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Tsunami-Katastrophe: 60 tote Deutsche identifiziert

In Thailand hat es mindestens 46 und in Sri Lanka 14 deutsche Todesopfer gegeben. Das gab jetzt das Auswärtige Amt bekannt. Die Zahl der Vermissten "liegt sehr deutlich über 1000", hieß es.

Die Zahl der nach der Flutkatastrophe in Asien identifizierten deutschen Todesopfer ist auf 60 gestiegen. Das sagte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, am Sonntag nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung in Berlin. 46 Todesopfer seien in Thailand, 14 in Sri Lanka identifiziert worden. Die Zahl der deutschen Vermissten steige weiter, so Scharioth. "Wir liegen jetzt sehr deutlich über 1000." Von Tag zu Tag wachse die Wahrscheinlichkeit, dass viele der Vermissten nicht zurückkehren. Die Zahl der registerierten Verletzten blieb konstant bei rund 300. Bis Samstag waren erst 34 deutsche Todesopfer identifiziert.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) will Ende der Woche in das Katastrophengebiet in Südasien reisen. Derzeit würden die genauen Reisepläne ausgearbeitet, wie Scharioth ankündigte. Fischer wolle sich auch über das Thema Wiederaufbau informieren und Möglichkeiten deutscher Hilfe ausloten.

In Deutschland zeichnet sich eine überaus große Spendenbereitschaft für die Opfer im asiatischen Katastrophengebiet ab. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) seien inzwischen 10,3 Millionen Euro an Spenden eingegangen, sagte Sprecher Lübbo Roewer. Bereits am Samstag hatte sich der DRK-Kontostand innerhalb nur eines Tages auf 7,2 Millionen Euro verdoppelt.

"Die Spendenbereitschaft ist gleich bleibend hoch", sagte Roewer. Das sei in Anbetracht der Silvesterfeiern sensationell. In der Zeit zwischen den Jahren sei es eher unüblich, "dass die Leute ihr Portemonnaie öffnen", so der Sprecher. Die Anteilnahme gehe auch darauf zurück, dass auch viele Deutsche unter den Flutopfern seien.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters