Tödlicher Skiunfall Gutachter belastet Althaus


Lange hat es gedauert, nun sind erste Ergebnisse durchgesickert: Mehr als einen Monat nach dem tödlichen Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten mit einer Skifahrerin sieht ein Gutachter die Schuld offenbar bei Dieter Althaus. Dem Bericht zufolge war Althaus schnell unterwegs - und auf der falschen Piste.

Das technische Gutachten zum folgenschweren Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus liegt nach Informationen des "Spiegels" jetzt der Staatsanwaltschaft im österreichischen Leoben vor. Demnach habe der Politiker offenbar einen Fahrfehler begangen, hieß es im Vorabbericht am Samstag.

Althaus war am Neujahrstag in Österreich mit der 41-jährigen Skifahrerin Beata C. zusammengestoßen. Sie wurde getötet, er erlitt schwere Kopfverletzungen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Leoben, Walter Plöbst, wollte auf Nachfrage den Bericht weder bestätigen noch dementieren.

Nach Auswertung des polizeilichen Unfallberichts, des rechtsmedizinischen Befunds und einer Besichtigung des Unfallorts kam der Sachverständige laut "Spiegel" zu dem Ergebnis, dass Althaus mit rund 40 Stundenkilometern von der Piste "Die Sonnige" in die "Panorama"-Abfahrt eingebogen und knapp 15 Meter bergauf gefahren war. Die Frau sei deutlich langsamer mit etwa zehn Stundenkilometern die "Panorama"-Abfahrt hinabgefahren. Althaus habe ein Absperrnetz, das aus Sicherheitsgründen über einen Teil der "Panorama"-Piste gespannt sei, umkurvt und sieben Meter dahinter die Frau in einem Winkel von etwa 90 Grad getroffen, heißt es dem Bericht zufolge in dem zehnseitigen Gutachten.

Zwar äußere sich der Sachverständige nicht zur Schuldfrage, die Rekonstruktion habe aber ergeben, dass für die Frau keine Chance bestanden habe, den Unfall etwa durch Ausweichen zu verhindern. Die Rechtsanwälte der beteiligten Parteien, Alexander Rehrl aus Salzburg und Walter Kreissl aus Liezen, lehnten der Zeitschrift zufolge eine Stellungnahme mit dem Hinweis ab, das Gutachten sei ihnen nicht bekannt.

Der Ministerpräsident befindet sich derzeit in einer Reha-Klinik am Bodensee und ist nach Angaben seiner Ärzte voraussichtlich in der ersten Märzhälfte vernehmungsfähig. Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

AP/DPA AP DPA

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