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"Epsilon" startet erfolgreich Japan schießt neuartige Rakete ins All


Erstmals seit zwölf Jahren hat Japan wieder eine neue, selbstentwickelte Trägerrakete ins All befördert. Die Hoffnung auf einen Zugang zum globalen Geschäft mit Raketenstarts ist groß.

Japan hat erfolgreich eine neuartige Trägerrakete mit einem Teleskop an Bord ins All geschickt. Das Teleskop "Sprint-A"sei wie geplant in seine Umlaufbahn eingetreten, teilte Japans Weltraumbehörde Jaxa am Samstag mit. Es soll die Umgebung von Planeten wie Venus, Mars und Jupiter untersuchen. "Sprint-A" steht für Spectroscopic Planet Observatory for Recognition of Interaction of Atmosphere.

Der Start der Feststoffträgerrakete "Epsilon" vom Weltraumbahnhof Uchinoura war ursprünglich Ende August vorgesehen. Ein Computer hatte jedoch eine falsche Positionierung der Rakete angezeigt, weshalb der Start nur 19 Sekunden vor dem Abheben automatisch gestoppt wurde. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Position richtig gewesen war.

Die dreistufige Trägerrakete "Epsilon" ist leichter und kostengünstiger als bisherige Raketentypen. Die Trägerrakete hat eine Länge von 24,4 Metern, einen Durchmesser von 2,6 Metern und wiegt 91 Tonnen.

Jubelstürme nach dem Start

Branchenbeobachter halten es für möglich, dass "Epsilon" neue Maßstäbe im globalen Geschäft mit Raketenstarts setzen wird. Es sei der erste Start eines neuen, von Japan entwickelten Raketentyps gewesen seit dem Start der fast doppelt so hohen Rakete H-2A im Jahr 2001.

"Epsilon ist eine relativ kleine Rakete, die Missionen zu günstigeren Kosten ermöglicht, indem sie bei Personal und den notwendigen Vorbereitungen deutlich reduziert", erklärte ein Jaxa-Vertreter. Der Raumfahrtbehörde zufolge ist "Epsilon" als weltweit erste Rakete mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, wodurch sie selbst ihren Start überwachen kann. Der Raketenstart am Samstag wurde lediglich von zwei Laptops gesteuert. Nur acht Mitarbeiter waren im Dienst - im Gegensatz zu den 150 Menschen, die für gewöhnlich den Start der Rakete H2-A überwachen.

Die japanische Öffentlichkeit hatte den Start mit Spannung erwartet. Vor einer Großbildleinwand in der Hauptstadt Tokio brach Jubel aus, als die Rakete planmäßig abhob. Japan will sich gegen seine asiatischen Nachbarn Südkorea und China behaupten, die große Ambitionen in der Raumfahrt haben.

cob/DPA/AFP DPA

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