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Social-Media-Berühmtheit in China Gletscher-Aktivist stürzt bei Video-Dreh in Eiswasser – Retter haben kaum Hoffnung


Wang Xiangjun ist mit Videos von Gletschern in China berühmt geworden. Vergangenes Jahr durfte er sogar bei der UN-Klimakonferenz von seinen Erfahrungen berichten. Nun ist der 30-Jährige offenbar bei einem Unfall an einem Gletscher ums Leben gekommen.

Ein 30-jähriger chinesischer Klima-Aktivist ist offenbar bei einem Unfall vor laufender Kamera ums Leben gekommen. Wang Xiangjun erlangte mit seinen viralen Videos zu Gletschern und den Auswirkungen des Klimawandels auf diese vor allem in China Berühmtheit.

Am 20. Dezember war er mehreren Medienberichten zufolge bei einem Ausflug in Tibet an einem Gletscher ins Eiswasser gefallen und wird seitdem vermisst. Retter hätten vergeblich versucht, ihn zu finden. "Er könnte unter eine Eisscholle geraten sein. Das Wasser ist dort zehn bis 20 Meter tief", wird ein Helfer in der chinesischen "Global Times" zitiert. Dass er überlebt habe sei "fast unmöglich".

Ein auf chinesischen Plattformen kursierendes Video soll laut der britischen BBC den tragischen Vorfall zeigen. Darin verliere Wang beim Klettern nahe eines Gletscher-Wasserfalles die Balance und rutsche in schnell fließendes Eiswasser.

Die Rettungsmaßnahmen mussten den Berichten zufolge vorerst wieder eingestellt werden, weil die Eisdecke dort zu dieser Jahreszeit zu dick sei. Um die Leiche des jungen Mannes zu bergen, müsste man zunächst warten, bis die Eisschollen weiter abschmelzen.

Wang Xiangjun und die Liebe zu den Gletschern

Der Chinese war 1990 in ärmlichen Verhältnissen geboren und später als Wanderarbeiter durchs Land gezogen. Dabei entdeckte er seine Vorliebe für schneebedeckte Berge und Gletscher. Mit den Videos seiner Begehungen und Erkundungen von Tunneln erreichte er schnell Millionen Klicks, sein Kanal auf der Kurzvideo-Plattform Douyin hat mehr als drei Millionen Follower.

Bekanntheit erlangte der Mann mit dem Spitznamen "Gletscher-Bro" auch, weil er innerhalb von sieben Jahren mehr als 70 Gletscher in Südwest-China fotografierte. 2019 sprach er auf der UN-Klimakonferenz und berichtete von seinen Erfahrungen mit schmelzenden Gletschern.

China ist der weltweit größte Produzent von CO2. Bis 2060 will das Land in diesem Bereich neutral sein.

Am Wochenende hatten die Betreiber der Social-Media-Plattformen von Wang einen trauernden Post ins Netz gestellt. "Mein Bruder (...) ruht nun für immer an seinem Lieblingswasserfall", heißt es dort. "Er war sein ganzes Leben besessen von Gletschern und gab sein Leben für die Gletscher. Dies ist der beste Ruheort für ihn."

Quellen:"China Global Times" / BBC / Youtube

fin

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