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Journalistin Kim Wall getötet U-Boot-Mörder Peter Madsen hat offenbar geheiratet

U-Boot "UC3 Nautilus"
Die Journalistin Kim Wall wurde an Bord des U-Boots "UC3 Nautilus" von Peter Madsen vor der Küste Dänemarks ermordet
© Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix Denmark / Picture Alliance
Auf seinem selbstgebauten U-Boot folterte und ermordete Peter Madsen die Journalistin Kim Wall. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Inhaftierung hindert ihn aber offenbar nicht daran, zu heiraten. 

Der dänische U-Boot-Bauer, der für den Mord an der schwedischen Journalistin Kim Wall zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist, hat offenbar geheiratet. Das verkündete zumindest eine Frau namens Jenny Curpen auf Facebook. Ihren Angaben zufolge hat sie am 19. Dezember die Ehe mit dem verurteilen Mörder geschlossen.

Die 39-Jährige wurde in der Nähe von Moskau geboren, lebt aber seit einigen Jahren in Finnland, wo sie als Grafikerin, Journalistin und Fotografin gearbeitet hat. Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Ria bestätigte sie die Eheschließung mit Madsen: "Es ist wahr, aber ich kommentiere mein Privatleben nicht", so Curpen.

Briefkontakt zwischen Madsen und Curpen

Madsen selbst ließ die Berichte über seine Heirat bislang unkommentiert. Auf Facebook schrieb er jedoch, dass man sich bei Fragen an Curpen wenden soll. Dies sei der schnellste Weg, um in Kontakt zu treten, weil er selbst keinen Internetzugang haben werde. 

Finnische und dänische Medien berichten, Curpen habe mit Madsen über mehrere Monate hinweg Briefkontakt gehabt. Im August 2018 hatte der 49-Jährige für Schlagzeilen gesorgt, indem er verkündet hatte, Brieffreunde zu suchen. Mehrere Frauen hätten daraufhin mit ihm Kontakt aufgenommen.

Der Mord an Kim Wall 

Die Journalistin Kim Wall war am 10. August 2017 für ein Interview mit dem in Dänemark bekannten Erfinder Madsen in seinem U-Boot auf den Øresund, die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden gefahren. In der Nacht meldete ihr Freund sie als vermisst. Am nächsten Vormittag tauchte die "Nautilus" auf, sank dann aber. Die Retter fischten nur Madsen aus dem Wasser. Teile von Walls Leiche - Kopf, Torso, schließlich Beine und Arme - fand man in den kommenden Tagen und Wochen im Meer.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Madsen Wall an Bord der "Nautilus" brutal gefoltert und getötet hat. Danach hat er die Leiche der 30-Jährigen zerteilt und sie ins Meer geworfen. Eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeutet in Dänemark im Durchschnitt rund 15 Jahre Gefängnis. Nach 12 Jahren kann bei der Königin eine Begnadigung beantragt werden. Nur wenige Gefangene bleiben tatsächlich bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern.

ivi

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