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Nordkalifornien: Das ganz große Beben blieb zum Glück wieder aus

Seit Jahrzehnten warten die Kalifornier bang auf das große, alles zerstörende Erdbeben. Nun erzitterte der Boden, doch zum Glück nur mit Stärke 6 - Schäden und Verletzungen hielten sich in Grenzen.

Bei einem schweren Erdbeben nördlich der kalifornischen Metropole San Francisco sind mindestens 70 Menschen leicht verletzt worden. Die meisten hätten Schnittverletzungen oder Prellungen erlitten und seien nach der Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, berichtete die Zeitung "Los Angeles Times" unter Berufung auf eine Kliniksprecherin. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, Zehntausende Haushalte waren ohne Strom. Das Beben der Stärke 6,0 soll das schwerste seit 25 Jahren in der Region gewesen sein.

Das Zentrum lag sechs Kilometer südwestlich des Weingebietes Napa, etwa 75 Kilometer von San Francisco und mehr als 80 Kilometer von Sacramento entfernt, wie die US-Erdbebenwarte berichtete. Rund 100.000 Menschen seien von dem Beben am frühen Sonntagmorgen Ortszeit betroffen gewesen. Es wurden rund 60 leichtere Nachbeben gemessen, eines erreichte die Stärke 3,6.

Kirchturm eingestürzt

Der Fernsehsender CNN zeigte Bilder von schwerbeschädigten Gebäuden, immer wieder brachen Brände aus. Augenzeugen sagten, in der Innenstadt von Napa seien einige Häuser völlig zerstört worden. Der Sender KTVU berichtete, in der Ortschaft Vallejo sei ein Kirchturm eingestürzt.

Das Zentrum des Bebens lag etwa 75 Kilometer von San Francisco entfernt

Das Zentrum des Bebens lag etwa 75 Kilometer von San Francisco entfernt

Der gesamte Westen des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch besonders aktiv ist. Erst am Samstagabend hatte ein Erdbeben der Stärke 6,2 die Region rund um die chilenische Hafenstadt Valparaíso erschüttert.

Nach Abgaben der kalifornischen Feuerwehr waren mehrere Menschen in ihren Häusern eingeschlossen. Die "Los Angeles Times" berichtete von herunter gerissenen Stromleitungen. Mehr als 42.000 Haushalte in Napa und benachbarten Bezirken sollen demnach von der Stromversorgung abgeschnitten sein. "Es war wie eine Achterbahn", schilderte eine Augenzeugin.

"Ich dachte, das sei "The Big One"", sagte Craig Chan auf CNN. "Ich habe mein ganzes Leben in San Francisco verbracht und immer wenn es länger als zehn Sekunden bebt, denkst du: Jetzt ist es soweit." Seit Generationen fürchten die Menschen in Kalifornien "The Big One" - das überfällige Großbeben. Der Erdstoß vom Sonntagmorgen war laut mehrere Medienberichte das schwerste Beben in der Region seit dem Loma-Prieta-Beben nahe San Francisco 1989 mit einer Stärke von 6,9. Damals waren 63 Menschen ums Leben gekommen und massive Schäden entstanden.

In Island erschütterte ein Beben von der Stärke 5,3 den Vulkan Bárdarbunga im Südosten der Insel. Wegen der Ausbruchsgefahr wurde der Flugverkehr rund um die Insel eingeschränkt. In Griechenland haben zwei Seebeben der Stärken 4,9 und 4,3 Tausende Einwohner und Touristen auf der Halbinsel Chalkidiki aus dem Schlaf gerissen. Verletzt wurde niemand.

nik/and/DPA / DPA