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Löschflugzeuge einsetzen?: Notre-Dame aus der Luft löschen? Feuerwehrchef verrät, warum der Trump-Vorschlag Blödsinn ist

Man mag sich womöglich - wie US-Präsident Donald Trump - wundern, warum bei der Löschung von Notre-Dame keine Flugzeuge im Einsatz waren. Feuerwehrexperten haben für solche Besserwisserei nur ein Kopfschütteln übrig - und ihre Begründung liegt auf der Hand.

Trump äußerte sich zum Brand in Notre-Dame

Donald Trump äußerte sich zum Brand in Notre-Dame

AFP

Stundenlang kämpfte die Pariser Feuerwehr gegen die Flammen, die in der Pariser Kathedrale Notre-Dame wüteten. Es war kein leichter Einsatz, da sich das Feuer schnell ausbreitete und die Feuerwehr Schwierigkeiten hatte den Dachstuhl zu löschen. Die Brandkatastrophe und die schwierigen Löscharbeiten gingen auch nicht an US-Präsident Donald Trump vorbei.

Dieser twitterte aus der Air-Force-One, dass es furchtbar sei, das gewaltige Feuer in der Kathedrale zu sehen. Vielleicht könnten Löschflugzeuge eingesetzt werden, um den Brand zu bekämpfen, empfahl er. Dazu die Aufforderung: "Es muss schnell gehandelt werden!" Die Reaktion der französischen Experten kam prompt: Von einem Flugzeug aus Wasser auf ein solches Gebäude abzuwerfen, könne zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen, schrieb der französische Zivilschutz auf Twitter.

Notre-Dame per Flugzeug löschen "Humbug"

Auch bei den deutschen Feuerwehr-Kollegen herrscht über Trumps Vorschlag Verwunderung und stößt auf Kritik. Der Präsident des deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs, sagte zu Trumps Vorschlag im Sender n-tv: "Damit hätte man mehrere Tonnen Wasser auf einmal auf das Gebäude geworfen und es wäre komplett zerstört worden. Man sollte mit solchen Ideen etwas zurückhaltender sein." Gegenüber der Nachrichtenagentur DPA sagte Ziebs, dass Trumps Vorschlag "absoluter Humbug" sei. Eine Löschaktion per Flugzeug mache laut Ziebs "überhaupt keinen Sinn", da man damit das Gegenteil von dem erreiche, was man wolle, nämlich den Erhalt des Gebäudes beziehungsweise der Notre-Dame.

Der Verbandschef der deutschen Feuerwehr fügte zum Brand in der Kathedrale hinzu: "Wir haben eine alte Bausubstanz, bei der man manchmal auch nicht weiß, was einen noch so alles erwartet und wo versteckte Dinge im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind." Das erfordere ein sehr umsichtiges Vorgehen der Feuerwehrleute. Obwohl es für Gebäude wie die Notre-Dame Einsatzpläne gebe, könne man mit einem solchen Ausmaß, wie es jetzt der Fall ist, nicht rechnen und planen.

Trotz des heiklen Einsatzes bewertet Ziebs den Einsatz der französischen Feuerwehrkollegen als Erfolg, trotz großer Zerstörung. "Aber der Totalverlust wurde verhindert und das ist schon ein Erfolg." Bei der Suche nach der Brandursache werden die Pariser Kollegen nach Einschätzung von Ziebs "bei dem Zustand des jetzigen Gebäudes nach dem Ausschlussverfahren vorgehen". Dabei würden mögliche Ursachen wie etwa Blitzschlag oder Explosion als ausgeschlossen. "Da muss man sich ganz vorsichtig herantasten", so Ziebs.

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rw / mit Agentur / DPA