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Arktis: Klimawandel lässt Spinnen wachsen

Schlechte Nachrichten für Arachnophobiker: Der Klimawandel lässt Spinnen größer werden - zumindest in der Arktis. Forscher haben herausgefunden, dass dort heimische Wolfspinnen bis zu zehn Prozent mehr wachsen. Auch der Kannibalismus unter den Tieren nimmt zu.

Wegen der schnellen Klimaerwärmung in der Arktis werden Spinnen im äußersten Norden Grönlands größer. Die Messungen einer dänisch-deutschen Forschergruppe an 5000 Wolfspinnen der Art "Pardosa glacialis" ergaben, dass die Tiere von 1996 bis 2005 durchschnittlich um acht bis zehn Prozent an Körpergröße zugenommen hatten. Im selben Zeitraum sei die alljährliche Schneeschmelze an der Nordspitze der riesigen Polarinsel um 20 bis 25 Tage eher eingetreten, berichtet das Team um Toke Thomas Høye von der Universität Århus im Fachjournal "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Sowohl Männchen wie Weibchen seien jetzt größer als vor zehn Jahren. Dabei würden die männlichen Spinnen durch ihr schnelleres Wachstum die Geschlechtsreife früher erreichen. Die Weibchen dagegen, die relativ gesehen mehr an Größe zugenommen hätten, gewinnen den Forschern zufolge eine größere Fruchtbarkeit und damit mehr Nachkommen.

Die Spinnen wurden laut Høye nahe der Forschungsstation Zackenberg eingesammelt. Die beiden deutschen Wissenschaftler Jörg Hammel von der Universität Jena und Thomas Fuchs von der Universität Stuttgart vermaßen sie mit Computerhilfe unter dem Mikroskop. Dabei habe sich die Hypothese bestätigt, dass die "dramatischen jahreszeitlichen Veränderungen" im äußersten Norden Auswirkungen auf das Wachstum von hier lebenden Spinnen haben, berichtete Høye. Die Folgen seien komplex und nicht endgültig abzuschätzen. Einerseits habe die Fruchtbarkeit der Weibchen tatsächlich zugenommen. Andererseits nehme aber auch der Kannibalismus zu, weil bei diesen Spinnen vor allem größere Tiere wesentlich kleinere verspeisten.

DPA / DPA