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In der Nähe von Tonga Inseln nach Vulkanausbruch von der Außenwelt abgeschnitten

In der Nähe von Tonga: Inseln nach Vulkanausbruch von der Außenwelt abgeschnitten
Sehen Sie im Video: Unterwasser-Vulkan bricht aus: Tsunami trifft Tonga.




Beeindruckende Bilder der Eruption des Unterwasservulkans in der Nähe der südpazifischen Insel Tonga am Freitag. Dicker Rauch, Blitze, Asche und Staub waren zu sehen. Der Ausbruch hatte darüber hinaus eine Tsunami-Welle ausgelöst. Nach Angaben der australischen Regierung gibt es vermutlich erhebliche Schäden auf Tonga. Man gehe jedoch davon aus, dass zum Glück kaum Menschen verletzt oder getötet wurden. Große Sorgen hingegen bereitet der Regierung des Inselstaats Tonga der starke Asche-Regen. Denn der würde das Trinkwasser verunreinigen und ungenießbar machen. Neben Australien hat auch Neuseeland Aufklärungsflugzeuge geschickt, um das Ausmaß der Naturkatastrophe zu bemessen. Erste Berichte zeigen, dass es an den Stränden Tongas erhebliche Schäden durch umher geschleuderte Häuser gebe. Etliche Ferienanlagen seien zerstört. Der Flughafen sei aber wohl in einem relativ guten Zustand.
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Noch immer weiß niemand, was der Vulkanausbruch und der anschließende Tsunami auf den Inseln Tongas angerichtet haben. Eine abgelegene Insel sendete jetzt ein Notsignal. Die Nachbarn bringen Hilfen auf den Weg. 

Das Ausmaß der gewaltigen Eruption des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Pazifik ist weiter unklar. Die Kommunikationsverbindungen blieben am Dienstag beeinträchtigt, weil ein wichtiges Unterseekabel durch das Seebeben gekappt wurde. Speziell zur Inselgruppe Ha'apai gebe es bisher keinen Kontakt, teilte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit.

Sorge gebe es nach dem von dem Vulkan ausgelösten Tsunami vor allem um die tiefliegenden Inseln Mango und Fonoi. Von Mango sei ein Notsignal empfangen worden. "Die Kommunikation ist weiter das größte Problem, da Internet und internationale Telefonleitungen immer noch außer Betrieb sind", so die UN-Behörde. Satellitentelefone seien das einzige zuverlässige Instrument zur Kommunikation mit der Außenwelt, aber auch sie funktionierten nicht immer zuverlässig.

Der Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai hatte am Samstag eine gigantische Wolke aus Asche und Gas kilometerweit in die Höhe geschleudert und Tsunami-Wellen ausgelöst, die selbst in Japan, Alaska und Südamerika noch an die Küsten schwappten. Auf Satellitenbildern waren spektakuläre Aufnahmen der Eruption zu sehen, die Experten zufolge wahrscheinlich die stärkste weltweit seit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991 war. Die Druckwelle des Vulkanausbruches wurde sogar von Messgeräten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über Deutschland erfasst.

Bislang zwei bestätigte Todesfälle 

Der Untersee-Koloss, der sich 1800 Meter hoch und 20 Kilometer breit unter der Wasseroberfläche erhebt, liegt nur 65 Kilometer nördlich von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa. Das Königreich Tonga hat rund 107.000 Einwohner. "Insgesamt scheint es auch rund um die Hauptinsel Tongatapu erhebliche Schäden an der Infrastruktur zu geben", berichtete OCHA weiter. Strände, Häuser und Hotels vor allem im Westen der Insel sollen ebenfalls betroffen sein.

Die neuseeländische Regierung teilte unter Berufung auf die Polizei in Tonga mit, bislang seien zwei Todesfälle bestätigt worden. Eines der Opfer ist demnach eine 50-jährige Britin, die von einer Flutwelle erfasst wurde, als sie ihre Hunde retten wollte, wie ihr Bruder gegenüber dem britischen Sender BBC bestätigte. Die Frau leitete in Tonga ein Tierheim. Über den anderen Toten gab es zunächst keine weiteren Informationen.

Vulkanausbruch in Tonga

Sehen Sie im Video: Tonga – Satellitenbilder zeigen Inselstaat vor und nach Vulkanausbruch und Tsunami.

Das Wasser auf Tonga ist durch Asche verschmutzt 

Neuseeland wollte noch am Dienstag zwei Schiffe mit Hilfsgütern in das 2300 Kilometer entfernte Tonga schicken. Ein formelles Hilfeersuchen stehe zwar noch aus, aber die neuseeländische Regierung wolle die Schiffe HMNZS Wellington und HMNZS Aotearoa dennoch bereits entsenden, da diese drei Tage brauchten, um die betroffene Region zu erreichen, hieß es. "Die durch den Ausbruch verursachten Kommunikationsprobleme machen diese Katastrophenhilfe zu einer besonderen Herausforderung", betonte die neuseeländische Außenministerin Nanaia Mahuta.

Eines der Schiffe soll dringend benötigtes Trinkwasser transportieren, denn auf Tonga ist das Wasser durch Asche verschmutzt. "Wasser hat in dieser Phase für Tonga höchste Priorität und die HMNZS Aotearoa kann 250.000 Liter transportieren und 70.000 Liter pro Tag durch eine Entsalzungsanlage produzieren", sagte Verteidigungsminister Peeni Henare. Auch im australischen Brisbane sollte am Mittwoch ein Schiff ablegen. Laut der Nachrichtenagentur AAP wird die HMAS Adelaide sowohl humanitäre Hilfen als auch medizinisches Fachpersonal und Helikopter an Bord haben. 

Am Montag hatten beide Nachbarstaaten Flugzeuge nach Tonga geschickt, um die Situation aus der Luft zu erkunden. Die Streitkräfte veröffentlichten Aufnahmen, die farblose Landschaften unter einer dicken Ascheschicht zeigen. Maschinen können derzeit nicht in der Hauptstadt landen, weil auch der Flughafen zunächst von der Asche befreit werden muss.

Ob der seit Dezember wieder aktive Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai nun Ruhe gibt, ist laut Experten schwer einzuschätzen. Jedoch müssten sich die Tongaer wahrscheinlich auf weitere Eruptionen einstellen, zitierte der australische Sender ABC am Dienstag den Geochemiker Oliver Nebel von der renommierten Monash University in Melbourne. "Ich glaube, dass er in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten erneut ausbrechen wird." Ob dies mit der gleichen Intensität geschehe, sei aber nicht vorherzusagen – denn niemand wisse wie viel Magma sich noch in der Magmakammer in der Erdkruste befindet.

key dpa

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