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Osama Bin Laden: Al-Kaida-Chef bekennt sich zu Flugzeug-Anschlag

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat sich in einer eigenen Botschaft zum dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug am ersten Weihnachtstag bekannt und den USA mit weiteren Attentaten gedroht.

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat sich in einer eigenen Botschaft zum dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug am ersten Weihnachtstag bekannt und den USA mit weiteren Attentaten gedroht. Das Zeichen, das der verhinderte Attentäter verbreitet habe, bekräftige die Botschaften "der Helden vom 11. September" 2001 und nachfolgender Terroristen, hieß es in der Audiobotschaft, die der arabische Sender El Dschasira am Sonntag ausstrahlte.

Bin Laden bezeichnete den für den versuchten Anschlag von Detroit verantwortlichen Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab ebenfalls als "Helden". Abdulmutallab hatte an Bord eines in Amsterdam gestarteten Flugzeugs mit 290 Menschen an Bord im Landeanflug auf Detroit versucht, einen Sprengsatz zu zünden, war aber überwältigt worden. Zu dem Anschlag hatte sich zunächst der regionale Al-Kaida-Ableger, El Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), bekannt.

In der kurzen Tonbandaufnahme, der ersten bin Ladens seit dem 25. September, richtete er auch direkt das Wort an US-Präsident Barack Obama. "Von Osama an Obama: Wenn euch unsere Botschaften mit Worten übermittelt werden könnten, hätten wir es nicht mit Flugzeugen getan." Al Kaida werde die Angriffe gegen die USA fortsetzen, "solange Ihr eure Unterstützung für Israel fortsetzt", sagte bin Laden. Es werde in den USA solange keine Sicherheit geben, "bis diese in Palästina realisiert ist". "Es ist ungerecht, dass Ihr ein ruhiges Leben führt, während unsere Brüder in Gaza unter den schlimmsten Bedingungen leben", sagte der Extremistenführer demnach.

Die Echtheit der Botschaft konnte zunächst nicht geprüft werden. Der Sender El Dschasira, der regelmäßig Botschaften des Al-Kaida-Chefs verbreitet, bestätigte jedoch, dass es sich auf dem Tonband um bin Ladens Stimme handele. Bin Laden äußerte sich damit nur wenige Tage vor einer internationalen Konferenz zum Jemen, die am Mittwoch in London stattfindet. Dabei soll es um einen koordinierten Einsatz gegen AQAP gehen.

Nach Ansicht des französischen Terrorexperten Jean-Pierre Filiu diente die Botschaft bin Ladens vor allem als Machtdemonstration. Die Botschaft wie auch der vereitelte Anschlag von Detroit sollten zeigen, dass Obama noch immer im Verborgenen die Fäden des Terrornetzwerks ziehe.

AFP / AFP