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Wetter: Tote bei Waldbränden in Frankreich

Bei Waldbränden an der Côte d'Azur und auf der Mittelmeerinsel Korsika sind in den vergangenen Tagen vier Menschen ums Leben gekommen. Auch in Portugal wütete ein Großfeuer.

Verheerende Feuer haben nach offiziellen Angaben in diesem Sommer in Frankreich schon mehr als 30.000 Hektar Wald vernichtet - so viel wie seit 1976 nicht mehr. Hauptbrandgebiete waren die Côte d’Azur und Korsika. Waldbrände zerstörten am Dienstag in Mittelportugal hunderte Hektar Wald- und Buschland. Auf Korsika erlag ein 49-jähriger Mann den schweren Verletzungen, die er sich bei einem Brand am Montag zugezogen hatte, hieß es nach Angaben der Behörden von Dienstag. Das Feuer, das 450 Hektar Eichenwald und Unterholz zerstört hatte, sei inzwischen eingedämmt.

6.000 Menschen evakuiert

An der Côte d’Azur wurden am Montagabend drei Leichen gefunden. Bei zwei von ihnen handele es sich um Briten, teilten die Behörden mit. Die Herkunft einer 76-jährigen Frau sei nicht geklärt. Mehr als 6.000 Menschen wurden seit Montag im Département Var in Sicherheit gebracht. Allerdings sollten die meisten von ihnen noch am Dienstag in ihre Häuser zurückkehren.

Vier Feuerwehrleute schwer verletzt

Mehr als 900 Feuerwehrleute waren am Dienstag im Einsatz, um das Feuer im Maurengebirge im Hinterland von Fréjus zwischen Cannes und Saint-Tropez zu bekämpfen. Bislang seien über 8.000 Hektar abgebrannt. Im Gebiet von Sainte-Maxime, in dem viele Sommerhäuser stehen, seien 60 Ferienunterkünfte beschädigt, berichtete die Feuerwehr. Tausende Menschen hätten die Nacht in Notunterkünften verbracht. Schwer verletzt wurden auch vier Feuerwehrleute.

Brandstiftung war Ursache

Als Ursache der Feuer vermuteten die Behörden Brandstiftung. "Wir haben in der Nähe von Brandstellen Flaschen mit Zündschnüren entdeckt", sagte der Bürgermeister von Fréjus, Elie Brun. In dem Gebirge bei Fréjus hatte ein Feuer vor zehn Tagen etwa 10.000 Hektar eingeäschert. Das neue Feuer verlief etwas weiter südlich. Extreme Trockenheit und heftiger Wind begünstigen die Flammen. Präsident Jacques Chirac hat von Tahiti aus den Tätern strenge Strafen angedroht.

Auch in Portugal wurden Brände gelegt

In Portugal fielen in Castelo Branco an der spanischen Grenze nach Presseberichten vom Dienstag zeitweise die Stromversorgung und die Telefonverbindungen aus. Die Feuerwehr konnte in der schwer zugänglichen Gegend die Flammen nicht unter Kontrolle bringen und forderte Löschflugzeuge aus Spanien an. Starker Wind entfachte die seit Sonntag lodernden Brände immer wieder neu. In einzelnen Dörfern konnten die Löschmannschaften die Flammen erst kurz vor den Wohnhäusern stoppen. Nach Angaben der Behörden waren die Brände vermutlich gelegt worden.

47 Brände in der Türkei

In der Türkei haben seit Anfang Juni 47 Brände insgesamt 70 Hektar Land vernichtet. Begünstigt würden die Feuer durch starken Wind und geringe Luftfeuchtigkeit.

Wenig Probleme in Lettland

In Lettland, wo es in den vergangenen Sommern häufig Wald- und Torfbrände gegeben hatte, blieben die Brände trotz Rekordtemperaturen in diesem Jahr aus. Die Regierung hatte ein Programm unterstützt, in dem brachliegende Flächen zurückgeschnitten wurden, um die Feuergefahr zu verringern.

Hochwasser in Ungarn

Heftige Regenfälle haben in Ungarn am Dienstag zu Überschwemmungen geführt und den Straßenverkehr lahm gelegt. In einigen Straßen der Stadt Kecskemet 80 Kilometer südlich von Budapest stand das Wasser 50 Zentimeter hoch, wie die Rettungsbehörden mitteilten. Die Feuerwehr verteilte Sandsäcke an die Bewohner, deren Keller unter Wasser standen. Allein in Kecskemet waren 50 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen im Einsatz, zahlreiche weitere Städte und Ortschaften in dem Gebiet waren ebenfalls betroffen. Die Regierung schätzte die Höhe des Ernteausfalls nach einer anhaltenden Trockenheit in den vergangenen Wochen auf rund 100 Milliarden Forint (375 Millionen Euro).