Riesenwellen im Mittelmeer Sturmwarnung vor tödlicher Kreuzfahrt


Vor dem Unglück auf dem Kreuzfahrtschiff "Louis Majesty", bei dem auch ein deutscher Passagier starb, gab es eine Sturmwarnung für das westliche Mittelmeer. Doch wie konnte es dazu kommen, dass die Riesenwellen Scheiben des Luxusliners zerbersten ließen und so zur tödlichen Gefahr wurden? Die Ermittlungen laufen.

Das Unglück auf dem zyprischen Kreuzfahrtschiff, bei dem ein deutscher und ein italienischer Urlauber ums Leben kamen, wirft Fragen auf. Die spanischen Behörden hatten für das westliche Mittelmeer vor einem Sturm mit Wellen von fünf bis sechs Metern Höhe gewarnt, wie der katalanische Fernsehsender TV3 am Donnerstag berichtete, doch normalerweise machen solche Wellen einem so großen Schiff aber nichts aus.

Eines der Opfer stammt aus NRW

Nach Angaben der Reederei Louis Cruise Line hatten drei bis zu acht Meter hohe Wellen vor der Costa Brava an der spanischen Nordostküste gegen das Kreuzfahrtschiff "Louis Majesty" geschlagen, die Scheiben eines Salons in der fünften Etage zertrümmert und zwei Touristen getötet. Wie das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, handelt es sich bei dem einen Opfer um einen 69 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen. Der zweite Tote ist nach Angaben der spanischen Rettungsdienste ein Italiener. Eine 62-jährige Frau brach sich bei dem Unglück beide Beine, insgesamt wurden 16 Passagiere verletzt.

Einer der Passagiere sagte der Nachrichtenagentur AP, das Wasser habe die Scheiben eines Bordrestaurants zerschmettert. Danach seien viele Kabinen überflutet worden. "Viele Leute hatten sehr große Angst", so der 73-Jährige.

Sturm mit mehr als 100 Stundenkilometern

Ein Sprecher der französischen Meeresbehörde in Toulon erklärte, es habe nicht den geringsten Hinweis auf Probleme bei der "Louis Majesty" gegeben. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls habe in dem Gebiet ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten über 100 Stundenkilometer gewütet. Das Kreuzfahrtschiff war mit 1350 Passagieren und 580 Besatzungsmitgliedern unterwegs von Barcelona nach Genua. Nach dem Zwischenfall ordnete der griechische Kapitän an, zurück zum Hafen von Barcelona zu fahren, wo die "Louis Majesty" am Abend eintraf. Die spanischen Behörden haben Ermittlungen eingeleitet, um den genauen Hergang des Unglücks zu klären.

DPA/APN DPA

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