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Kolumne "Kopfwelten" zu Joachim Gauck: Eine schlechte Wahl für Bellevue

Joachim Gauck soll neuer Bundespräsident werden. Viele feiern das, dabei ist es keine gute Wahl. Warum ein Pastor nicht das höchste Staatsamt bekleiden sollte.

Von Frank Ochmann

Steht ab sofort für Staat und Kirche: der kommende Bundespräsident Joachim Gauck

Steht ab sofort für Staat und Kirche: der kommende Bundespräsident Joachim Gauck

Joachim Gauck also soll es werden, nachdem auch die CDU sich gefügt hat. Zunächst schien es nach dem Rücktritt von Christian Wulff schwer, einen Kandidaten zu finden, dem das Amt des Bundespräsidenten auch auf Dauer zuzutrauen ist. Wer ist intellektuell ausreichend befähigt? Wer moralisch "sauber"?

Vor allem wohl wegen der zweiten, nach der Affäre Wulff besonders dringlichen Frage fielen gleich zu Beginn der Suche etliche Namen aus dem Umfeld der evangelischen Kirche. Deren früherer Ratsvorsitzender, Altbischof Wolfgang Huber, gehörte dazu. Auch Margot Käßmann, die wegen Alkohols am Steuer gescheiterte Nachfolgerin Hubers im bischöflichen Ratsvorsitz, wurde zumindest in den Medien genannt.

Dann - nach dem Vorpreschen der FDP vor allem - setzte sich offenbar auf allen Seiten der Wunsch durch, die Zeit seit der letzten Wahl vergessen zu machen und nun zu tun, was man damals nicht geschafft hatte: Joachim Gauck, den Pastor, früheren DDR-Bürgerrechtler und Stasi-Beauftragten, zum Bundespräsidenten zu wählen.

Personalunion in Staat und Kirche ist problematisch

Es dürften kaum Zweifel bestehen, dass alle Genannten befähigt sind, die Aufgaben des deutschen Staatsoberhauptes zu erfüllen, sogar honorig zu erfüllen. Trotzdem sind sie alle, auch Gauck, eine schlechte Wahl - und das schon aus grundsätzlichen Erwägungen, für die in Berlin offenbar wieder einmal keine Zeit war.

Da ist zunächst das Verhältnis von Staat und Kirche. Zwar wird Gott gleich in der Präambel des Grundgesetzes genannt, trotzdem ist unser Staat einer, der auf weltanschauliche Neutralität gegründet wurde. Die Zusammenarbeit von Staat und Kirchen auf vielen sozialen Feldern widerspricht dabei nicht der von der Verfassung gebotenen organisatorischen Trennung. Dass die Berührungspunkte von Kindergärten bis zu Rundfunkräten aber immer auch solche sind, bei denen die Gefahr einer unerwünschten Vermengung und gegenseitigen Abhängigkeit besteht, hat erst vor wenigen Monaten nicht etwa ein gottloser Hitzkopf herausgestellt, sondern der amtierende Papst. Es tut beiden - Staat und Kirche - nicht gut, wenn sie sich zu nah kommen. Eine amtliche Personalunion in Staat und Kirche wie beim ordinierten Pastor Gauck ist schon deshalb problematisch, weil das christliche Bekenntnis nicht einfach darin besteht, "gut" zu sein oder "menschlich". Es reicht über das weltliche Wohlverhalten, über reine Humanität entweder himmelweit hinaus, oder es ist eben kein christliches Bekenntnis mehr.

Darum forderte der Papst im September 2011 in Freiburg eine "entweltlichte" Kirche. Und der evangelische Altbischof Huber hat einen ähnlichen Gedanken ein Jahr vor Benedikt XVI. dem deutschen Juristentag vorgetragen: "Die christliche Theologie hat für die Verhältnisbestimmung zwischen Staat und Religion einen klaren biblischen Ausgangspunkt in dem sogenannten Zinsgroschenwort Jesu: 'Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist'". Die Unterscheidung zwischen den Sphären des Politischen und des Religiösen, so Huber weiter, bilde "die fundamentale Voraussetzung für die Ausbildung politischer wie religiöser Freiheit." Wie soll ein Geistlicher wie Gauck an der Spitze eines neutralen Staates stehen, ohne seinen kirchenamtlichen Missionsauftrag zu vernachlässigen oder gar zu verraten? Natürlich gilt das alles in gewisser Weise auch für überzeugte "Privatchristen". Die Veramtlichung des Glaubens aber hebt einen Pfarrer - auch nach lutherischem Verständnis - auf eine andere Ebene, sonst wäre kein Amt erforderlich.

Staatsoberhaupt aus der Mitte unseres Gesellschaft

Es gibt aber auch noch einen gewichtigen Grund gegen Gauck, der mit dem inneren Zustand unseres Landes und seiner politischen Kaste zu tun hat. Die Wahl eines Geistlichen ins höchste Staatsamt erweckt nämlich den gefährlichen Eindruck einer ausgelagerten Moral in unserem Land und seiner politischen Kultur. Nach der gescheiterten Präsidentschaft Christian Wulffs war es ja gerade die Suche nach der noch intakten praktischen Moral, durch die kirchliche Amtsträger so schnell auf die Kandidatenliste gelangten. Wenn aber der Eindruck entsteht oder sich gar verfestigt, nur im Umkreis der Kirchtürme sei noch hinreichender politischer Anstand zu finden, kommt das der geistig-ethischen Bankrotterklärung unseres Staates gleich. Dazu missachtet diese Position all jene Aufrechten in den Parlamenten und Parteien, die in erster Linie nicht ihren Eigennutz im Kopf haben, nicht ihr glamouröses Image in den Medien, sondern tatsächlich noch das Wohl dieser Gesellschaft. Es gibt sie wirklich. Und darunter sind etliche, die nicht an einen Gott glauben oder die, wie längst ein erheblicher Teil unserer Gesellschaft, zumindest nicht mehr kirchlich gebunden sind.

Auch darum sollte das nächste Staatsoberhaupt aus der Mitte unseres Gesellschaft und unseres politischen Systems gewählt werden und nicht aus dem Klerus, gleich welcher Konfession. Niemand kann ein Interesse daran haben, dass die Kirchen zu "Moralfabriken" verkümmern, während staatliche Organe und politische Parteien sich auf einem gesellschaftlichen Feld tummeln, auf dem wir Wähler mit alltäglichem Anstand erst gar nicht mehr rechnen. Sollte es dazu kommen, könnte uns auch kein Pastor in Bellevue mehr helfen. Denn dann wäre unser Staat tatsächlich moralisch bankrott.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.