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Konzentrierter Zigarettenqualm: NRW fordert Rauchverbot im Auto, um Gesundheit der Kinder zu schützen

Um die verheerenden Folgen des Passivrauchens bei Kindern einzudämmen, sprechen sich Regierung und Opposition in NRW geschlossen für ein Rauchverbot im Auto aus. Die Umsetzung allerdings würde gegen ein Grundgesetz verstoßen.

NRW fordert Rauchverbot im Auto

Weil Zigarettenrauch sich im kleinen Innenraum des Autos stark zentriert und besonders schädlich ist, fordert NRW ein landesweites Rauchverbot.

Getty Images

Nach Recherchen der Regierungspartei in NRW sterben weltweit jährlich 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens. Zumindest im geschlossenen, engen Raum des Autos verstärkt sich daher die Forderung eines Rauchverbots, auch in NRW. Wie der WDR berichtet, fordern die Regierungs- und Oppositionsparteien die Berliner Landesregierung auf, einen entsprechenden Gesetzesentwurf über den Bundestag einzubringen. Das Verbot soll allerdings nur gelten, wenn Minderjährige und Schwangere Beifahrer sind. 

Dennis Maelzer von der NRW-SPD hatte im vergangenen Jahr die Frage angestoßen, warum Kinder zwar in öffentlichen Räumen wie Kneipen, aber nicht im Auto geschützt werden. Seiner Initiative für ein Rauchverbot haben sich nun auch die CDU, FDP und die Grünen angeschlossen. Die Zustimmung der Bevölkerung dürfte er ohnehin sicher haben. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (DPA) befürworten 71 Prozent der Deutschen ein Rauchverbot im Auto. 

Dafür haben sie gute Gründe. Mit etwa zwei bis fünf Kubikmetern ist der Innenraum eines Autos nur ein Bruchteil von einem mittelgroßen Wohnraum, die Belastung durch Tabakrauch ist um ein Vielfaches erhöht. "Erschwerend kommt hinzu, dass besonders Kinder nicht die Möglichkeit haben, ein Auto, in dem geraucht wird, ohne weiteres zu verlassen. Zudem sind sie hinsichtlich der Beurteilung der Gefahr der Einschätzung der Erwachsenen ausgeliefert.", schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer Veröffentlichung.

Rauchverbot im Auto verstößt gegen ein Grundrecht 

Die gesundheitlichen Folgen für die sich noch entwickelnden Lungen der Kinder können beträchtlich sein. Asthma-Erkrankungen können sich verschlimmern, der Blutdruck kann sich erhöhen. Des Weiteren diagnostizieren Mediziner ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen, Übergewicht und Diabetes II, heißt es in dem Antrag der Parteien. Bei Säuglingen steige das Risiko eines plötzlichen Todes.

Eine Umsetzung des Verbotes wird allerdings dadurch erschwert, dass sich in diesem Konflikt zwei Grundrechte gegenüber stehen. Die allgemeine Handlungsfreiheit schützt das Recht zu Rauchen, während das Recht auf Unversehrtheit die Gesundheit der Kinder sicherstellen will. Weil Letztere im Zweifel wichtiger sein dürfte, hat das Gesetz gute Chancen. Allerdings muss sich der Entwurf auch gegen die Tabak-Lobby behaupten, die der Durchsetzung des Verbots sicher nicht wortlos zusehen wird. 

Quellen: WDR, Deutsches Krebsforschungszentrum

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sve