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Wetter: Gestern Unwetter, morgen Sonne

Nach heftigen Unwettern sind Feuerwehren und Stadtverwaltungen im Dauerstress, um Überflutungen und Verwüstungen zu beseitigen. Doch Rettung naht: Das Hoch "Klaus" soll den Altweibersommer bringen.

Einen Tag nach den Unwettern in Hessen und Nordrhein-Westfalen haben heftige Regenfälle in Teilen Deutschlands erneut zu Überflutungen und Verwüstungen geführt. In Nordbayern, im Süden Sachsen-Anhalts und in Ostthüringen kämpften Feuerwehrleute am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag nach schweren Gewittern gegen die Fluten. Keller liefen voll, Straßen wurden überschwemmt, Schlammmassen von Feldern gespült.

In Nordbayern entging eine Wohnsiedlung in Weidenberg bei Bayreuth nur knapp einer Gasexplosion. Ein rund 5000 Liter fassender Gastank war von einem Hochwasser führenden Bach aus der Verankerung gerissen worden und gegen eine Garage geprallt. Weil der Tank zu explodieren drohte, mussten 85 Anwohner ihre Häuser verlassen und die Nacht bei Freunden und Verwandten oder in der Schulturnhalle verbringen. Die Wassermassen hätten alles mitgerissen, was ihnen in den Weg gekommen sei. "Hasenställe, Gartenhäuser und sogar Grabsteine eines Friedhofes sind beschädigt worden", berichtete ein Polizeisprecher. 600 Rettungskräfte waren im Einsatz. Der Gesamtschaden an bis zu 100 Häusern belaufe sich auf mehrere hunderttausend Euro.

Auch Ostthüringen, Sachsen-Anhalt und Mittelhessen betroffen

In Gera in Ostthüringen musste in einigen Firmen wegen der Wassermassen die Arbeit eingestellt werden. Nach Angaben der Polizei wurde eine Fahrbahn auf der Autobahn 4 nahe Gera zeitweise gesperrt, weil Schlamm von einer Baustelle auf die Straße gerutscht war. Südlich von Gera fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) binnen einer Stunde 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Feuerwehr rückte zu 105 Einsätzen aus.

Starker Regen spülte im Süden Sachsen-Anhalts Schlammmassen von umliegenden Feldern in die Gemeinde Kayna. Etwa 50 Feuerwehrleute benötigten nach Angaben eines Sprechers mehrere Stunden, um die teils unpassierbaren Straßen sowie voll gelaufenen Keller von Schlamm und Regenwasser zu befreien.

Auch in Dillenburg in Mittelhessen lief die Kanalisation über. Nach dem schweren Unwetter vom Sonntag Die Stadtverwaltung hat den Einwohnern das Abkochen von Trinkwasser empfohlen, weil die Trinkwasserbrunnen überschwemmt und verschmutzt wurden. "Wir haben Keime im Wasser festgestellt", sagte Norbert Turschner von den Wasserwerken Dillenburg. Das gesamte Wassernetz werde gespült und mit Chlor desinfiziert. In den teils überschwemmten Lahn-Dill-Kliniken mussten derweil weitere Patienten verlegt und entlassen werden. Der Sprecher der Lahn-Dill-Kliniken konnte nicht sagen, wann das Krankenhaus wieder voll betriebsfähig ist.

Altweibersommer kommt zuverlässig

Aber die Rettung naht in Form des Hochs "Klaus". Damit ist der Altweibersommer dieses Jahr gerettet. Nach der Vorhersage des Wetterdienstes Meteomedia setzt sich ab Mittwoch in ganz Deutschland herrliches Spätsommerwetter durch. Verantwortlich dafür ist das Hoch "Klaus", das langsam von Frankreich über Deutschland nach Osteuropa zieht. Die Sonne heizt dabei noch einmal ein. "Ab Donnerstag werden wieder verbreitet über 25 Grad erreicht", erklärte der Meteomedia-Experte Holger Starke.

Am Mittwochvormittag halten sich nach der Vorhersage besonders im Osten noch ein paar Wolkenfelder, vereinzelt fallen sogar ein paar Tropfen. Sonst scheint abgesehen von einzelnen Nebelfeldern die Sonne. Der Nachmittag gestaltet sich dann verbreitet sonnig und es ziehen nur dünne Schleierwolken über den Himmel. Bei mäßigem Wind aus West bis Süd wird es mit 20 bis 25 Grad bereits angenehm warm, lediglich an der Küste werden nur bis zu 18 Grad erreicht.

Nach klarer Nacht und einzelnen Nebelfeldern hat der Donnerstag wieder viel Sonne zu bieten. Bei schwachem bis mäßigem Wind aus Ost bis Süd erreichen die Temperaturen angenehme 22 bis 27, im Westen und Südwesten sogar bis 29 Grad.

Am Freitag setzt sich das sonnige Spätsommerwetter fort, nach Auflösung einiger weniger Nebelfelder kann man meist Sonne pur genießen. Am Nachmittag steigen die Temperaturen auf 23 bis 28, teilweise auch bis 29 Grad. Am Wochenende lassen die Rechenmodelle des DWD allerdings wieder wechselhaftes Wetter erkennen. Mit Schauern sei ab Samstag zu rechnen, lediglich im Osten bleibe es noch sonnig und trocken.

DPA/AP / AP / DPA