VG-Wort Pixel

Zweiter Weltkrieg Japanische Jäger holten ein Flugzeug voller Diamanten vom Himmel – Diamond Jack zweigte die Steine ab

Die Überlebenden ließen sich später vor dem Wrack fotografieren
Die Überlebenden ließen sich später vor dem Wrack fotografieren
© Commons
Im März 1942 stürzte eine Zivilmaschine über Australien ab. Dabei ging ein Diamanten-Paket im Wert von 20 Millionen Dollar verloren. Die meisten hat ein einfacher Seemann bei der Bergung des Wracks eingesteckt.

Der Zweite Weltkrieg setzte im März 1942 den Pazifik in Brand. Für die Alliierten sah es böse aus, die imperiale Armee Japans war auf dem Vormarsch und den Himmel beherrschten die schnellen Zero-Jäger. Mit einer der PK-AFV mit Namen "Pelikaan" wollten sich eine Gruppe Holländer von Java aus in die Sicherheit Australiens flüchten. Doch die Maschine vom Typ Douglas DC-3-194 begegnete japanischen Maschinen, die die Stadt Broome angegriffen hatten. Das Flugzeug wurde getroffen und stürzte in der Carnot-Bucht ab.

Jäger beschossen das Wrack

Die Insassen hatten noch Glück. Ihr Pilot, Ivan Smirnow, war ein russischer Kampfflieger aus dem Ersten Weltkrieg, den die Revolution nach Fernost verschlagen hatte. Im Krieg hatte er elf deutsche Maschinen abgeschossen. Doch gegen die drei Mitsubishi Zeros unter dem Kommando von Flieger-Ass Zenjiro Miyano hatte er keine Chance. Die Backbordseite der DC-3 wurde beim ersten Anflug durchsiebt und Smirnow schwer getroffen. Kaltblütig drückte er die brennende Maschine in eine Spirale und stürzte Richtung Boden.

Überraschenderweise versuchte Smirnow keine Bauchlandung im flachen Wasser, sondern wollte mit dem Fahrwerk am Strand landen. Doch ein Reifen platzte und so geriet die Maschine in tiefes Wasser. Immerhin wurde der Brand gelöscht, doch dann waren auch die Zeros heran und beschossen das Wrack erneut. Der Flugingenieur und drei Passagiere, darunter ein Baby, wurden getötet, der Rest schwer verletzt. Sie konnten das Wrack nicht verlassen und mussten auf Hilfe hoffen.

Am nächsten Tag warf auch noch ein japanisches Flugboot Bomben auf die Überlebenden ab. Die Menschen wurden nach einigen Tagen geborgen, aber das Wertvollste an Bord blieb verschwunden: Der Pilot hatte ein kleines Päckchen mit im Cockpit, voller Diamanten. Nach heutigem Wert wären die Steine 20 Millionen Dollar wert.

Keiner kümmerte sich um die Diamanten

Smirnoff wusste nichts von dem wertvollen Inhalt, zumindest war er nicht in das Geheimnis eingeweiht. Ihm wurde nur gesagt, dass er nach der Ankunft das Paket bei der Commonwealthbank abzugeben hätte. Also kümmerte er sich nicht besonders um das Päckchen, es ging beim Absturz verloren. Offenbar brach es auseinander, die Steine waren in der Maschine verstreut. Philipp Cox war einer der ersten Männer, die das Flugzeug nach dem Absturz fanden. "Er sagte mir, dass sie bis zur Ebbe warten mussten, weil die Maschine im Wasser lag", sagte seine Tochter Leonie Kelly.. Er hat die Diamanten gesehen. "Dad sagte, dass sie einfach dachten, es wären bunte Steine ohne Wert."

Später kam dann der Seemann Jack 'Diamond' Palmer an den Strand. Er untersuchte das Wrack gründlicher. Die meisten Menschen hielten sich fern wegen des Gestanks der vier Toten, die nur notdürftig am Strand verscharrt worden waren. Er soll die Steine in Salz- und Pfefferstreuer versteckt und später nur einen Bruchteil des Fundes zu den Behörden gebracht haben.

Anklage aber kein Urteil

"Er hat definitiv nicht alle Diamanten zurückgegeben", sagte der lokale Fremdenführer Tomas einem Reporter des TV-Senders ABC. "Ich denke, er nahm an, dass die holländische Regierung nicht wusste, wie viele Diamanten es waren ... Es ist aber wahrscheinlich, dass die holländische Regierung sehr wohl jeden Stein in diesem Paket kannte - aber ich denke, er hatte keine Ahnung, wie viel Geld er in der Hand hielt." Der Legende nach soll Palmer Diamanten im damaligen Wert von 5000 Pfund gegen Drehtabak eingetauscht haben. Später ging er in das Büro des Staatsanwalts Major Cliff Gibson, zog einen Salz- und Pfefferstreuer aus der Tasche, schraubte die Deckel ab und schüttete für 20.000 Pfund Diamanten auf den Tisch.

Jack Palmer und zwei andere wurden später wegen Diamantendiebstahls angeklagt, aber er wurde freigesprochen. Mitten im Krieg war das Interesse gering, der Sache nachzugehen. Auch konnte man naturgemäß nicht nachweisen, wie viele Diamanten Palmer wirklich noch gefunden hat und wie viele von den Wellen davongetragen wurden. Palmer versuchte sogar, von der niederländischen Regierung eine Belohnung für die Rückgabe der Diamanten zu bekommen. Am Ende erhielten die niederländischen Behörden nur 7 Prozent der Diamanten zurück.

Der vorher mittellose Seemann soll auf jeden Fall eine stattliche Summe zurückbehalten haben. Nach dem Verfahren konnte sich Palmer ein Haus und ein Auto leisten und soll sehr bequem gelebt haben.

Lesen Sie auch:

Schlacht von Okinawa - Das passiert, wenn ein Enkel dem Leben seines Kriegshelden-Opas folgt

Midway – die wichtigste Seeschlacht des Zweiten Weltkrieges

Forscher entdecken Wrack von vermisstem Flugzeugträger in 5490 Metern Tiefe


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker