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Hurrikan "Harvey": Regenmassen haben ganz Houston in die Tiefe gedrückt

Tagelang wütete Hurrikan "Harvey" Ende August in den US-Bundesstaaten Texas und Louisiana und brachte rekordverdächtigen Regen und großflächige Überschwemmungen mit sich. Für die Millionenstadt Houston hatte das ungeahnte Folgen.

Überflutete Highways: So sah das Zentrum von Houston Ende August aus

Überflutete Highways: So sah das Zentrum von Houston Ende August aus.

Der verheerende Hurrikan "Harvey" hat nach Aussage eines Geophysikers die texanische Millionenmetropole Houston "tiefergelegt". Das Gewicht der ungeheuren Regenmassen habe Houston um zwei Zentimeter absinken lassen, twitterte Chris Milliner, Postdoktorand am Jet Propulsion Laboratory der US-Weltraumbehörde Nasa in Kalifornien. Dem "Houston Chronicle" sagte Milliner, er habe die Absenkung mithilfe des Geodätischen Laboratoriums in Nevada und verschiedener statistischer Aufzeichnungen gemessen.

Absenkung nach Hurrikan nur vorübergehend

Normalerweise liege Houston 203,2 cm über dem Meeresspiegel, schreibt der britische "Independent". Die Abweichung davon ist zwar nur minimal, aber sie zeige "das Ausmaß der Regenfälle, die die Erdkruste eingedrückt haben". Wasser wiege etwa eine Tonne pro Kubikmeter, erklärte Milliner auf Twitter. Die Absenkung sei aber nur vorübergehend. Sobald die Fluten zurückgegangen seien, werde die Erdkruste mit einer elastischen Gegenbewegung reagieren und sich wieder heben. Es wäre ungefähr so, als würde man auf einer Matratze auf und abspringen, twitterte Milliner.

"Harvey" war am frühen Morgen des 26. August erstmals in Texas auf Land getroffen. Binnen weniger Tage fielen in dem Staat mancherorts bis zu 1250 Liter Regen pro Quadratmeter - ein Rekord für das Festland der USA. Zahlreiche Flüsse, darunter der Colorado, traten über die Ufer, Stauseen ergossen ihre Fluten über die Dämme. Einige Dämme wurden zur Entlastung bewusst geöffnet, das führte zu weiteren Überschwemmungen. Bei dem Hurrikan wurden Medienberichten zufolge 47 Menschen getötet. Offiziell bestätigte Angaben gibt es dazu noch nicht.

"Harvey" könnte Schätzungen zufolge zur teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA werden. Der Sender ABC zitierte die texanische Behörde für Katastrophenmanagement mit der Schätzung, dass insgesamt mindestens 185.000 Häuser ganz oder teilweise beschädigt worden seien.

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mad, mit DPA