichtungen in England vom 4. Juli an wieder öffnen. Das kündigte der britische Premierminister Boris Johnson im Parlament in London an. Gleichzeitig werde die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter reduziert, sofern andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. Unter anderem müssen Besucher beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Auch Kinos, Museen, Bibliotheken, Friseursalons und Gotteshäuser dürfen unter Auflagen wieder aufmachen. Die neue Regelung gilt nur für England. Schottland, Wales und Nordirland legen ihre eigenen Maßnahmen fest.

Großbritannien ist das am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Dort starben bislang mehr als 42.600 positiv auf das Coronavirus getestete Menschen. Die Zahl der Todesfälle, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 als Ursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 53.000.

+++ 13.54 Uhr: Saudi-Arabien erlaubt nur tausend Gläubigen Pilgerfahrt nach Mekka +++

Saudi-Arabien wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur tausend Gläubigen die Pilgerfahrt nach Mekka erlauben. "Die Zahl der Pilger wird um die tausend liegen, ein bisschen mehr, ein bisschen weniger", sagte der zuständige Minister Mohammed Benten am Dienstag. Muslime außerhalb Saudi-Arabiens dürfen an der Ende Juli geplanten Pilgerfahrt nicht teilnehmen. Gesundheitsminister Tawfik al-Rabiah sagte, es dürften in diesem Jahr nur Menschen unter 65 Jahren und ohne chronische Erkrankungen nach Mekka reisen. Noch vor ihrer Ankunft in der heiligen Stadt sollen sie auf das Coronavirus getestet werden. Nach der Pilgerfahrt sollen sie sich in Quarantäne begeben, sagte al-Rabiah.

Im vergangenen Jahr pilgerten 2,5 Millionen Gläubige nach Mekka. Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilzunehmen.

+++ 13.36 Uhr: Bayern erlässt Beherbergungsverbot für Menschen aus Kreis Gütersloh +++

Angesichts des massiven Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) untersagt Bayern die Beherbergung von Menschen, die von dort und aus anderen schwer betroffenen Landkreisen in das südliche Bundesland einreisen. Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München mit. "Das ist eine Schutzmaßnahme, die wir für wirklich notwendig halten", sagte er. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

+++ 12.23 Uhr: Keine Corona-Kontaktbeschränkungen in Berlin mehr ab Samstag +++

In Berlin sind ab Samstag die Corona-Kontaktbeschränkungen aufgehoben. Eine entsprechende Rechtsverordnung beschloss der Senat am Dienstag, wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr. Bislang dürfen sich in der Hauptstadt höchstens fünf Menschen aus mehreren Haushalten oder ausschließlich Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen.

Außerdem dürfen sich der Verordnung zufolge ab Samstag wieder mehr Menschen in Geschäften aufhalten. Bislang mussten für jeden Kunden eines Geschäfts als Richtwert 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen, die erforderliche Fläche senkte der Senat nun auf zehn Quadratmeter. Darüber hinaus einigte sich die rot-rot-grüne Landesregierung auf ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Zuvor hatten bereits die Flächenländer Thüringen und Brandenburg die Kontaktbeschränkungen abgeschafft.

+++ 13.20 Uhr: Kirgistans Ex-Präsident wegen Korruption zu Haftstrafe verurteilt +++

Im zentralasiatischen Kirgistan ist Ex-Präsident Almasbek Atambajew wegen Korruption zu elf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Das meldete die Agentur Akipress in der Hauptstadt Bischkek. Atambajew habe 2013 während seiner Amtszeit einem verurteilten Kriminellen mittels gefälschter Dokumente und ärztlicher Atteste die Flucht ermöglicht, urteilte der Richter in der Ex-Sowjetrepublik. Dem Gericht zufolge werden Atambajews Besitz und auch alle Auszeichnungen eingezogen. Der Ex-Präsident will nach Angaben seines Anwaltes Berufung gegen die Entscheidung einlegen. Eine ebenfalls in den Vorfall involvierte frühere Generalstaatsanwältin wurde zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.  

+++ 13.13 Uhr: Länder bereiten sich auf erneute Schulschließungen vor +++

Die Bundesländer bereiten sich darauf vor, dass es im Zuge der Corona-Pandemie erneut zu flächendeckenden Schulschließungen kommt. Dies sei eins von mehreren Szenarien, an denen derzeit gearbeitet werde, sagte der Präsidentin der Kulturministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig (SPD), in Berlin. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht das Bildungssystem besser auf Einschränkungen vorbereitet als im Frühjahr. Hubig und Karliczek äußerten sich bei der Vorstellung des diesjährigen Bildungsbericht, der auch die Corona-Krise beleuchtet.

Laut KMK-Beschluss von vergangener Woche soll der reguläre Schulbetrieb überall in Deutschland spätestens nach den Sommerferien wieder starten. Die rheinland-pfälzische Ressortchefin Hubig sagte am Dienstag, dies sei eins von drei Szenarien, für die jetzt Vorbereitungen getroffen würden. Die Länder planten auch für ein erneutes "rollierendes System" mit Präsenz- und Fernunterricht sowie für die "Komplettschließungen" der Schulen.

+++ 12.48 Uhr: Französischer Polizist wegen Prügeln gegen 62-Jährige verurteilt +++

In Frankreich ist ein Polizist wegen einer Prügelattacke auf eine "Gelbwesten"-Demonstrantin zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Straßburger Strafgericht sprach den Mann schuldig, eine unbewaffnete 62-Jährige bei einer Kundgebung im Januar 2019 mit seinem Schlagstock traktiert zu haben. Die Frau erlitt dabei Verletzungen am Hinterkopf.

+++ 12.34 Uhr: AfD-Landtagsfraktion wählt Kalbitz wieder zum Vorsitzenden +++

Der rechtsnationale Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz ist wieder formell Fraktionsvorsitzender. Die Landtagsfraktion wählte ihn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Potsdam mit deutlicher Mehrheit bei einigen Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Das Landgericht Berlin hatte einen Beschluss des AfD-Bundesvorstands zur Beendigung seiner Parteimitgliedschaft für unzulässig erklärt. Damit ist Kalbitz bis zu einer Entscheidung des Schiedsgerichts vorerst wieder Mitglied der Partei. Vorübergehend war er parteiloses Mitglied der Fraktion. Der Landtag war der Ansicht, für den Fraktionsvorsitz sei eine erneute Wahl notwendig.

+++ 12.24 Uhr: Menschen im Kreis Gütersloh entsetzt von erneutem Lockdown +++

Nachdem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstagmorgen einen regionalen Lockdown für den Kreis Gütersloh verkündet hat, herrschen bei den Menschen vor Ort Entsetzen und Wut. "Wir hatten schon so viel Ärger durch den ersten Lockdown und jetzt soll das Ganze von vorne losgehen", sagte Kai Drees aus Steinhagen im Kreis Gütersloh der Deutschen Presse-Agentur. Der Gütersloher Pfarrer Stefan Salzmann sprach von viel Unmut in der Bevölkerung: "Ich nehme viel Hilflosigkeit und Unzufriedenheit wahr". Es gebe auch "eine große Wut, dass dieses System Tönnies so lange hat weitergehen können", so der evangelische Pfarrer. Seine Gemeinde sei besorgt, weil es in Teilen der Bevölkerung schon eine erhitzte Stimmung gegen die Werksarbeiter gebe.

+++ 12.24 Uhr: Laschet wirft Tönnies mangelnde Kooperation vor +++

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dem Branchenriesen mangelnde Kooperationsbereitschaft vorgeworfen. Daher hätten die Behörden die Herausgabe von Daten der Werkarbeiter von Tönnies durchgesetzt. "Da wurde nicht mehr kooperiert, da wurde verfügt", sagte Laschet. Die Kooperationsbereitschaft bei Tönnies "hätte größer sein können". Dass das Unternehmen den Datenschutz angeführt habe, sei kein Argument. Aus Infektionsschutzgründen wäre Tönnies gesetzlich verpflichtet gewesen, die Daten der Beschäftigten zu übermitteln, sagte Laschet.

+++ 12.05 Uhr: Kein Ausreiseverbot aus Kreis Gütersloh +++

Für die Bewohner des Kreises Gütersloh gilt kein Ausreiseverbot aus dem Kreisgebiet. Das hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag betont. "Wir haben keine Ausreiseverbote erteilt", sagte Laschet. Das verhängte Kontaktverbot und die Lockdown-Maßnahmen "gelten immer bezogen auf den Kreis". Es würden damit die gleichen Regeln gelten, wie während der bundesweiten Kontaktverbote im März. Laschet appellierte aber an die Einwohner in Gütersloh, "jetzt nicht aus dem Kreis heraus in andere Kreise zu fahren". Die für den Kreis Gütersloh verhängten Maßnahmen gelten zunächst bis zum 30. Juni.

+++ 11.47 Uhr: Usedom schickt 14 Urlauber aus Corona-Risiko-Gebiet zurück +++

Auf der Urlaubsinsel Usedom sind am Montag 14 Menschen aus Corona-Risiko-Gebieten aufgefordert worden, vorzeitig abzureisen. Sie müssen sich unverzüglich bei ihrem heimischen Gesundheitsamt melden, sagte Achim Froitzheim, Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Beim Zahlen der Kurtaxe sei das Problem auffällig geworden.

Am Montag wurde ein Ehepaar aus Gütersloh aufgefordert, die Insel vorzeitig zu verlassen. Im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh hatte es einen massiven Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik der Firma Tönnies gegeben. Ob die zurückgeschickten Urlauber alle aus Gütersloh kommen, sagte der Sprecher zunächst nicht.

+++ 11.35 Uhr: Acht Verdächtige nach Stuttgarter Ausschreitungen in Untersuchungshaft +++

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart sind acht Verdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Gegen sieben von ihnen wurde am Montag Haftbefehl erlassen, wie ein Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Dienstag sagte. Gegen zwei weitere Verdächtige war demnach bereits am Sonntag Haftbefehl erlassen worden, wobei einer davon außer Vollzug gesetzt wurde.

Stuttgart – Video zeigt Krawalle

+++ 11.23 Uhr: Razzia in Berlin wegen Corona-Subventionsbetrugs in islamistischer Szene +++

Wegen mutmaßlichen Betrugs bei der staatlichen Corona-Soforthilfe in der islamistischen Szene haben Berliner Ermittler mehrere Orte in Berlin durchsucht. Der Verdacht wegen Subventionsbetrugs richte sich gegen zwei Männer aus der Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Vor allem nach Beweismitteln durchsucht wurden laut Polizei eine Moschee in Berlin-Tempelhof, eine Wohnanschrift sowie eine Wohn- und Geschäftsadresse. Festnahmen gab es demnach zunächst nicht. Bei den Durchsuchungen waren 250 Beamte im Einsatz.

Im April hatte die Berliner Staatsanwaltschaft mitgeteilt, durch Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen sei ein Schaden von rund 700.000 Euro entstanden. Bereits im Mai durchsuchten Ermittler wegen Corona-Betrugsverdachts in Berlin Wohnungen und Autos mutmaßlicher Salafisten, die laut damaligen Angaben betrügerisch Corona-Soforthilfen für Kleinbetriebe beantragt und teilweise auch erhalten haben sollen.

+++ 10.55 Uhr: Kinos, Museen, Fitnessstudios werden geschlossen +++

"Wir führen wieder eine Kontaktbeschränkungen ein. Man darf sich nur mit Personen des eigenen Haushalts oder zu zweit draußen bewegen“, verkündet Laschet. Freizeitaktivitäten, für die keine Maskenpflicht besteht, werden unterbunden: Konzerthallen, Kinos, Museen werden geschlossen. Sport in geschlossenen Räumen wird untersagt. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen. Picknicks werden wieder verboten. Insgesamt werden Maßnahmen eingeführt, die denen gleichkommen, die im März galten.

Reisebusfahrten würden untersagt, Bars geschlossen. "Wir gehen diesen Weg, weil das Infektionsrisiko im Freien deutlich geringer ist als in geschlossenen Räumen", schildert Laschet.

Auch im benachbarten Kreis Warendorf werde es örtlich weitere Verschärfungen geben, so Laschet weiter. Details sollen am Nachmittag bekanntgegeben werden.

+++ 10.50 Uhr: Laschet: Erneuter "Lockdown" für Kreis Gütersloh +++

Im Kreis Gütersloh gibt es einen erneuten sogenannten Lockdown bis zum 30. Juni. Dies sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf einer Pressekonferenz. Hintergrund sei ein "enormes Pandemie-Risiko" in der Region, nachdem es in einem Schlachthof der Tönnies-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück zum "bisher größten einzelnen Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland" gekommen sei, so Laschet. 

Mit der erfolgten Schließung der Schulen und Kitas für rund 50.000 Kinder und Jugendliche sei der erste Schritt des Lockdowns bereits verhängt – nun seien "weitere Maßnahmen" erforderlich geworden.

+++ 10.30 Uhr: Laschet informiert über Maßnahmen für Kreis Gütersloh +++

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gibt eine Pressekonferenz. Er will darin aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in NRW geben. Im Mittelpunkt steht der Kreis Gütersloh, für den es schärfere Corona-Maßnahmen geben wird.

+++ 10.19 Uhr: R-Wert der Corona-Infektionen liegt aktuell bei 1,8 +++

RKI-Chef Lothar Wieler hat auf einer Pressekonferenz über das aktuelle Corona-Geschehen informiert. Mehr als neun Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert, über 472.000 Kranke sind gestorben. Das Land mit den meisten registrierten Infektionen – mehr als 2,3 Millionen Fälle – sind die Vereinigten Staaten. Dort gibt es mehr als 2,3 Millionen Fälle, knapp 120.402 Menschen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 51.270 Todesfällen. In Deutschland gibt es derzeit rund 192.000 Infektionen, beinahe 8.900 Menschen sind hier infolge einer Infektion gestorben.

Der sogenannte Reproduktionswert liege bei 1,8. Theoretisch gesprochen infiziert also ein Mensch 1,8 weitere. Als Grund dafür gibt Wieler an, dass einzelne, lokale Ausbrüche dafür verantwortlich seien. "Diese Werte sind vorsichtig zu beurteilen", erklärte Wieler. Aus vielen Kreisen seien keine oder wenige Fälle von Gesundheitsämtern übermittelt worden. Wieler appellierte: Die Pandemie in Deutschland ist nicht vorbei."

+++ 10.06 Uhr:  Ex-Wirecard-Chef Braun festgenommen +++

Im Wirecard-Bilanzskandal ist der Ex-Chef des Finanzdienstleisters, Markus Braun, festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft München I hatte nach eigenen Angaben bereits am Montag bei der zuständigen Ermittlungsrichterin des Amtsgerichtes München einen Haftbefehl gegen Braun beantragt und erhalten; Braun habe sich noch am Montagabend der Staatsanwaltschaft gestellt. Er war erst am Freitag im Skandal um fehlende 1,9 Milliarden Euro in der Unternehmensbilanz zurückgetreten.    

+++ 9.34 Uhr: Europas Autobranche erwartet 2020 Absatzeinbruch um ein Viertel +++

Europas Autobranche rechnet wegen der Corona-Krise in diesem Jahr mit einem starken Absatzeinbruch. Die Zahl der Neuzulassungen in der EU dürfte 2020 im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Viertel auf rund 9,6 Millionen Pkw sinken, teilte der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mit. Damit würden die Verkaufszahlen auf das niedrigste Niveau seit 2013 zurückfallen.

+++ 9.33 Uhr: TK-Bericht: Zeitarbeiter häufiger krank +++

Zeitarbeiter sind nach Daten der Techniker Krankenkasse (TK) häufiger krank als andere Beschäftigte. Im Schnitt waren sie im Jahr 2019 20,6 Tage krankgeschrieben. Das waren 6 Tage mehr als Nichtzeitarbeitnehmer. Als Grund gab die Krankenkasse körperlich belastende Jobs in Lager, Logistik und Transport an, in denen Zeitarbeiter überdurchschnittlich häufig beschäftigt seien. Neben mehr Fehltagen wegen körperlicher Diagnosen wie Rückenschmerzen waren Zeitarbeiter aber auch wegen psychischer Diagnosen häufiger krankgeschrieben.

+++ 8.43 Uhr: Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst um 83.400 gestiegen +++

Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Deutschland hat sich um 83.400 oder 1,7 Prozent auf rund 4,9 Millionen erhöht. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, liegt der Zuwachs mit Stichtag 30. Juni 2019 vor allem an mehr Personal bei der Polizei und in Kindertageseinrichtungen. Die Zahl der Polizisten stieg demnach von Mitte 2018 bis Mitte 2019 um 6800 oder 2,1 Prozent. Nach den beiden Rekordzuwächsen der Jahre davor sei dies der drittgrößte Zuwachs seit Mitte der 90er Jahre.

+++ 7:52 Uhr: Lufthansa bietet wieder Linienflüge nach China an +++

Nach der Zwangspause wegen des Coronavirus-Ausbruchs nimmt der Lufthansa-Konzern wieder Linienflüge auf das chinesische Festland auf. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, soll es ab Mittwoch (24. Juni) jeweils einmal pro Woche eine Verbindung von Frankfurt nach Schanghai geben. Ein weiterer Flug ist jeden Freitag von Schanghai nach Frankfurt angesetzt. Laut Lufthansa sind es die ersten regulären Flüge der Gruppe nach Festlandchina seit Ende Januar. 

+++ 7.34 Uhr: Anklage gegen US-Soldaten - Anschlag mit Nazigruppe geplant +++

In den USA ist ein Soldat unter Terrorverdacht festgenommen worden. Er habe gemeinsam mit einer satanistischen Neonazi-Gruppe einen Anschlag auf seine eigene Einheit geplant, heißt es in der in New York veröffentlichten Anklageschrift. Der Plan sei im Mai von der Bundespolizei FBI und der Armee vereitelt worden.

Die Gruppe mit dem Namen "Orden der neun Enge" oder "O9A" wird in der Anklageschrift als gewalttätig, neonazistisch, antisemitisch und satanistisch beschrieben. Sie verehre Nazi-Größen wie Adolf Hitler sowie den früheren Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Sie sei in der Vergangenheit an Gewalttaten und auch Morden beteiligt gewesen. Laut Medienberichten wurde sie in Großbritannien gegründet.

+++ 7.13 Uhr: Polizeiaktion im Hambacher Forst +++

Die Polizei hat am Morgen einen Einsatz im Hambacher Forst begonnen. Es gehe dabei nicht um die Räumung von Baumhäusern, sondern von Barrikaden, die die Einsatzwege versperrten, sagte ein Polizeisprecher. Waldbesetzer hätten teilweise bis zu 15 Meter hohe Strukturen aus Baumstämmen mit Plattformen auf den Waldwegen errichtet. Dies könne die Polizei nicht hinnehmen, da die Wege für Rettungsfahrzeuge frei bleiben müssten. "Da das ein öffentlich zugänglicher Wald ist, müssen wir da auch Streife fahren können", sagte der Polizeisprecher.

+++ 7.10 Uhr: Seehofer verbietet rechtsextreme Vereinigung "Nordadler“ +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextremistische Vereinigung "Nordadler" verboten. Seit dem Morgen liefen in vier Bundesländern polizeiliche Maßnahmen gegen die Vereinigung, teilte Ministeriumssprecher Steve Alter auf Twitter mit. "Nordadler" agiert den Angaben zufolge vorwiegend im Internet.  Das Bundesinnenministerium hatte am Montagabend die für heute geplante Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für das Jahr 2019 abgesagt. Angaben zu den Gründen für die kurzfristige Absage machte das Ministerium nicht. Seehofer wollte den Bericht gemeinsam mit Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang vorstellen.

+++ 6.19 Uhr: "Bei lebendigem Leib verbrannt": 15 Menschen in Mexiko getötet +++

In Mexiko sind 15 Menschen getötet worden - anscheinend bei der Eskalation eines Streits um die Verwaltung ihrer Ortschaft. Sie seien Sonntagnacht gefoltert und bei lebendigem Leib verbrannt worden, teilte die Regierung der Gemeinde San Mateo del Mar an der Pazifikküste des Bundesstaates Oaxaca am Montag (Ortszeit) mit.

+++ 6:04 Uhr: US-Filmproduzent Guillod der Vergewaltigung beschuldigt +++

Ein weiterer bekannter Hollywoodproduzent wird von der US-Justiz der Sexualverbrechen beschuldigt. Der 53-jährige David Guillod stellte sich am Montag im südkalifornischen Santa Barbara der Polizei, wie sein Anwalt mitteilte. Guillod hat unter anderem den Actionfilm "Atomic Blonde" (2017) mit Charlize Theron in der Hauptrolle produziert. Er ist auch als Talentsucher für die Filmbranche tätig.

Guillod wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft von vier nicht namentlich identifizierten Frauen der Vergewaltigung, des sexuellen Angriffs und der Entführung beschuldigt. Die Anschuldigungen beziehen sich auf Vorgänge, die acht Jahre zurückliegen. Guillod weist nach Angaben seines Anwalts Philip Cohen alle Vorwürfe zurück. Bei Verurteilung droht ihm laut Staatsanwaltschaft eine langjährige Haftstrafe. 

+++ 5:54 Uhr: Antwort auf GPS: China bringt letzten Beidou-Satelliten ins All +++

Mit dem Start des letzten Beidou-Satelliten hat China sein eigenes weltumspannendes Navigationssatellitensystem komplettiert. An der Spitze einer Rakete des Typs Langer Marsch 3B startete der Satellit vom Weltraumbahnhof Xichang im Südwesten Chinas und erreichte die Erdumlaufbahn. 

+++ 5.11 Uhr: Demonstranten greifen Denkmal vor Weißem Haus an +++

Anti-Rassismus-Demonstranten in Washington haben versucht, ein Denkmal des früheren Präsidenten Andrew Jackson vor dem Weißen Haus umzustürzen. Die Ansammlung von mehreren hundert Demonstranten wurde aber am Montagabend (Ortszeit) von der Polizei unter Einsatz von Pfefferspray auseinander getrieben, bevor die Reiterstatue fallen konnte.

Einige Protestteilnehmer hatten Seile um das Denkmal geworfen. Auf eine Seite der Statue wurde in schwarzen Buchstaben das Wort "killer" (Mörder) geschrieben. Jackson, der von 1829 bis 1837 regierte, ist ein besonders umstrittener Präsident. Er war nicht nur Sklavenhalter, sondern ließ auch Indianer in massivem Umfang umsiedeln, um Raum für weiße Siedler zu schaffen. Der heutige Präsident Donald Trump hat sich als Anhänger Jacksons bezeichnet.

+++ 5.10 Uhr: Facebook bringt Tiktok-Konkurrenz Reels nach Deutschland +++

Facebooks Foto-App Instagram weitet den Test ihres Kurzvideo-Formats Reels auf Deutschland aus. Reels werden bei Instagram bis zu 15 Sekunden lange Videos genannt, die mit Musik oder Spezialeffekten unterlegt sein können. Vor allem die chinesische Plattform Tiktok wurde mit solchen kurzen Clips extrem erfolgreich. Facebook ist bekannt dafür, auf neue Trends aufzuspringen und den Rivalen nicht das Feld zu überlassen.

+++ 5:04 Uhr: Thüringen will kurzfristig 200 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen +++

Thüringens Migrationsminister Dirk Adams will dem Bundesinnenministerium anbieten, kurzfristig bis zu 200 Flüchtlinge aufzunehmen, die derzeit auf griechischen Inseln ausharren. Wenn der Bund Menschen aus den griechischen Lagern nach Deutschland hole, sei Thüringen "gerne bereit, auch über das normale Maß - und das normale Maß ist der Königsteiner Schlüssel - hinaus Menschen aufzunehmen", sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

+++ 4.17 Uhr: Archäologen entdecken 4500 Jahre alte Formation nahe Stonehenge in England +++

Archäologen haben eine 4500 Jahre alte prähistorische Kreisformation in der Nähe von Stonehenge in England entdeckt. Forscher mehrerer Universitäten hätten "20 oder mehr massive prähistorische Schächte mit einem Durchmesser von mehr als zehn Metern und einer Tiefe von fünf Metern" enthüllt, teilte die Universität St. Andrews am Montag mit. Es handle sich vermutlich um eine der größten prähistorischen Strukturen Großbritanniens.

Der neolithische Kreis, etwa drei Kilometer von der prähistorischen Stätte Stonehenge entfernt, habe einen Durchmesser von mehr als zwei Kilometern, hieß es in der Erklärung. Es werde vermutet, dass die Formation in der Jungsteinzeit die Grenzen eines heiligen Gebietes markieren sollte.

+++ 4.14 Uhr: Bär attackiert zwei Wanderer in den Dolomiten +++

Ein Vater hat seinen Sohn vor einem Bären in Italien verteidigt und sich dabei am Bein schwer verletzt. Der 59-Jährige sei mit seinem 28 Jahre alten Sohn am Monte Peller in Trentino unterwegs gewesen, teilte die autonome Provinz am Montagabend mit. Nachdem der Bär überraschend aufgetaucht sei, sei der Jüngere vor Schreck hingefallen. Der Bär habe sich über diesen gebeugt, worauf der Vater sich auf das Tier gestürzt habe. Beide Männer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei ermittelt nun, wie genau es zu dem Vorfall gekommen ist.

Im Trentino wurden Bären wieder angesiedelt, es leben mehrere Dutzend in der bei Touristen beliebten Bergregion. Dabei gibt es immer wieder Probleme zwischen Mensch und Tier.  Im April war ein monatelang gesuchter "Problembär" in die Falle getappt. Der Bär mit der Nummer "M49" war zuvor aus einer Pflegestation ausgebrochen.

+++ 1:07 Uhr: Drei Tote und mehrere Verletzte bei spontanem Straßenfest in den USA +++

Bei einem spontanen Straßenfest infolge des Gedenktags zum Ende der Sklaverei in den USA sind im Bundesstaat North Carolina drei Menschen durch Schüsse getötet worden. Bei dem Zwischenfall in der Nacht zum Montag in Charlotte seien mehr als Hundert Schüsse in einer Menge von rund 400 Menschen abgegeben worden, sagte der stellvertretende Polizeichef Gerald Smith am Montag.

+++ 0:47 Uhr: Bundesanstalt erwartet mehr als drei Millionen Arbeitslose im Sommer +++

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland dürfte nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeit (BA) infolge der Corona-Krise erstmals seit zehn Jahren im Sommer wieder über drei Millionen steigen. "Wir werden im Sommer voraussichtlich die Drei-Millionen-Marke überschreiten", sagte BA-Chef Detlef Scheele der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Im saisonbedingt üblicherweise schwierigeren Arbeitsmarkt im Winter war die Arbeitslosigkeit zuletzt vor fünf Jahren so hoch.

anb / wue / DPA / AFP