Der Buckelwal liegt weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel – und wird sterben. Zuletzt war ein Rettungsversuch mit einem Katamaran erwogen worden, nach eingehender Prüfung wurde die Idee aber verworfen. Der Wal ist zu schwach für einen Transport. Seine stark angegriffene Haut würde den Gurten nicht standhalten und könnte einreißen.
Situation des Wals „einzigartige Tragödie“
Die Strandung Ende März war das vierte Mal, dass der Wal an der Ostseeküste feststeckte. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Seitdem wird er laut Ministerium rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig von der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
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Steinmeier ruft zu Mäßigung in Wal-Debatte auf
Er sei nicht wegen des Wals für drei Tage nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen, wisse aber natürlich, „dass über das Schicksal des Buckelwals viel diskutiert und gestritten wird und auch nach meiner Auffassung manchmal in einer Weise, die ich kaum noch nachvollziehen kann“. Er habe aus der Ferne den Eindruck, die Landesregierung mache, was sie könne, lasse sich von Experten beraten.
Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von Stralsund aus – als 18. Station der Reihe „Ortszeit Deutschland“, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will.
Deutsches Meeresmuseum nicht in Planung der neuerlichen Pläne einbezogen
Aktion soll sofort starten – Taucher sollen Wal beruhigen
Dabei soll auch der Untergrund untersucht werden. Geplant ist laut Backhaus, am Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, so Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons dann bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.
„Lösungen im Sinn des Tiers“
Die Verantwortung liege bei den Initiatoren. „Wir dulden dieses Vorhaben“, sagt Backhaus. Bei den Initiatoren handelt es sich laut Backhaus unter anderem um den Mediamarkt-Gründer Walter Gunz. Die Initiatoren würden in Kürze weitere Details mitteilen.
„Wir dulden dieses Vorhaben“Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus
Minister erlaubt neuen Rettungsversuch für gestrandeten Buckelwal
Nach Schwimmerin in Wal-Nähe: Polizeibegleitung für Schiff
Ein Fotoreporter der Nachrichtenagentur DPA bestätigt, dass am Mittwoch ein Schlauchboot dem Schiff entgegenkam und es bis in den Hafen auf Poel begleitete. Die „Adler Nature“ verkehrt laut Fahrplan täglich zwischen Wismar und der Insel Poel, vor der der Wal gestrandet ist. Es gebe weiterhin eine freie Fahrrinne in dem Bereich, erklärt die Sprecherin.
Die Wasserschutzpolizei sei deshalb auch auf dem Wasser, um zu gewährleisten, dass niemand die um den Wal eingerichtete Schutzzone verletzt.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zu gestrandetem Wal
Der Mensch, als Teil der Natur, mag auch daran seinen Anteil haben. Er ist aber nicht in der Pflicht, das Tier gleichsam wider die Natur mit großem Aufwand wieder in Bewegung zu setzen. Schutz vor menschlichen Störern kann geboten sein. Das Tier seinem offenbar instinktiv gewählten Schicksal zu überlassen, ist nicht grausam. Sondern eine Hilfe im Sterben oder auch zum Weiterleben, wie wir es dem Geschöpf schuldig sind.“
Warnung vor Fake-Spendenaufrufen und Falschinformationen
In sozialen Netzwerken kursieren im Zusammenhang mit dem vor der Insel Poel gestrandeten Wal nach Angaben des Umweltministeriums falsche Informationen und Spendenaufrufe. „Diese Inhalte sind irreführend und missbrauchen die aktuelle Situation rund um den gestrandeten Wal“, kritisiert Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es handele sich hierbei nicht um offizielle Maßnahmen oder genehmigte Spendenaktionen. Die Beiträge seien emotional aufgeladen und nutzten die Betroffenheit über den gestrandeten Wal aus.
Backhaus wies ausdrücklich darauf hin, dass das Umweltministerium zu keinen Spendenkampagnen aufgerufen habe. Er empfiehlt, verdächtige Inhalte sofort der Polizei zu melden und keine Zahlungen an unbekannte Organisationen oder über Links in den sozialen Netzwerken zu leisten. Auch kursierten im Internet derzeit Inhalte, in denen angebliche Expertenmeinungen, gefälschte Unterschriften sowie manipulierte Dokumente verwendet würden. Teilweise kämen auch KI-generierte Videos, in denen Falschinformationen über die Rettung des Wals behauptet werden, zum Einsatz.
Gestrandeter Buckelwal ist noch am Leben
Zum Buckelwal soll es am Morgen erneut verschiedene Runden und Lagebesprechungen geben. Konkrete Details kann der Sprecher zunächst nicht nennen.