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Großeinsatz: 400 Fußballfelder groß: Feuerwehr kann in Brandenburg riesigen Waldbrand niederkämpfen

Eine Fläche von 400 Hektar stand südwestlich von Berlin in Flammen. Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Doch die Feuerwehr bringt unter Einsatz all ihrer Kräfte die Flammen unter Kontrolle.

Rund 600 Einsatzkräfte haben den großen Waldbrand im Südwesten Brandenburgs stark eingedämmt. "Weite Teile sind unter Kontrolle", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Einsatzort der DPA. Wenn der Wind so bleibe, sehe er gute Chancen, dass das Feuer bald gelöscht werde und die in Sicherheit gebrachten Anwohner noch im Laufe des Tages in ihre Häuser zurückkehren könnten.

500 Menschen mussten flüchten

Derzeit gebe es aber noch mehrere größere Brandstellen. Die Bundeswehr und die Bundespolizei seien mit Hubschraubern im Einsatz. Zudem spritzten die Wasserwerfer der Polizei Wasser in den Wald bei Treuenbrietzen. Die Arbeiten würden noch mehrere Tage dauern, sagte Schröter.

Mehr als 500 Menschen mussten wegen des Feuers, das sich am Donnerstagnachmittag von zunächst fünf Hektar rasch auf rund 400 ausgebreitet hatte, ihre Häuser verlassen. Sie verbrachten die Nacht bei Bekannten oder in einer Notunterkunft. Betroffen waren die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen südlich von Potsdam. Es brannte eine Fläche so groß wie 400 Fußballfelder.

Wann die Bewohner möglicherweise nach Hause zurückkehren können, bleibt unklar. "Das hängt maßgeblich aber auch vom weiteren Fortgang der Löscharbeiten in diesem Bereich ab", sagte der Bürgermeister von Treuenbrietzen, Michael Knape. Er habe die von der Evakuierung betroffenen Bürger beruhigen können, die über Nacht um Haus und Hof gebangt hätten: Schäden seien im Moment nicht erkennbar. Man könne erst einmal sagen, die Orte seien sicher.

Züge können nicht mehr fahren

Das Feuer wirkte sich auch auf den Bahnverkehr aus. Betroffen sei  die Strecke zwischen Wannsee und Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming), teilte die Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) auf ihrer Internetseite mit. Demnach enden die Regionalbahnen des privaten Eisenbahnunternehmens bereits in Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen. "Es bestehen ebenfalls erhebliche Straßensperrungen. Ein planmäßiger Schienenersatzverkehr ist dadurch nicht möglich", teilte das Unternehmen weiter mit.

Der Flugverkehr dagegen ist bislang nicht beeinträchtigt. "Die Flieger starten alle", sagte eine Flughafensprecherin am frühen Freitagmorgen in Berlin.

Berlin kommt glimpflich davon

Südwestwind hatte die Rauchschwaden in der Nacht in die Hauptstadt hineingetragen, erklärte der DWD. Allerdings dürfte der Wind im Laufe des Vormittags drehen und der Rauch werde wohl aus der Stadt abziehen. Die Bewohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, erklärte die Feuerwehr. Außerdem sollten Lüftungsanlagen kontrolliert werden. Am Donnerstagabend waren zunächst lediglich die südöstlichen Stadtteile betroffen gewesen. In Spitzenzeiten seien es bis zu 50 Notrufe gewesen, die hätten abgearbeitet werden müssen, hieß es. Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, die  Region im Laufe des Freitags besuchen zu wollen.

sos/DPA