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Südostasien: 34 deutsche Flutopfer identifiziert

Die Zahl der in Südostasien identifizierten deutschen Flut-Toten ist auf 34 gestiegen. Deutlich mehr als 1000 Reisende werden noch vermisst. Ihre Zahl steigt ständig weiter.

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, bestätigte am Freitag in Berlin die Zahl von 34 identifizierten Deutschen unter den Flutopfern. 300 verletzte Deutsche seien registriert worden. Bisher sind 5.700 deutsche Urlauber in die Heimat zurückgebracht worden. Bis Samstagmittag sollten weitere 1000 folgen. Die Rückkehrer seien überwiegend Pauschaltouristen. Es seien aber auch 600 Individualreisende darunter.

Von den bisher identifizierten Toten starben 27 in Thailand und 7 in Sri Lanka, sagte Scharioth. Die Identifizierung sei sehr schwierig, weil sie überwiegend mit DNA-Analyse oder über den Zahnstatus erfolgen müsse. Mit der thailändischen Regierung gebe es die Vereinbarung, dass alle ausländischen Toten identifiziert werden sollten. Die Regierung in Bangkok habe eine "Bemühungszusage" gemacht. Man werde versuchen, die sterblichen Überreste aller deutschen Touristen nach Deutschland zu bringen. 30 Spezialisten des Bundeskriminalamts (BKA) seien allein in Thailand im Einsatz.

Die Zahl der Vermissten sei weiter gestiegen, weil sich Angehörige bei deutschen Polizeidienststellen gemeldet hätten. Andererseits hätten sich bisher als vermisst geltende Personen gemeldet. Scharioth sagte, in Thailand werde noch eine zweistellige Zahl von Verletzten aus Deutschland behandelt, in Sri Lanka seien ungefähr 30 deutsche Verletzte im Krankenhaus. Ansonsten sei die Rückführung von deutschen Touristen aus Sri Lanka so gut wie abgeschlossen.

MedEvac-Airbus im Einsatz

Der Lazarett-Airbus der Bundeswehr ist nach seiner ersten Rückholmission am Freitag erneut Richtung Thailand gestartet. Der MedEvac-Airbus, eine fliegende Intensivstation, hatte in der Nacht 49 Verletzte aus Phuket nach Köln gebracht. Der Airbus hatte 45 Deutsche und 4 Ausländer an Bord. Ein zweiter MedEvac-Airbus wird derzeit für den Einsatz umgerüstet, er soll Anfang der Woche einsatzfähig sein.

Der Staatssekretär schloss nicht aus, dass die humanitäre Hilfe von bisher 20 Millionen Euro noch einmal aufgestockt wird. "Wir werden das nach Bedarf tun." Das Geld werde auf die Krisengebiete in Indonesien und Sri Lanka konzentriert. Im Zentrum der Bemühungen stehe die Trinkwasserzubereitung, um Seuchen abzuwenden.

Zu einer Vermisstenliste des Bundeskriminalamtes (BKA), in der die Reisenden nach Bundesländern aufgeteilt sein sollen, wollte sich Scharioth nicht detailliert äußern. Er wies lediglich darauf hin, dass sich die Zahlen ständig änderten.

DPA / DPA