Südpazifik Todesopfer nach Tsunami-Welle


Bei einem Tsunami auf den Salomonen-Inseln sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Augenzeugen zufolge ertrank ein zwölfjähriges Mädchen in den Fluten. Andere Zeugen berichteten, eine ältere Frau, die in ihrem Haus festsaß, sei von der Welle erfasst worden und im Meer ertrunken.

Die Inselgruppe im Südpazifik wurde in der Nacht zum Montag (MESZ) durch mindestens zwei schwere Beben erschüttert - das eine erreichte nach Angaben des US-Instituts Geological Survey die Stärke von 8,0. Die dem Beben folgende Flutwelle drang Medienberichten zufolge bis zu 200 Meter ins Landesinnere ein.

Augenzeugen zufolge ertrank ein zwölfjähriges Mädchen in der Provinzhauptstadt Gizo in den Fluten. Andere Zeugen berichteten, eine ältere Frau, die in ihrem Haus festsaß, sei von der sich zurückziehenden Welle erfasst worden und im Meer ertrunken. Nach Angaben des Katastrophenschutzdienstes wurden 60 Gebäude zerstört, tausende Inselbewohner waren vorübergehend obdachlos. Auch für andere Anrainer des Ozeans wie Indonesien und Australien wurde eine Warnung vor einer Flutwelle ausgegeben.

Das Wasser überschwemmte alles

"Es war wie eine extrem hohe Flut. Wir hatten keine riesige aufschlagende Welle", sagte Danny Kennedy der Nachrichtenagentur Reuters. Kennedy besitzt einen Tauchladen auf Gizo und ist dort Lokalpolitiker. "Das Wasser stieg um rund vier bis fünf Meter über dem Meeresniveau, strömte in die Ortschaften und überschwemmte alles", sagte er. Große Boote seien aufs Land gespült worden und lägen auf den Straßen. Viele auf Stelzen gebaute Häuser lägen auf dem Boden. "Mehrere Küstensiedlungen wurden ganz ausgelöscht", sagte Kennedy. Auch ein Krankenhaus sei zerstört worden. Die Patienten seien aber in ein höher gelegenes Haus in Sicherheit gebracht worden. "Jeder ist ein bisschen in Panik, weil alles sagen, es komme noch eine weitere, 50 Meter hohe Welle", berichtete er kurz nach dem Tsunami.

Der Flughafen von Gizo wurde überschwemmt und geschlossen. "Viele Menschen sitzen einfach auf der Straße und warten ab", sagte Kerrie Kennedy, die in Gizo ein Tauchzentrum betreibt, der australischen Nachrichtenagentur AAP. Auch die Ortschaften Noro und Munda in der Nähe seien getroffen, berichtete das Büro des Premierministers. Die Hafenanlagen von Noro seien schwer beschädigt. Ein Sprecher der Polizei auf den Salomonen sagte, die Kommunikationsverbindungen auf die Inseln seien schlecht. Berichte über Flutwellen gebe es aber auch von den Inseln Gizo, Lefung und Taro. Auf Gizo sei ein Hotel zerstört worden.

Gesperrte Strände in Australien

In der Hauptstadt Honiara war das Beben nach Berichten von Augenzeugen zwar zu spüren gewesen, es habe aber keine größeren Schäden an Gebäuden gegeben. Das Epizentrum lag nach Angaben der amerikanischen Geologiebehörde USGS rund 40 Kilometer südöstlich von Gizo in einer Tiefe von nur zehn Kilometern. In Honiara rund 300 Kilometer südöstlich davon war der Erdstoß auch zu spüren, richtete aber keine Schäden an. Das Tsunamiwarnzentrum auf Hawaii gab eine Warnung für weite Teile des Südpazifik heraus. Australien ließ vorsorglich alle Strände an der Ostküste sperren. Stunden später wurde Entwarnung gegeben. Die Umgebung von Gizo ist populär vor allem bei australischen Touristen, die zum Tauchen kommen. Nach Angaben des deutschen Konsuls leben auf den Salomonen nur eine Hand voll Deutsche.

Reuters/DPA


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