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Wiederverwertung: Mein Plastik-Müll wird recycelt - oder? Fünf Probleme mit Kunststoff-Recycling

Die Deutschen rühmen sich oft und gerne mit ihrer Vorreiterrolle im Mülltrennen und der Wiederverwertung von Plastik. Bundesumweltministerin Svenja Schulz betitelt uns sogar als "Weltmeister".  Aber ganz rund läuft es auch hierzulande nicht im Recycling.

Recycling von Plastik-Müll

Ob der Plastik-Müll, den wir entsorgen, tatsächlich wiederverwendet werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. Eines aber ist eindeutig: Wir müssen weniger Müll produzieren.

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Plastik ist leicht, vielseitig, billig zu bekommen, in unserem Alltag allgegenwärtig - und hat ein Image-Problem. Bilder von zugemüllten Meeren schockieren die Deutschen. Supermärkte werben damit, dass sie Einweg-Strohhalme und -Besteck aus den Regalen nehmen und Kunststofftüten von den Kassen verbannen. Als Umwelt-Thema ist Plastik "in". Kein Wunder also, dass die neue Bundesumweltministerin während ihrer ersten "Sommerreise" eine Recyclinganlage besucht.  

Der scharfe Müllgeruch steigt in die Nase und bleibt lange hängen. Die Maschinen sind laut, hier bei der Hubert Eing Kunststoffverwertung darf man nur mit Gehörschutz arbeiten. Auf dem Hof stehen gewaltige Packen aus Plastikmüll und noch größere weiße Säcke mit kleinen bunten Etiketten. Sie zeigen an, welche Qualität das "Recyklat" darin hat, also das Material aus Altplastik, aus dem zum Beispiel Geräte für Kinderspielplätze oder Parkbänke werden. 

Hier wird Abfall zerkleinert, sortiert, gereinigt, weiter zerkleinert und schließlich wieder verkauft. Was nicht recycelbar ist, wird verbrannt - "thermisch verwertet" zur Gewinnung von Strom und Wärme. Das gelte auch für alte Elektrogeräte oder anderen Müll, erklärt Unternehmenschef Stephan Eing. Die Disziplin der Bürger beim Mülltrennen habe stark nachgelassen. "Wir haben letztens einen Satz Winterreifen bekommen."

Eing gehört zur deutschen Kreislaufwirtschaft, einer großen Branche aus kommunalen und privaten Unternehmen, die fast 300.000 Menschen beschäftigen. Im Bereich Abfallverwertung und -beseitigung sind es 129 000. Die Sortierung und Recycling sind fast ausschließlich Sache privater Unternehmen, fürs Verpackungsrecycling sind die Dualen Systeme - darunter "Der Grüne Punkt" - verantwortlich. Die Branche, die Politik und Umweltverbände sind sich einig: Beim Thema Wiederverwertung ist Deutschland im weltweiten Vergleich ganz vorn. "Weltmeister", sagt Svenja Schulze. 

Aber auch das deutsche Recyclingsystem hat Schwächen. An manchen wird gearbeitet, manches ändert sich schon nächstes Jahr - anderes nicht. Eine Auswahl:

1. Nicht jedes Plastik ist recycelbar - oder wird recycelt

Es gibt viele unterschiedliche Plastiksorten, nicht aus allen wird wieder ein Nutzgegenstand. Benjamin Bongardt vom Nabu nennt das Beispiel PET: Flaschen aus Polyethylenterephthalat können wieder Flaschen werden, PET-Schalen als Verpackung für Obst werden dagegen nicht recycelt. Auch Folien seien schwierig, vor allem kleinere: Dafür gebe es bisher wenige Anlagen, erklärt Bongardt. 

Und: Verbrennen sei billiger als wiederverwerten, sagt Stephan Eing. Er recycelt daher so viel, wie derzeit vorgeschrieben: 36 Prozent. Vom gesamten Plastikmüll werden laut Ministerium rund 45 Prozent "stofflich wiederverwertet", also nicht verbrannt. Das neue Verpackungsgesetz erhöht ab 2019 die Quoten, 2022 sind 63 Prozent vorgesehen.

2. Manchmal geht Design vor Umwelt

Eine Waschmittelflasche wird schwarz gefärbt, eine Shampoo-Flasche ist komplett von einer dünnen bedruckten Folie umschlossen. Das mag gut aussehen - erschwert oder verhindert aber oft das Recycling, weil die Maschinen das Material nicht erkennen und sortieren können. Ab 2019 müssen deswegen die Dualen Systeme von den Herstellern für schlecht recycelbare Verpackungen mehr Lizenzgebühren verlangen als für andere. Manche Hersteller wollen auch keine Recyclate, also wiederverwertetes Plastik, einsetzen, weil es zum Beispiel grau ist statt strahlend weiß.

3. Nicht das ganze Plastik landet im Recycling-System

Viele wissen gar nicht, dass sie in die gelbe Tonne oder gelben Sack nur Verpackungen werfen dürfen. Also zum Beispiel keine Strohhalme, aber die Folie um die Halme schon. Immerhin ist der Anteil hoch: "40 Prozent aller Kunststoffe gehen in die Verpackung", sagt Bongardt, "und Verpackungen werden sofort zu Müll." Darum steht Verpackungsmüll oft so im Fokus. Der Rest allerdings landet im Restmüll, der nur vereinzelt noch mal sortiert wird, die Regel ist Verbrennung. Eine orangene Wertstofftonne, in die jedes Plastik (und Metall) hinein darf, erhöht den Anteil, es gibt sie aber nur, wo Kommunen und Duale Systeme sich darauf verständigen. 

4. Irgendwann ist Schluss mit Recycling

Bei manchen Kunststoffarten, insbesondere bei PET-Flaschen, ist ein geschlossener Kreislauf möglich, aber die Regel ist das nicht. Recycling ist oft "Downcycling": Aus PET-Einwegflaschen wird dann zum Beispiel doch keine neue Flasche, sondern Fasern für die
Textilindustrie, die nicht erneut wiederverwertet werden können. Die Plastiksorten PE und PP, also die mehrheitlich eingesetzten Polyolefine, verlieren bei jeder Behandlung an Qualität, erklärt Ralf Buschmann von der Umwelt-Organisation BUND.

5. Das System hat Schwächen

Die verschiedenen Verpackungsmüll-Entsorger - die Dualen Systeme - stehen in Konkurrenz zueinander. Immer wieder gibt es Klagen über "schwarze Schafe", die rechtliche Schlupflöcher nutzen und Billig-Angebote auf Kosten der anderen machen, sowie Unstimmigkeiten bei den gemeldeten Abfall-Zahlen. Für Streit sorgt unter anderem Verpackungsmüll etwa aus dem Online-Versandhandel, für den niemand Lizenzgebühren gezahlt hat. Hier soll die Zentrale Stelle, eine neue Behörde, ab 2019 für mehr Transparenz sorgen.

Perfekt läuft das Recycling in Deutschland also auch nicht. Wichtig ist Umweltschützern deswegen eine Botschaft: Deutschland ist nicht nur ganz vorn bei der Wiederverwertung, sondern auch beim Müll-Aufkommen. Etwa sechs Millionen Tonnen Plastikmüll fallen pro Jahr insgesamt an. "Das Problem liegt am Anfang der Kette", sagt Buschmann von BUND. "Brauchen wir so viel Einweg, so viele komplizierte Verpackungen?" Recycling sei wichtig - aber an erster Stelle müsse stehen, den Müll zu vermeiden.

sve / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.